Soapys - schlechte Nachrichten
Schlechte Nachrichten für alle Freunde der Soapys. Weiterlesen im Bereich Blog im Blog - Schöne Seifen. Click and scroll down.
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Heute ist der 3. Geburtstag des aromatischen Blogs und deshalb möchte ich mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die mir und meinem Geschreibsel die Treue halten. Drei Jahre Rohstoffkunde, Literaturempfehlungen, Geschichte und Geschichten, Duftpflanzen, Riechstoffe, Komplextabellen, Praxistipps und Rezeptvorschläge, Nassrasur und schöne Seifen - die duftende Welt scheint unerschöpflich zu sein. Doch allein meine Zeit wird irgendwie geringer … ich weiß nicht warum. Aber natürlich wird es hier weitergehen und ganz bestimmt habe ich nach dem nächsten Urlaub wieder etwas mehr Kraft und Elan. Im Moment zieht es mich einfach in der Freizeit doch etwas mehr aufs Surfbrett und in den Wind. Für uneigennützige Unterstützung bedanke ich mich ganz besonders bei Stephan, Edith, dem Herrn G. und Herrn Bernhardt, die mir mit viel Rat und Tat immer wieder dort helfen, wo ich einfach nicht weiterkomme und manchmal mutlos den Kopf hängen lasse. Danke Euch! Doch was wäre ein Geburtstag ohne eine kleine Überraschung und zu der kommen wir jetzt.
Ein Gewinnspiel zum 3. Geburtstag
Mein kleines Blog ist natürlich auch für die eine oder andere Werbung interessant und so kam es, daß ich vor einiger Zeit ein E-Mail aus Bruchsal bekam. Die bekannte Parfumerie Aus Liebe zum Duft fragte an, ob man nicht einmal zusammen etwas machen könnte. Mein Vorschlag war, daß ich mir 5 Düfte aussuche, die in Form eines kleinen Probenpäckchens an die erste Leserin/ den ersten Leser verschickt werden, der sich via E-Mail bei Aus Liebe zum Duft meldet: info@ausliebezumduft.de
Folgende Düfte habe ich mir für Sie ausgesucht. Das Motto lautet Sommer, Sonne, Sonnenschein und Sonnencreme.
1. Comptoir Sud Pacifique - Aqua Motu - Eau de Parfum
2. Patricia de Nicolaï - Cococabana
3. Parfumerie Generale - Louanges Profanes No.19
4. Maître Parfumeur et Gantier - Fleur d´Iris
5. Montale – Intense Tiare
Das sind meine Vorschläge und Wünsche für Sie, die Ihnen - so ist es abgemacht - der Herr Georg R. Wuchsa und seine Parfumerie Aus Liebe zum Duft in Form kleiner Proben zusenden, wenn Sie sich ganz schnell dort melden. Viel Glück. Die erste oder der erste gewinnt.
Und lieber Herr Wuchsa, da dies ja irgendwie auch mein Geburtstag ist, möchte ich natürlich auch dieses Probenpäckchen bekommen!
Die Idee ist zwar nicht ganz neu, doch das macht ja nichts, zumal der duftende Brillentrend aus den 60er Jahren von DIOR längst vergessen sein dürfte. Endlich mal eine Brille, von der die Nase auch was hat. Brillen mit Parfum sind der neuste Schrei für selbstbewußte Menschen und weil sich die Mode alle paar Jahre neu erfindet (erfinden muß), kommt es zu einer Neuauflage der Parfumbrille. Bei Les Opticiens Atol geht es um die Wahlfreiheit bei der Gestaltung von Brillen und zu diesem Zweck gibt es neben den austauschbaren Bügeln und angepaßten Gläsern nun vier verschiedene Düfte, welche die Collection AK Senteurs zu einem ganz speziellen, individuellen Erlebnis machen sollen: Der kräftig rote Bügel duftet blumig, der gelbe Brillenbügel riecht nach Mango, für helles Rosa gibt es eine weitere fruchtige Note und der braune Bügel riecht nach Schokolade. Beworben wird das neue Duft- & Seherlebnis mit dem Model Adriana Karembeu.
Die Brillen sehen natürlich viel schicker, bunter und schöner aus, als meine Brillennase. Doch ich fand die Idee irgendwie recht witzig und solche Illustrationen sind dann in den anderen Blogs nicht zu sehen. So viel Abwechslung muß schon sein.
mit synthetischen Fasern.
Fotos: Jo Zarth
Für die traditionelle Nassrasur ist ein Rasierpinsel unerlässlich und natürlich weiß jeder gute Nassrasierer, daß die besten und schönsten Haare vom Dachs stammen. Silberspitzen nennt man die hellen, weiß auslaufenden Fahnen der Pinselhaare, die so weich dem Gesicht schmeicheln. Silberspitzen sind das Zauberwort für Männer, die Rasierpinsel sammeln, für die Nassrasur durchaus auch ein Hobby ist, die etwas auf sich halten und für die das tägliche Ritual im Bad mehr ist als nur eine lästige Pflicht. Nassrasur ohne Silberspitz ist fast nicht möglich meinen die einen und wer sich gar mit einer Sauborste einseift, der weiß ja nicht was ihm entgeht. Hier werden Glaubenskriege ausgetragen und manchmal wird selbst der einfache Graudachs - das sind die preiswerteren Dachshaare - leicht verächtlich angeschaut. Silberspitzen sind das Beste!
