Abrakabarber die Duftpyramide

Was riecht nach Gin und was nach Leder, was ist süß und was wohl blumig, wonach riechen Hedione und Iso e Super, wie kommt der Weihrauch in die Kopfnote und wie in die Basis, was wohl ist ein CO2-Extrakt und und und Rosa Pfeffer?

MÜHLE RASURKULTUR und Abrakabarber. Foto: Jo Zarth.

MÜHLE RASURKULTUR und Abrakabarber. Foto: Jo Zarth.

Hier ist die offizielle Duftpyramide. Viel Freude damit – um nichts anderes geht es doch …
Und weil ich ein großer Freund der Nassrasur bin und Barbershops rund um den Globus kenne, habe ich einen Duft gemischt, der meinen Vorstellungen des Themas entspricht.

Kopfnote:
Limette, Wacholder, Rosa Pfeffer, Olibanum CO2, Galbanum

Mittelnote:
Osmanthus, Hedione, Atlas Zeder, Iso e Super, Rauch,

Basis:
Olibanum, Vetiver, Patchouli, Ambranoten und Leder, Tonka, Vanille.

Abrakabarber

Abrakabarber, simsalabim, hokus pokus, dreimal schwarzer Kater und hex hex, hervorgezaubert nach vielen Monaten – herumprobiert und immer wieder neu überlegt, dieses rein und ene mene muh und … jenes raus. Das Thema Barbershop dabei immer im Kopf behalten. Jednfalls so, wie ich persönlich einen Barnershop empfinde/ kenne.

Abrakabarber

Und heute werden die ersten Flaschen abgefüllt, dazu einige Proben und ab der kommenden awoche geht es so ganz langsam los.

Aus Liebe zum Duft, Mühle Rasurkultur und die Heldenlounge bekommen die ersten Flaschen. In Serie geht der Duft dann im Januar. Im Moment, also für den Start, werden noch die bei mir üblichen 50ml Flaschen mit Vapo (silber) angeboten. Später erfolgt der Umstieg auf 30ml, was auch mit allen anderen Düften passieren wird, weil ich den bürokratischen Aufwand für die Gefahrguttransporte zu anstrengend finde. Will man auch nur 5 Flaschen zu 50 ml verschicken, braucht man einen Gefahrgutexperten der ein Gefahrgutgutachten erstellt (ca. 80 Euro), dazu spezielle Kartons und Aufkleber und dann kommt FedEx ins Spiel, weil kein anderes Transportunternehmen solche Gefahrgutpakete transportiert und vom Gewinn bleibt nichts mehr übrig. Aber 20 Flaschen mit 30ml zu verschicken … kein Problem. Noch Fragen? Deshalb in Zukunft nur noch 30ml.

Aber wie riecht es denn nun?

Zur Begrüßung gibt es Wacholder und Rosa Pfeffer. Eine Kopfnote, die mich an Gin erinnert, an die kleine Bar, die ich aus so vielen Barbershops kenne und an den Geruch der vielen Duftwässerchen und Rasierseifen, die oft einfach nur etwas grün-holzig duften. Sauberkeit. Eine Mischung der verschiedensten Haarwaschmittel und Pomaden liegt in der Luft. Mal fruchtig, mal blumig, irgendwie hat wohl doch einer geraucht und die schweren Ledersessel vermitteln eine Atmosphäre, die man wohl eher aus amerikanischen Filmen kennt. Osmanthus ist hierfür besonders wichtig. Eine Mittelnote, die sehr reich und vielfältig wirkt, die edel und etwas sophisticated wirkt. Holznoten (leicht grün) und Tonka zu Ausklang. Frisch rasiert oder mit gestutztem Bart geht es auf, wohin auch immer.

Abrakabarber (Parfum Erik Kormann/ Design Jo Zarth).

Weniger ist manchmal …

„Weniger ist mehr“, mag nicht immer richtig sein. Aber manchmal stimmt es schon.

Eine Lebensweisheit, die meiner Meinung nach nur bedingt tauglich ist. Jedenfalls trifft sie im Falle von Vanilleeis mit Schokoladensoße überhaupt nicht zu: mehr Eis ist einfach mehr Eis. Basta.

Doch es gibt Fälle wo es sich lohnt, die eingesetzten Mengen auf ihre Wirkung hin zu überprüfen und deshalb möchte ich hier kurz beschreiben, was ich bei der Entwicklung des Rezepts für den in Kürze erscheinenden Duft ABRAKABARBER mit dem Rohstoff Wacholderbeeröl für eine Erfahrung machen durfte.

