Ein Rätsel, ein Parfum, ein(e) GewinnerIn

Morgen beginnt in Leipzig die DESIGNERS OPEN 2014 und meine Parfums werden im Atelier von Jo Zarth (im Schlothof) aus- und vorgestellt. Alle Studios, Ausstellungsräume und Grafikbüros werden ihre Türen öffnen und man kann sich alles in Ruhe anschauen. Die DESIGNERS OPEN sind eine große Veranstaltung und ich werde für drei Tage in Leipzig sein. Ich denke, Jo kann etwas Hilfe benötigen.

Aber was wäre so ein Event, wenn es nicht einen neuen Duft geben würde? Morgen, genau morgen, wird in Leipzig der neue Duft des aromatischen blogs vorgestellt und zeitgleich wird bei Georg Wuchsa – AUS LIEBE ZUM DUFT – der Verkauf starten. Ulrike wird im Dufttagebuch etwas schreiben und zugleich gibt es drei Flaschen zu gewinnen! Zwei im Dufttagebuch und eine im Beauty-Mekka.

Doch die erste Flasche, die gibt es hier! Allerdings nicht einfach so, das wäre viel zu einfach. Nein, ein kleines Rätsel muß schon sein. Wer mir also heute schon sagen kann, wie ein Duft heißt, dessen Namen man mit versteckt im Sande übersetzen kann, und in welche Kategorie (Fougere, Orientale, Agrumen/ Zitrus, Chypre oder Gourmand, etc.) so ein Duft gehören könnte – alleine vom Namen her -, der bekommt eine Flasche von mir spendiert. Versprochen.

Alles klar? Einfach einen Kommentar hinterlassen und ich melde mich, wenn ich eine freie Minute hab.

Osmanthus fragrans – Süße Duftblüte (Teil 1)

Osmanthus ist ein zauberhafter Riechstoff und was glauben sie, warum wohl hat João de Loureiro (1717-1791) – sein Autorenkürzel lautet LOUR. (woran man erkennt, daß die botanische Erstbeschreibung auf ihn zurückgeht) Missionar und Botaniker, der viele Jahre seines Lebens in Asien verbrachte – das fragrance hinzufügte? Schon die Blüten verströmen einen unglaublich süßen, fast schon fruchtig wirkenden Duft … süße Duftblütenrage., keine F

Wie riecht Osmanthus Absolue?
Es riecht fruchtig, blumig, holzig, erinnert mich zugleich an Trockenobst, ist süß und oft auch etwas ledrig, andere sprechen von Aprikosen und Pfirsichen, was ich auch gut verstehen kann. Osmanthus Absolue ist einfach nur schön, hier und da etwas so­phis­ti­ca­ted (was ich mag) und ich habe daraus einen zarten, federleichten Duft gemischt. Nichts!, was an alte, konservative Zeiten denken läßt, was nach Ledersattel oder Auto mit Wurzelholzinterieur erinnert – nichts gegen die Großeltern, aber Opa ist nun mal nicht sexy – und eine starke, sich in den Vordergund drängende Außenwirkung haben würde. Ich wollte etwas Modernes, etwas, was es so noch nicht gibt, was teuer und edel ist, ohne es zu demonstrieren, einen Duft, der wie ein leichter Flügelschlag dahinschwebt und für immer in Erinnerung bleibt.

Aber bevor ich in Stichpunkten beschreibe, was ich mit Osmanthus gemacht habe, gibt es hier, heute und jetzt, einige Details und etwas Unterhaltung.

Osmanthus fragrance_wikiped
Foto: Wikipedia (Süße Duftblüte Osmanthus fragrans mit Blütenständen)

Osmanthus ist unvergleichlich, Osmanthus-Absolue muß man einfach kennen!

Die Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige/ Laminales
Familie: Ölbaumgewächse/ Oleaceae
Gattung: Duftblüten/ Osmanthus
Art: Süße Duftblüte
Wiss. Name: Osmanthus fragrans LOUR.

CAS-Nr: 68917-05-5
EINECS: 296-209-1

Die Frage der Ordnung ist vielleicht nicht so wichtig, aber schon bei der Familie wird es nämlich interessant. Tauchen doch immer wieder Duftbeschreibungen auf (teilweise mit Oliven oder Olivenbäumen bebildert), die scheinbar Osmanthus meinen und dennoch mit keinem Wort erwähnen. Osmanthus ist sündhaft teuer. Aber nebenbei sei noch erwähnt, daß auch der Olivenbaum zur Ordnung der Laminales und zur Familie Oleaceae gehört und sich die Gemeinsamkeiten erst beim Gattungsbegriff trennen.