Die Idee zu dem Duft war der Begriff Barbershop und ich verbinde damit durchaus auch einen guten Schnaps. Das mag bei dem einen Rum, bei einem anderen Whisky und sicher auch mal ein Kräuter sein; für mich auf jeden Fall Gin und deshalb sollte der Duft eine kräftige Gin-Note erhalten (es wäre automatisch die Kopfnote, weil Wacholderbeeröl keine gute Haftung hat). 10% Wacholderbeeröl ins Rezept, Augen zu und durch. Ich mische in Handarbeit Parfums, um genau solche Dinge machen zu können. Wer glatte und geleckte Düfte will (ohne jede Wertung), wer keine Überraschungen liebt und wer nicht neugierig auf Unbekanntes ist, der wird sicher nicht begeistert sein. Egal! Monate später Parfumöl fertig, rein in den Alkohol und ? alles wurde trüb. Mist. Gaaanz großer Mist. Ok, 10% Wacholderbeeröl war eine sportliche Idee, doch ein Parfum muß klar sein. Vielleicht nicht wie Wasser, aber trüb wie Müggelsee im Sommer geht nicht. Was tun? Rezept analysiert, die Profifreunde gefragt und schnell war klar, daß es nur eine Möglichkeit geben wird. Wacholderbeeröl raus oder wenigstens deutlich reduzieren. Ich entschied mich für Letzteres und machte einige Test mit 3-6% und siehe da, bei dieser Einsatzmänge (für Feinparfumerie immer nich sehr, sehr viel) hat es hin. Nur womit die fehlende Menge ersetzen? 6%weniger Wacholderbeeröl sind ein gewaltiger Unterschied und plötzlich bekam der Duft in der Kopfnote einen ganz anderen Charakter.

Schaut man sich jetzt an, welche Bestandteile für den Charakter des Wacholderbeeröls verantwortlich sind, gibt es eine ganze Feihe an Möglichkeiten, diesen Eindruck trotzdem zu verstärken. Ein Weihrauch CO2-Extrakt z.B. gehört auch in die Kopfnote und paßt perfekt, Myrtenöl würde passen und es enhält zudeme viel Limonen und Linalool, die ebenfalls zur Kopfnote gehören. Logisch wären, wenn man es nur so betrachtet, natürlich auch Koniferenöle. Doch diese Mischungen rochen mir immer zu sehr nach Badezusatz und Erkältungsmittel. Ich wollte den Gin verstärken – den ich ja wegen der Eintrübung reduzieren mußte – und dies ist mit Rosa Pfeffer gelungen.

Witzig dabei! Die Kopfnote riecht jetzt viel stärker nach Wacholderbeeröl/ Gin als vorher.

Neue Flaschen, neuer Duft

30ml

Wer immer mal wieder hier ins Blog schaute, für den ist es kein Geheimnis und heute ist ein guter Tag, um den nächsten Duft anzukündigen. ABRAKABARBER – Gin, fruchtige Noten und Leder, Rauchiges und reichlich Holz, Erfrischendes und Beschwingendes … Barbershop.

Ab jetzt wird es auch neue Flaschen in 30ml geben. Ich hab den bürokratischen- und finanziellen Aufwand mit den 50ml einfach satt. So nach und nach wird umgestellt und der neue Duft wird gleich im neuen Format starten. Die älteren Düfte werden sukzessive umgestellt. Jo Zarth als Designer soll und wird entscheiden, welche der beiden Flaschen zum Einsatz kommt und wenn jetzt alles nach Plan läuft, werden die ersten Flaschn pünktlich zu Weihnachten über AUS LIEBE ZUM DUFT, die HELDENLOUNGE und 1000&1 Seife erhältlich sein.

ABRAKABARBER.