Doch bei Otto Warbug (Die Pflanzenwelt 3. Band) finden sich die Oelbaumgewächse auf einer Illustrationstafel zusammengefaßt und wer genau hinschaut, wird vielleicht sogar einen weiteren, wichtigen und für Parfum sehr interessanten Vertreter entdecken: Genau, der Jasmin gehört nämlich auch mit dazu. Abb. D

Oleaceae_Warburg

Geschichte am Rande
Kennen sie eigentlich die Sage, die man über die Entstehung des Oelbaums und seine Nützlichkeit erzählen kann? Poseidon (neben Zeus der mächtigste der olympischen Götter), der Wettergott, welcher schlimmste Erdbeben hervorbringen konnte (Homer nannte ihn den Erderschütterer) und Athene (das ist die mit den Eulen), schön, tapfer und klug (Beschützerin aller klugen Menschen) rangen um die Macht in Attika, was zum Land der Athener werden sollte. Und weil bei so viel Macht, Kraft und Klugheit oft nicht klar ist, wer den Sieg davontragen kann, sollte Kekrops (er war der 1. König von Athen) den Streit entscheiden. Also kurz nachgedacht und frisch ans Werk. Sieger soll sein, wer den Bewohnern von Athen das nützlichste Geschenk machen kann. Klare Sache für Poseidon, mal ordentlich mit dem Dreizack auf den Berg gehauen, diesen gespaltet (da ist wieder das Erdbeben) und schon sprudelte eine salzhaltige Quelle hervor. Nicht schlecht, doch Athene pflanze einfach nur ein Oelbäumchen und schenkte den Athenern damit auch das Olivenöl. Der Sieg ging an sie und Poseidon vermutlich ins Wasser. Zum Gott der Meere wurde er auch etwas später. Allerdings konnte Athene den Oelbaum nur pflanzen, weil Herakles (auf den gehen auch die Olympischen Spiele zurück) vorher, bei anderer Gelegenheit, einen Holzstab in die Erde gestoßen hatte, woraufhin sich dieser in einen Olivenbaum verwandelt hatte. Aus den Zweigen flocht man die Siegerkränze und bis heute betrachten wir den Ölzweig als Friedenssymbol – er ziert das Emblem der UN-Friedenstruppen – was auf Noah zurückgeht, der eine Taube ausgesandt hatte, den Ölzweig als Zeichen der Versöhnung mit Gott zurückzubringen.

Kaufempfehlung und praktische Tipps
Ich würde mir immer wieder eine kleine Menge, vielleicht 5 bis 10g Osmanthus Absolue kaufen. Man kommt damit sehr weit, denn natürlich wird das intensiv duftende Öl niemals pur und unverdünnt eingesetzt. Man fertigt sich eine 10%ige Lösung in DPG und schon hat man richtig viel Material zum ausprobieren und mischen.

Immer der Nase nach – Here`s something for the tip of your nose!

Amber – Parfum selber mischen

Amber_HarzRaumduft

Was ist eigentlich Amber? Ich habe schon hin und wieder darüber berichtet und diese Frage auch schon gestellt, doch in größeren Abständen komme ich gern darauf zurück; wohl immer dann, wenn ich mal wieder von fachkundiger Hausfrau gründlich belehrt wurde. Aaaaaa ja, Amber ist also Pottwalkotze. Amber heißt aber Bernstein und der Pottwal kotzt also Bernsteine? Toll. Ich möchte dann immer fragen, wonach wohl Bernstein riecht. Aber vermutlich hat sich der Geruch im Laufe der Jahre (die so ein Bernstein im Meer liegt) abgewaschen. Was für ein Unsinn.
Sie sehen, die Sache mit dem Amber ist gar nicht so einfach. Zudem gibt es sogar Amberöl (riecht entsetzlich), oft werden Labdanum und Benzoe als Amberharze bezeichnet, es gibt Styrax Amber und dann ist da auch noch die Sache mit dem Wal – Ambra grisea, die Graue Ambra.

Und weil der Begriff mit so ganz unterschiedlichen Vorstellungen besetzt ist, fangen wir mal einfach von vorn an. Obwohl überhaupt nicht klar ist, was mit Amber gemeint ist, wird der Begriff gerade in der Parfumerie sehr häufig verwendet. Nur was bedeutet es, wenn auf einem Parfum AMBER steht? Wonach riecht das? Wir hatten festgestellt, daß Amber Bernstein heißt und Bernstein als Geruchsvorstellung kaum dienlich ist. Oder meint man damit immer und automatisch Ambra grisea, den Stoff aus dem Wal? Dann fände ich es nett, wenn genau die Leute, die immer ganz genau wissen, wie etwas (in diesem Falle Amber) zu riechen hat, wenigstens aus persönlicher Erfahrung wissen, wie genau dieser Stoff riecht. Riecht unser Amber-Parfum nun nach Amber oder ist es eine Mischung die wir einfach nur gern Amber nennen und mit der wir bestimmte Geruchsvorstellungen verknüpfen?

Aber eine Sache schreibe ich mal gleich groß und fett! ZU MIR KOMMEN, AN EINEM X-BELIEBIGEN AMBERDUFT RIECHEN UND DANN GELANGWEILT KUNDTUN, DER DUFT WÜRDE GAR NICHT NACH AMBER RIECHEN, zieht sofort die Frage nach sich, wie und wonach Amber denn nun riecht? Amber ist also Pottwalkotze? Ok, und wie riecht Pottwalkotze? Vorsicht! Ich hab sogar kleine Stückchen Ambra da. Diesen Teil des Wissens können wir sofort überprüfen.

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Welchen Rohstoff meinen wir denn, wenn wir von Amber sprechen? Oder schreiben wir Amber auf die Flasche und meinen Ambra grisea? Wohl kaum. Meinen wir nun Bernsteinöl, oder Styrax-Amber, Labdanum oder Benzoe oder vielleicht doch Teile Pottwalscheiße (ja, richtig gehört. Es kommt dem Wal hinten raus. Die Sache mit der Kotze war immer nur eine Vermutung, weil man sich dies wie bei einer Katze vorstellte, die zusammen mit dem Gras die Haare herauswürgt. Doch im Gegensatz zur Katze, wo man das häufig beobachten kann, hatte noch nie jemand einen Pottwal kotzen sehen. Inzwischen fand man die Klumpen im Darm!!)? Und ich will ja niemandem zu nahe treten, aber ich staune schon, mit welcher Sicherheit einige Leute diesen oder jenen Stoff in einem Parfum zu erkennen glauben und kaum klopft man auf den Busch und zaubert den genannten Riechstoff aus dem Regal, kommt raus, daß die Damen oder Herren gar nicht wußten was Benzoe ist und wie das Öl riecht. Alle Achtung. Ich finde es deshalb für den Anfang sehr wichtig zu klären, von was man spricht, wenn von Amber die Rede ist.

Meine Definition ist auf jeden Fall eine Überlegung wert. Vereinfacht ausgedrückt ist ein Amberparfum nichts weiter als eine orientalische Duftmischung. Da kann ja auch Ambra grisea drin sein. Zwingend erforderlich ist es nicht. Schließen sie die Augen und reisen sie in Gedanken mit einem Segelschiff in den Orient oder nach Indien, beladen sie den Klipper mit all den schönen und kostbaren Dingen, die man in Europa damals noch gar nicht kannte – Rosen, Pfeffer, Zimt, Orangen, edle Harze (Weihrauch z.B.), kostbares Sandelholz, Patchouli, Koriander, Nelken und Kardamom und vergessen sie die Vanille nicht. Unbedingt Vanille! – und stecken sie alles in den Bauch ihres Schiffes. Dann segeln sie so schnell wie möglich zurück und wenn sie im Heimathafen angekommen die Ladeluke öffnen und sich all die Gerüche der kostbaren Fracht miteinander vermischt haben, dann wissen sie, was mit Amber gemeint ist und wie ein Amberparfum riecht.

Selber mischen? 10% Vanillin passen immer. Echte Vanille kein Problem. Besorgen sie sich etwas Heliotropin und/ oder Coumarin (beides wäre besser), denken sie an Benzoe und Patchouli, an Rose und natürlich auch an Vetyver und Sandelholz, Labdanum oder Hydrocarboresin, mit Zimt wäre ich vorsichtig, aber Koriander, Orange, Bergamotte oder Kardamom wären immer typisch für eine Amber-Kopfnote und Ylang-Ylang gibt dem Duft diese süße, blumige Strenge, die oft so schwer zu erkennen und zu beschreiben ist. Geld spielt keine Rolle? Kein Problem. Nehmen sie Jasmin.

Und mein Dezember spielt mit dem Begriff und variiert das Thema auf eigenwillige Art. Der Dezember ist nämlich auch nur eine Ambermischung. Bei der die süßen Aspekte aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wenig Vanille, viel Rosa Pfeffer.

Alles Amber oder was?