Wann und wie es weitergeht

Oft wurde ich in den letzten Monaten gefragt, wann ein neues Parfum erscheinen wird, ob überhaupt, wann und wie es weitergeht und warum ich so wenig hier im Blog schreibe. Fragen, die ich mir natürlich auch selber mehrfach stellte und es gibt nicht nur eine Antwort. Zum einen sind es die bürokratischen Hürden, die Schwierigkeiten im Umgang mit den Kleinstmengen, der hohe finanzielle Aufwand und manchmal auch die Häme (von Menschen, die zumeist nicht wissen, wie z.B. Javanol riecht, mir aber gönnerhaft zu echtem Sandelholz raten – so als „kleiner Tip für die Zukunft“ – und mir damit ohne jede Hemmung ein eigenes Urteil und die Entscheidung, etwas so oder so zu mischen, absprechen), die mich verzweifeln lassen. Aber der Hauptgrund für die seltener werdenden Einträge ist die neue Arbeit, die mir natürlich ein regelmäßiges Einkommen, eine Krankenversicherung und in einer fernen Zukunft etwas Rente garantiert. Sicherheiten, die ich bisher überhaupt nicht kannte. Dazu kommen noch andere Dinge die mir wichtig sind und die mir viel Freude machen. Unternehmungen und Hobbys, die unbedingt mit dazugehören. Im Sommer erfüllte ich mir einen Lebenstraum und ich wanderte ganz alleine, nur in Begleitung eines Esels, ca. 230 km, auf den Spuren von Robert Louis Stephenson (1850-1894) durch Südfrankreich. Von Le Monastier-sur-Gazeille nach Saint-Jean-du-Gar, durch wunderbare Wälder, über Wiesen und Felder, durch Täler und über hohe Berge, still und schweigend, den braven Narcisse immer an meiner Seite.

Narcisse and me

Meine Swing- u. Charleston-Tanzpartnerin und ihr Freund richteten mir ein Blog dazu ein (wo sich auch der ganze Reisebericht findet) und wer sich für Esel interessiert – Tiere, die übrigens sehr gut riechen – der wird hier fündig: Eselbook

Und dann fand ich vor einiger Zeit mein wundervolles Saxophon im Keller wieder, wo es seit 20 Jahren unbenutzt im Koffer lag, und weil ich es mir jetzt leisten konnte, kam das Instrument in eine gute Werkstatt und wird jetzt viel gespielt – auch in einer Bigband der Musikschule. Musik hat mir immer viel Freude gemacht (16 Jahre Klavierunterricht und bis zum Grundstudium war ein Hauptfach die Musikwissenschaft) und inzwischen habe ich sogar wieder ein Klavier. Musizieren gehört einfach mit dazu. Genau wie der Wind im Segel des Surfboards oder die Ruhe auf der Spree, wenn ich ganz früh am Morgen hoch zum Müggelsee paddle (SUP/Stand up Paddling). Das alles muß einfach sein und ohne Bücher, Katzen und die Finger im Garten würde ich gar keine Parfums mischen können.

Doch auch hier wird es weitergehen und ein neuer Duft steht in den Startlöchern. Mehr dazu wird aber noch nicht verraten. Diesmal bleibt es eine Überraschung. Nur die Idee zum neuen Steampunk Aero reift so langsam heran und damit interessierte Leute auf ihre Kosten kommen, habe ich die erste Rezeptidee einmal so aufgeschrieben, daß man etwas Ähnliches vielleicht nachmischen kann. Klar will ich nicht das ganze Rezept verraten und ich weiß, daß es schwierig ist, sich jeden der Rohstoffe zu besorgen. Doch damit die Hauptrichtung stimmt, schreibe ich an wichtige Dinge mal die Mengen dran. Aber nicht an alle!

Labienoxim 10%
Koriander 3
Ethyllinalool
Cis-3-Hexenol
Bergamotteöl 10
Mandarinenöl 10

Verbenone
Triplal
Floral 5
Macisöl
Magnolan 60
Paradisamide 2
Hedione 300

Ethylenbrassilat 80
Dimethylbrassilat
Habanolid
Globanon
Muscenone 9

Vetiverylacetat 30
Javanol 10% 5
Iso e Super 180
Bacdanol 30
Ambermax 1% 8

Magnolan mit Lychees garniert

Schreiben ist möglich. Schreiben kann ich auch ohne meinen Riechsinn, schreiben bis zum nächsten Hustenanfall ist drin und wenn ich nicht wieder fiebrig werde, kann ich mich sogar für gut eine Stunde oder mehr konzentrieren. Was will man mehr?Grippe ist einfach Mist und sie hält mich von den wichtigen Dingen ab. Ich sollte Saxophon üben und es wartet sehr viel Arbeit. Doch ich bin völlig außer Puste und da ich krankgeschrieben bin, bleibt die Arbeit liegen bis es mir wieder besser geht. Also Sofa oder Bett, dazu ein oder zwei Katzen, Tee, ein gutes Buch und Kopfschmerztabletten. Am Klavier habe ich vorhin kurz gesessen und in Erinnerung an Leonhard Cohen einige Harmonien gedrückt:

… the fourth, the fifth, the minor fall, the major lift, the baffled King composed Hallelujah.