Gurme Kokular – ein Blog aus der Türkei

Heute Abend fungiert das aromatische Blog mal nur als schöne Linkschleuder. Habe ich doch mit viel Freude den folgenden Blog im Internet entdeckt. Ich versteh zwar kein Wort, aber das macht überhaupt gar nichts; Gurme Kokular heißt wohl so viel wie Gourmet Duft und zum Blog von Berkan Basoglu geht es hier entlang: GURME KOKULAR

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Von grünen und goldenen Äpfeln

Das Apfeldrama in der DDR begann meiner Erinnerung nach Mitte der 80er Jahre, weil grüner Apfel plötzlich irgendwie allgegenwärtig war. Zuerst roch der Pulli der Freundin danach, dann ihre Haut, später ihr Haar und nach einer Weile begriff ich, auch ich selber roch wie ein frischer, grüner Äpfel. Nicht, daß ich etwas gegen grüne Äpfel haben würde, aber wenn es in der DDR mal Dinge gab, dann gab es sie richtig und grüner Apfel war so eine Sache.

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Die Schuldfrage ist im Prinzip leicht geklärt. VERDOX heißt der Riechstoff, der für den Duft von grünen Äpfeln verantwortlich ist und entwickelt wurde das Zeug von der IFF. Beschweren sie sich bei Bedarf also bei den Amis. Da ich grad keine Zeit hab, verzichte ich darauf, all die notwendigen Daten wie CAS. und EINECS-Nr. herauszusuchen. Nehmen sie einfach noch etwas Hexylacetat und Diethylmalonat, Damascone und Methyloctincarbonat, vielleicht auch Stemone, Minze und etwas Muskateller Salbei, ein Spritzer Säure (Citral) und natürlich nicht das VERDOX vergessen und so nach und nach werden sie einen schönen, grünen Apfel erhalten. Ich sage nur gleich dazu, mit grünem Apfel bin ich durch.

Doch da wäre ja noch die Sache mit dem goldenen Apfel. Kennen sie die Geschichte? Spannend kann ich nur sagen und viel besser als grüner Apfel. Goldener Apfel ist voller Schönheit und Dramatik, wahrhaftig eine göttliche Geschichte.
Stellen sie sich mal eine rauschende Hochzeitsfeier vor. Ein Hochzeitsfeier für alle Götter, weil Peleus (der später der Vater des Achill werden sollte) die Nymphe Thetis heiratete. Doch halt, nicht alle Götter waren geladen. Eris, die Göttin des Streits, hatte man nicht ganz zufällig bei der Einladung übersehen. Wer will den schon Streit während der Hochzeit. Ganz böser Fehler, denn Eris wäre nicht die Göttin des Streits, wenn es dafür keine passende Rache gegeben hätte. Die findige Göttin nahm einen goldenen Apfel, schrieb darauf “Der Schönsten” und warf diesen Apfel zwischen die versammelten Hochzeitsgäste. Glauben sie mir, die Party war sofort im Eimer. Schließlich waren alle der zur Feier geladenen Damen nicht gerade häßlich und von sich eingenommen waren sie auf jeden Fall. Drei dieser Göttinnen galten dabei als besonders schön: Hera, Athene und Aphrodite. Nur welche sollte den goldenen Apfel mit der Aufschrift “Der Schönsten” denn nun bekommen? Zeus, der Göttervater, war klug genug, sich nicht mit derlei Fragen zu beschäftigen. Das konnte nur Ärger geben, weil ja zwei der Göttinnen als Verliererinnen vom Platze gehen würden und von zänkischen, launischen Weibern hatte Zeus genug. Nö nö, solche heiklen Aufgaben delegiert man besser. Gesagt getan und schon sollte sich der Schönste unter den Sterblichen, der trojanische Königssohn Paris (Sohn des Priamos und der Hekabe) damit befassen. Der stattliche Jüngling, von einer Bärin aufgezogen, ruhte sich auf einer Wiese, im Schatten eines Baumes am Berge Ida aus, als plötzlich die drei Grazien vor ihm standen, damit er sein Urteil sprechen konnte. Wer ist die Schönste von uns?, werden sie wohl gefragt haben und etwas Bestechung war natürlich auch mit im Spiel. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hera versprach dem Jüngling die Herrschaft über große Reiche, die kriegerische Athene den Sieg in jeder Schlacht und Aphrodithe – an Stelle für sie selbst – die Schönste der sterblichen Frauen: Helena, die junge, schöne Frau des König Menelaos von Sparta. Hätte ich auch so gemacht. Was soll man schon mit Herrschaft und großen Siegen, wenn man die Schönste bekommen kann. Paris sprach den goldenen Apfel (den Zankapfel) also ohne lange zu überlegen der Aphrodite zu, Hera und Athene waren stinksauer (was sonst?) und mit Aphrodites Hilfe war Helena alsbald aus Sparta entführt. Natürlich nach Troja, was dann bekanntlich dem Erdboden gleichgemacht wurde. Vorsicht vor goldenen Äpfeln sag ich da nur. Wegen eines einzigen Apfels wurde Troja niedergebrannt.

Und wie macht man aus einem grünen Apfel nun einen goldenen Apfel? Ganz einfach.

Nehmen sie weiterhin VERDOX und geben sie mal etwas Maltol, Vanillin, Undecalacton, Paradisamide (Passionfruit), Alylhexanoat, Magnolan und etwas Citral dazu. Damascone kann übrigens auch hier nicht schaden.

Viel Spaß beim Mischen.

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Hmmm, lecker so ein goldener Apfel.

Schlank mit Himbeerketon?

Oder wer`s glaubt wird selig. Vermutlich jedenfalls aber nicht dünn, nur etwas ärmer. Himbeerketon ist eins der neuen Zaubermittel im Diätenwahn. Es paßt zwar überhaupt nicht zusammen, erst haufenweise Brot und Nudeln zu futtern und anschließend Pillen für die Fettverbrennung einzuwerfen, doch vermutlich denken viele Menschen, es ginge ohne Sport und Selbstdisziplin. Fettverbrennung für die, die viel zu verbrennen haben. Ich lach mich schlapp.

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Und dabei find ich Himbeerketon für sich genommen ziemlich gut. Das weißliche Pulver, es handelt sich dabei um einen kristallinen Feststoff (sieht aus wie feiner Zucker), riecht nach Himbeeren und bringt etwas Süße und Fruchtigkeit dort, wo man nicht gleich eine fertige, komplette Himbeernote einsetzen mag. Wer jedoch eine runde, satte Himbeere wünscht, den muß ich enttäuschen. Himbeerketon riecht weder besonders kräftig noch bringt der Einzelriechstoff die komplette Frucht. Obwohl Rheosmin, so eine weitere Bezeichnung für Himbeerketon, in der Hauptsache für den Geruchseindruck einer Himbeere verantwortlich ist. Das Phenol (also ein aromatischer Ring/ Arene/ an die eine oder mehrere Hydroxygruppen (OH) gebunden sind/ aromatische Kohlenwasserstoffe, in der gr. Mythologie Tochter des Königs Oibalos und der Gorgophone) ist nur einer von ganz vielen, enthaltenen Stoffen. Setzen sie davon nur nicht zu viel ein, weil viel nicht immer viel hilft und Himbeerketon alleine keine Himbeere macht.

Andere Bezeichnung für Himbeerketon sind:

- 4-(4-Hydroxyphenyl)-butan-2-on
- Rheosmin
- Frambinon
- Oxyphenylon
- Raspberry Ketone
- Rasketone
- Oxanone

Die Cas.Nr. lautet: 5471-51-2
Die EINECS Nr. lautet: 226-806-4

Der Stoff ist unlöslich in Wasser. Geht perfekt in Ethanol oder als 10-20%ige Lösung in DPG.
Arene sind übrigens lipophile Verbindungen.

Und wie mischt man sich eine Himbeere? Aus welchen Chemicals könnte man eine Himbeere mischen? Man koennte zum Beispiel Hexenylacetat, Hexenol, Hexylacetat, Ethylbutyrat, Maltol, Ethylmaltol, Vanillin, Jonon beta, Moschus, Furaneolacetat, Benzylacetat, Undecalacton, Geranium. Wirklich wichtig für eine natürliche Himbeere sind die Grünnoten und auch wenn man nur Spuren benötigt, solche Sachen wie Vanillin, Maltol und Geranie gehören durchaus mit hinein.
Viel Spaß beim mischen.

Himbeerketon findet sich aber auch in Lebensmitteln, besonders in Süßspeisen und nun wird es so richtig interessant; aus Laboruntersuchungen mit Mäusen weiß man, daß Himbeerketon – verabreicht wurden Mengen von bis zu 2% der täglichen Gesamtnahrungsaufnahme – den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen kann. 2% Himbeerketon vom täglichen Futterberg. Alle Achtung, bei dem, was einige Zeitgenossen so verdrücken, wird das teuer. 60 Kapseln für 29,99 Euro und 1200mg sollen reichen? Leute, Leute, wer glaubt nur solchen Werbeversprechungen? Ich sag nur: Laborversuche mit Mäusen.