Blind legen sich die Finger auf die Tasten, macht mein Kopf die passenden Farben dazu, folgt auf die Tonika die Subdominante, dann kommt die Dominante, stürzt alles ins Moll und schwingt sich jubelnd wieder auf ins Dur: Hallelujah. Ein Liedtext, der in dieser Zeile seine musikalische Struktur beschreibt. Ich schaue ins Bücherregal, suche ein ganz bestimmtes Buch – irgendwo hab ich den Songtext -, bis mein Blick an einem kleinen Fläschchen hängen bleibt und mir plötzlich wieder einfällt, was ich neulich schon tun wollte. Klick macht es in meinem Kopf und obwohl ich derzeit nichts riechen kann, ist die Geruchserinnerung in meinem Kopf so präsent wie der Kammerton.

MAGNOLAN

Magnolan Illustration

Wenn sich die Idee zu einem Text in meinem Kopf festsetz, dann überlege ich zuerst fast immer, ob und wie ich einen neuen Artikel wenigstens einigermaßen hübsch bebildern könnte, und da ich mich sogar Fotograf nennen dürfte (der reine Hohn,wenn ich bedenke, daß ich seit Jahren schon nur noch mit dem iPad fotografiere), jahrelang für die Berliner Zeitung unterwegs war und ein ganz ordentliches Fotoatchiv besitze, sollte es ein Leichtes sein, einen Riechstoff, der MAGNOLAN genannt wird, mit einem hübschen Bild zu garnieren. Also Computer angeschaltet, die externe Festplatte aufgerufen, Lychee als Suchbegriff eingegeben und „es wurden keine Ergebnisse gefunden“. Nein, ich habe keine erhöhte Temperatur. Wenn ich an Magnolan denke, dann sehe ich Lychees vor mir. Lychees, Grapefruit und vielleicht auch Rose. Warum der Riechstoff Magnolan heißt ist mir persönlich ein Rätsel. Das wäre Bildtechnisch zwar leichter umzusetzen gewesen, weil ich Fotos von Magnolienblüten in Hülle&Fülle besitze. Doch gerade in diesem Punkt liegt für mich ein großer Reiz der Riechstoffe/der Riechstoffwahrnehmung. Und wer sich mit Parfum und Perfumherstellung, mit Riechstoffen und Komposition beschäftigt, der sollte um diese persönlichen Geruchseindrücke (die von Mensch zu Mensch ganz verschieden sein können) wissen und wenn es schon notwendig ist, eine solche Arbeit zu kritisieren, dann halte ich es für unerläßlich, hier nicht die eigene Nase, die eigene Wahrnehmung in ihrer Gewichtung über eine andere Sichtweise zu stellen.

Weiter! Lychees. Lychees waren ein Problem. Kein Supermarkt in der Umgebung hatte frische Lychees, keine Dosen, einfach nichts. In der Metro gab es ein recht teures Lychee-Puree und meine letzte Hoffnung auf frische Früchte zerschlug sich wenig später in einem Asia-Einkaufscenter, wo mir ein netter Verkäufer lachend erklärte, daß frische Lychees erst wieder im Juli zu haben sein werden. Also Büchse … siehe Bild.

Magnolan erinnert mich zuallererst an Lychees, dann Grapefruit (wobei ich die Grapefruit hier immer auch farblich beschreiben möchte: pink) und dann kommt Rose. Von Magnolie, Maiglöckchen oder Pfingstrose, wie es die firmeneigene Lit. tut, bei mir keine Spur. Ich kann mir das vorstellen, kein Problem, doch ich empfinde es anders.

Doch nun erstmal hübsch der Reihe nach.

MAGNOLAN
CAS-No. 27606-09-3
C13H16O2
2,4-Dimethyl-4,4a,5,9b-tetrahydroindeno[1
Farbe:
farblose Flüssigkeit/ manchmal mit Gelbschleier.
Duftbeschreibung der Firma:
Floral, Magnolia, Peony, Lily of the Valley, Grapefruit
Duftbeschreibung aromatisches Blog:
Fruchtig, floral, Lychees, Grapefruit (pink), Rose, wässrig
pH Einsatzbereich bei Kosmetik:
6.5 bis 12.8

Wenn ich es richtig weiß (bitte die Einschränkung beachten), dann wurde der Stoff in den 70er Jahren bei H&R (Haarmann&Reimer)/ heute Symreise, entwickelt.