Nur wie wird man richtig schlank? Wie bekommt man eine schöne Muskulatur und wie ernährt man sich gesund? Die Antwort ist ganz einfach: Jedenfalls nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln, wenn der Rest nicht stimmt. Ich bin aber gern bereit, daß Geheimnis meines Waschbrettbauchs zu verraten. Wie, sie glauben mir nicht? :-)

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Schuld an dem ganzen überflüssigen Hüftspeck sind nicht die Fette, sondern die ganzen Kohlenhydrate. Mir ist es egal, ob Mediziner, Ernährungsexperten, Politik und Wirtschaft eine kohlenhydratreiche Ernährung nahelegen. Kohlenhydrate werden im Magen nämlich auch nur zu Zucker zerlegt und Zucker macht dick und reizt. Außerdem machen Kohlenhydrate nicht satt und deshalb stopfen sich viele Leute mit Nudeln und Pizza voll, bis nichts mehr reingeht. Satt sein ist anders. Kohlenhydrate machen voll.

Was tun? Ganz einfach. Verzichten sie auf Brot, Nudeln, Kartoffeln, Müsli, Reis … einfach auf alles (oder so weit es geht), was aus Mehl, Stärke und Zucker besteht (oder diese Dinge zum Inhalt hat). Steigen sie um auf Fisch, Fleisch, Gemüse, Eier und Beerenfrüchte, schauen sie nicht auf die dummen kcal sondern auf die Angaben zu den Kohlenhydraten und lassen sie Fruchtsäfte, Limonaden und viele der ach so gesunden Milchprodukte einfach mal weg. Wenn schon Milchprodukte dann Ziegenkäse, Hüttenkäse (mit Heidelbeeren), Schlagsahne ohne Zucker ist perfekt, Parmesan so viel sie wollen, Tomate und Mozarella und reichlich Öl, alles kein Problem. Nehmen sie Fett und Öl, nur lassen sie das Brot und die Nudeln weg. Fett macht nicht dick. Achten sie auf lange Abstände zwischen den Mahlzeiten (5 Stunden und mehr), naschen sie nicht zwischendurch und essen sie langsam. Wege zu einer gesunden Ernährung sind für mich LowCarb und Paleoernährung und wem das zu streng ist, der kann es ja mit Trennkost versuchen. Das alleine macht zwar keinen Waschbrettbauch (dafür braucht es viel Sport), es macht aber auf keinen Fall dick.

In Kürze geht es hier auch wieder etwas weiter. Nur im Sommer bin ich lieber an der frischen Luft und sitze nicht so gern vor dem Computer.

Parfum und Politik – Die Nase voll

Die Nase voll – eine Petition für Duft
Eine deutsche Internetseite mobilisiert europaweiten Widerspruch zur EU-Gesetzesänderung zu Parfum

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HIER GEHTS ZUR PETITION!

Engagierte Verbraucher melden sich zur geplanten Änderung der Kosmetikverordnung zu Wort: in Brüssel ist am 11.04.2014 ein Dokument eingegangen, das einige EU-Kommissionsmitglieder überraschen dürfte. „Ärzte, Gutachter, die großen Parfumhäuser und Parfumeure – alle sind schon gehört worden. Jetzt bekommen endlich die Verbraucher eine Stimme“, sagt Christoph Polatzky, Betreiber von Parfumo, Deutschlands größter Parfum-Community und Onlineplattform, auf der sich täglich Tausende zu ihren Lieblingsdüften austauschen. Zeitgleich mit der Einreichung an die Kommission in Brüssel hat die Community eine Unterschriftenaktion gestartet, die in den nächsten Monaten offen steht. Bereits im Vorfeld hatte die Petition viel Unterstützung von internationalen Web-Communities, Bloggern und Facebook-Usern: Alle machen mit.

Verbote und Grenzwerte für Parfumkomposition sollen per EU-Dekret verschärft werden, um der Möglichkeit von Allergien zu begegnen. Bei einigen Stoffen ist ein geringes Risiko leichter Irritation im Test nachgewiesen. 1 bis 3 % der Bürger könnten betroffen sein. In den Augen der informierten Verbraucher schießt diese Form des Verbraucherschutzes weit über das Ziel hinaus. Angelika Förster, eine Mitverfasserin der Petition und des Textes für Brüssel, erklärt warum: Wenn diese Stoffe auf der Verpackung deklariert werden, reicht das. Wir sagen ja zu Information und Transparenz – nein zu Bevormundung. Eine Überreaktion würde ein altes und wunderbares europäisches Kunsthandwerk so sehr beschränken, dass es daran kaputt gehen könnte.“

Die Sorge um das Kulturgut Parfum ist berechtigt: Viele, seit Jahrhunderten erprobte Duftstoffe wären nach der Gesetzesänderung nur noch beschränkt oder gar nicht mehr einsetzbar. Klassiker und von vielen Menschen geliebte Düfte wie Chanel No 5, Cool Water oder CK One gälten dann als gesundheitsschädlich. „Viele bekannte Parfums müssten umformuliert werden, so dass man sie kaum wiedererkennen könnte oder sie würden ganz vom Markt genommen werden. Und neue Parfumkompositionen würden behindert. Man muss sich die Parfumkunst ohne den Duft der Rose vorstellen, ohne Moos, ohne Zitrone oder Pfeffer. Wie ein Gemälde ohne Farbe!“ sagt Polatzky. Förster ergänzt: „Wir setzen darauf, dass die EU einen Weg findet, der das Kulturgut Parfum erhält und freuen uns über weitere Unterstützung, die dazu beiträgt.“

Tatsächlich scheint sich Angelika Försters Wunsch nach breiter öffentlicher Unterstützung zu erfüllen: Während das Konsultationspapier an die in Brüssel Verantwortlichen geleitet wird, sammeln sich die Unterschriften. Bereits wenige Minuten nach Beginn der Aktion auf Parfumo hatten hunderte die Petition unterschrieben.

UND HIER GEHT ES NOCH EINMAL ZUR PETITION!

Parfum und Politik – SOS für Parfum

SOS

Die EU-Kommission ist in den letzten Schritten einer Gesetzesänderung, die Parfum essentiell betrifft: Noch bis Mitte Mai findet die öffentliche Konsultation dazu statt, die letzte Vorinstanz, bevor die Änderungsbeschlussvorlage an EU-Parlament und EU-Rat geht, wo sie nicht mehr inhaltlich diskutiert wird (denn das Gesetz existiert bereits, für eine Änderung der Anhänge, die dem Sinn der grundsätzlichen Regelung entspricht, ist nur eine formelle Befassung nötig). Es ist die Änderung der Anhänge II und III der bestehenden EU-Kosmetikverordnung, in denen aufgezählt wird, welche Kosmetikinhaltsstoffe in Europa verboten sind oder einer Deklarationspflicht unterliegen. Es sollen drei Stoffe (Lyral® und [Chlor-]Atranol, damit de facto Eichen- und Baummoos) in die Verbotsliste und viele weitere in die Restriktionsliste aufgenommen werden.
Diese Inhaltsstoffe sind wichtige Komponenten der Parfumkomposition.
Die Auswirkungen auf die europäische Parfumerie wären enorm.

Dass Parfuminhaltsstoffe ein Thema der gesetzlichen Regelung sind, ist begründet durch ihre teils allergene Wirkung: 1-3% der Menschen können auf bestimmte Parfuminhaltsstoffe allergisch reagieren, was sich in einer Hautirritation zeigt, die wieder aufhört, sobald der direkte Kontakt mit dem auslösenden Stoff unterbrochen wird. Welche Stoffe als Allergen gelten, geht zurück auf Forschung mit dem sogenannten Patchtest, wo die Substanzen in hoher Konzentration mit Vaseline als Trägersubstanz für 48 Stunden mit einem Pflaster, ohne Luftkontakt, aufgebracht werden. Dieser Test ist logischerweise ungeeignet für Riechstoffe in Parfum, denn bei Parfumbenutzung geht es um deren Verhalten in sehr viel geringerer Konzentration im ständigen Luftaustausch, denn Sinn ist ja gerade, dass die flüchtigen Stoffe auf der Haut verdampfen und sich in nur wenigen Stunden wortwörtlich in Luft auflösen. Die Patchtest-Ergebnisse sind jedoch die Grundlage gesetzlicher Regelung, unabhängig davon, ob es sich um Hautcreme, Duschgel oder Eau de Toilette handelt. Erfahrungsgemäß gibt es allergische Reaktion auf Parfuminhaltsstoffe – aber auf welche Substanzen in welcher Konzentration wie genau reagiert wird, ist tatsächlich nur anhand der bislang auf Parfum unzutreffenden Daten zu schätzen. Trotzdem soll basierend darauf das Gesetz geändert werden.
Dagegen wendet sich die Petition, die derzeit auf Parfumo.de veröffentlicht ist. Sie ist gekoppelt mit einem Beitrag zur öffentlichen Konsultation. Die Argumentation dieses Beitrags und der Petition verweist nachdrücklich auf den Stellenwert der Parfumerie als Kulturgut. Wenn etwas ein so klares Beispiel für immaterielles Weltkulturerbe ist, so die Verfasser/innen, dann darf man auf keinen Fall Gesetze erlassen, die nicht fundiert sind und so dem kulturellen Wert schaden, ihn vielleicht sogar zunichte machen – denn die Restriktionen, die mit dieser Gesetzesänderung gelten würden, wären scharfe Einschnitte, die das europäische Parfum grundlegend behindern würden. Olfaktorische Kunst ist ebenso ernst zu nehmen wie Malerei, Musik oder andere Kunstformen und ebenso vor Einschränkung zu schützen, die eingreift in die Ausdrucksfreiheit und die Potenz der Komposition. Wenn man die Klaviatur eines Klaviers links und rechts um 60 cm kürzen würde oder eine Ölfarbenpalette um ein Dutzen Farben berauben würde, wäre es absurd zu sagen: Mit den restlichen Tasten kann ein talentierter Komponist doch immer noch schöne Musik machen oder eine gute Malerin kann sehenswerte Gemälde malen, in denen nun mal einige Farben nicht vorkommen. Aber genau diese Argumentation wird gerade bemüht für die Beschneidung der Parfumpalette: Wenn einige Stoffe gebannt sind, können die Parfumeur/innen doch den Rest benutzen.