Enthalten ist Magnolan z.B. im Lengling No. 1 El Pasajero (Parfumeur Marc vom Ende) und Jean-Claude Ellena scheint Magnolan sehr zu mögen. In vielen seiner Parfums ist es reichlich enthalten.

Was kann man mit Magnolan anstellen?
Im ersten Angeruch erscheint der Riechstoff als recht dezent. Stecken Sie ihre Nase mal in eine Flasche mit Thymianöl, dann werden Sie wissen was ich meine. Magnolan erscheint dagegen zurückhaltend und groß ist die Versuchung, Magnolan mit Ethanol zu verdünnen und fertig zu rufen. Der Stoff riecht wirklich gut und fünf oder sechs Gramm mehr davon werden einen Duft nicht so sehr verändern, wie z.B. fünf Gramm Thymianöl. Vorsichtig wäre ich trotzdem damit. Was unscheinbar wirkt entfaltet sich doch ganz prächtig und wenn ich beim Hedione vor langer Zeit schrieb, man könne fast unbegrenzt davon in eine Mischung reinschütten, so rate ich im Falle von Magnolan dringend von dieser Vorgehensweise ab.

Aber zusammen mit Hedione, Pardisamide, Iso e Super, Vetiverylacetet, Javanol, Mandarinenöl, Rosa Pfeffer, um nur einige zu nennen, wird man auf jeden Fall ein hübsches Ergebnis erzielen. Magnolan wird sich fast immer in eine blumige- oder fruchtige Parfumkombination einfügen lassen, es paßt wirklich ganz ausgezeichnet zu allen Moschusriechstoffen die ich kenne, geht prima mit Vetyver und Sandelholz. Nur nehmen Sie es nicht zum auffüllen, wenn in einem Rezept plötzlich 12% fehlen. Damit wäre ich vorsichtig.

Immer der Nase nach.

Probleme und Pannen

10% Wacholderbeerenöl sind einfach zu viel … viel zu viel. Ich gebe zu, die Idee war etwas waghalsig, doch wenn man Parfums schon selber mischt, darf (und sollte) man Dinge versuchen, die mit Sicherheit nicht dem Massengeschmack entsprechen und die zudem mit überholten Riechgewohnheiten brechen. Dumm nur, daß derlei Ideen nicht unbedingt funktionieren müssen. Es riecht zwar ganz toll, nur leider wird der Ansatz auch nach zwei Monaten im Eiskasten nicht klar, Filtern funktionierte auch nicht und damit kann ich die Gin-Kopfnote für den geplanten Duft, der das Thema Barber Shop aufgreifen soll, leider vergessen. Mist.

Wacholderbeeröl, was aus den getrockneten Beeren von Juniperus communis L. gewonnen wird, durch Wasserdampfdest./ das äther. Öl hat die CAS-Nr. 8012-91-7, gibt dem Gin den typisch terpenartigen Geruch und in der Dosierung leider eine für Handarbeit kaum beherrschbare Eintrübung. Was tun? Schwierigkeiten macht der hohe Anteil an Teroenkohlenwasserstoffen – alpha-Pinen ist zu über 40% enthalten – richtig tolle Öle haben sicher mehr – dazu kommt noch jede Menge beta-Pinen, Limonen, Geraniol, Borneol uvm. Hauptverantwortlich für den Geruch sind aber die Pinene, die z.B. auch im Rosmarin, dem Kümmel, im Koriander und im Fichtennadelöl enthalten sind.

Und was tut man, wenn eine Idee nicht funktioniert, wenn man einen grünen Duft reduzieren muß und den Eindruck trotzdem erhalten will? Es wird nichts weiter übrig bleiben, als das Wacholderbeeröl auf ca. 2% zu reduzieren und dann z.B. mit etwas Zypresse und Koriander, so der Plan, nachzuhelfen.

An dieser Stelle auch ein kleiner Tip für alle, die in kleinen Mengen schöne Rohstoffe kaufen möchten. Probieren Sie es unbedingt bei Lothar Streeck in Hamburg!

Mailadresse

Liebe Leserinnen und Leser,

ich mußte die Mailadresse des Blogs abschalten, da eine schreckliche Spam-Flut üner mich hereinbrach. Bei Gelegenheit werde ich eine neue Adresse für das Blog einrichten. Alle die mir schrieben bitte ich um etwas Geduld. Versucht es in zwei bis drei Wochen noch einmal. Aber ich habe vor lauter Verzweiflung einfach alles gelöscht. Trotzdem ein schönes Wochenende. Erik