Eine solche achselzuckende Verkennung der Materie ist einem falschen Betrachtungswinkel geschuldet: Parfumerie ist hier ein bloßes Konsumprodukt, das Regeln des Marktes und des Verbraucherschutzes unterworfen ist, genau wie Antischuppenshampoo. Ein zweiter, genauerer Blick, der der Stellung eines Kulturgutes oder gar einer erhaltenswerten Kunstform entspricht, wird nicht investiert. Genau das fordert aber der Parfumo-Beitrag zur öffentlichen Konsultation mit der gekoppelten Petition: dass hingeschaut wird, mit was man es da eigentlich zu tun hat.

Ein ähnliches Beispiel gibt es bereits in der EU: Rohmilchkäse. Während traditionelle Käserei ganz sicher keine Kunstform ist, ist der Stellenwert als Kulturgut aber unumstritten. Artisanal und regional gefertigten Käse den gleichen gesetzlichen Bedingungen zu unterwerfen wie industriell hergestellten Käse, würde bedeuten, ihn unmöglich zu machen. Und der Gesundheitsschutz wäre hier noch viel mehr ein Argument, es zu tun, würde man pauschal und für den kulturellen Wert blind an die Sache gehen, denn Rohmilchkäse schadet z.B. ungeborenem menschlichen Leben – und das enorm. Aber für den Rohmilchkäse Europas wurde eine gesetzliche Sonderregelung gefunden. Mit Deklarierung darf er weiterhin hergestellt und gehandelt werden. Es gibt nach wie vor Roquefort, Manchego und Appenzeller. Ein Glück!
Warum gibt es keine vergleichbare Regelung für Parfum?

Warum müssen Verbraucher/innen auf die Barrikaden gehen und das vom Gesetzgeber einfordern? Könnte es sein, dass die Lobby der Milchbauern und Molkereien besser organisiert und vernetzt ist als die der Parfumindustrie? Oder dass die letztere eine eigene Agenda vertritt, die vereinbar ist mit einer Politik, die den kleinen und mittleren Wettbewerbern das Wasser abgräbt? Was fehlt der EU-Kommission an Argumenten? Eine gute, schlüssige und bei aller wissenschaftlichen Sorgfalt leicht zu verstehende Argumentation findet sie in dem Konsultationsbeitrag und der Petition auf Parfumo.de. Wie viele Unterschriften von mündigen, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sind nötig, damit das wahrgenommnen wird? Viele offenbar. Jede Unterschrift leistet einen Beitrag, zu unterstreichen, wie wichtig es ist
- Gesetze nicht aus der hohlen Hand aufgrund unfundierter, ungefährer Forschung zu machen,
- Kunst und Kultur in Europa blühen zu lassen und nicht zu behindern oder gar zu vernichten,
- Und Verbrauchende zu informieren und ihnen die Wahl zu lassen, statt sie zu bevormunden.
Jede Unterschrift bedeutet, den Verantwortlichen ihre Verantwortung deutlich zu machen. Für Duft und Duftkunst wird hier ein SOS formuliert, das die Chance auf Rettung erhöht, besser als Gebet, Hoffnung und Vertrauen in die Politik das tun können.