Mir ist schon klar, daß es mir nicht gelingen wird, die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen zu versöhnen. Wozu auch? Mir ist jeder Pinsel recht - nur Sauborsten sind nicht so mein Ding - und inzwischen besitze ich fünf Pinsel mit Silberspitzen und zwei mit einfachen grauen Dachshaaren (Dachszupf). Doch wenn ich ganz ehrlich bin, dann bevorzuge ich Rasierpinsel mit synthetischen Fasern. Irgendwie passen diese künstlichen/ synthetischen Fasern in unsere Zeit und wer nun wissen will, warum ich diese modernen Rasierpinsel derart schätze, der kann mir gerne in den Bereich Blog im Blog - Nassrasur folgen. Click and scroll down.
Also gut. Ich hatte zwar nicht vor, die ausverkauften Düfte noch einmal nachzuproduzieren. Doch da ich es schon mit dem letzten Duft, dem JUNI, gemacht habe, kann ich es auch mit dem AUGUST machen. Es wird noch einige Wochen dauern, aber ich mache noch einmal 64 Flaschen.
Schwierig war nur die Beschaffung eine Riechstoffes. Aber inzwischen ist auch dieses Problem vom Tisch. Bitte noch etwas Geduld.
Wir sind wieder da und eigentlich will ich gleich wieder weg. Ein komisches Gefühl, was ich nach den Urlaubsreisen durch Südfrankreich, Italien oder USA nur selten so verspürt habe. Vielleicht liegt es daran, daß in Bulgarien ein Teil der Familie lebt und die Tante so gut kocht. Ich weiß es nicht und zu meiner Schande muß ich ja gestehen, seit mehr als 25 Jahren nicht mehr da gewesen zu sein. Kann sein, daß es etwas nachzuholen gibt. Deshalb hier, heute und jetzt ein kleiner Reisebericht mit Reisetipps und Rezept. Mein Bulgarien.
Und da ich grad nicht so richtig weiß, wie und wo ich beginnen soll, fange ich mit dem Schopska-Salat an, der seinen Namen einer Volksgruppe verdankt (Schopen/ Schopi), die ihre Heimat in der Gegend um Sofia herum hat. Den Salat kennt eigentlich jeder und fast jede gute Hausfrei meint zu wissen, wie ein guter Schopska-Salat auszusehen und zu schmecken hat. Doch wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann sind mir hier in Deutschland unter dem Begriff Schopska-Salat nur mehr oder weniger schreckliche Variationen des Themas vorgesetzt worden. So muß es sein!
Oben weiß, darunter grün und rot - die Farben Bulgariens. Schafskäse, Gurken und Tomaten. Achten sie darauf, daß sie ihr Gemüse nicht zu klein schneiden. Üblich sind - wenn es richtig lecker sein soll - durchaus große Stücke/ Scheiben und der Salat darf niemals in seiner eigenen Brühe schwimmen. Öl und Essig werden dem Gast am Tisch extra serviert. Am schönsten ist es, wenn sich Gurken- und Tomatenscheiben abwechseln. Maximal eine Linie Öl und Essig, Salz und Pfeffer und darüber mit einer groben Reibe etwas Schafskäse (nicht zu fein reiben). An den Rand einige Oliven und fertig. Variieren kann man das Thema mit zarten Frühlingszwiebeln, Sonnenblumenkernen und Petersilie. Niemals Knoblauch. Und der Schafskäse? Denken sie mal nicht, daß es unbedingt Schafskäse sein muß. Schafskäse ist teuer und wenn sie in einem bulgarischen Restaurant einen Schopska-Salat bestellen, der umgerechnet nur 1.20 Euro kostet, dann kann das gar kein Schafskäse sein und ich sage auch gleich dazu, daß vermutlich auch die Tomaten und Gurken eher nicht aus Bulgarien kommen. Für bulgarische Produkte war einfach kein Platz in der EU und in den Köpfen europäischer Politiker. Man hat nach der politischen Wende in Bulgarien alles dafür getan, daß Tomaten, Pfirsiche, Äpfel, Aprikosen, Nektarinen, Wein und Melonen aus Bulgarien keine Abnehmer finden konnten. Schließlich gab es ja schon die guten Tomaten aus Holland und deshalb wurden riesige Felder/ ganze Landstriche nicht mehr genutzt. Als Ausgleich für die Stilllegung der Flächen bekam Bulgarien großzügige Kredite und von dem Geld können sich die Bulgaren nun endlich auch die leckeren Tomaten aus Holland und Äpfel aus Neuseeland kaufen. Die Leute, die sich das ausgedacht haben, erzählen mir heute, wie man die Weltwirtschaftskrise meistern kann und wenn sie sich nun fragen, was das mit Schafskäse zu tun hat, dann gehen sie mal in einen bulgarischen Supermarkt und schauen sie auf die Preise von Schafskäse. Das weiße, was da auf ihren großen Teller Schopska-Salat ist (wenn sie in einem bulgarischen Restaurant sitzen und sich über die günstigen Preise freuen), ist maximal ein Salzlakenkäse aus Kuhmilch und viel häufiger vermutlich nur ein Milchprodukt (Analogkäse). Das stört in Bulgarien niemanden, weil man sich derartige Wohlstandsdebatten überhaupt nicht leisten kann. Jedenfalls nicht, wenn man als Akademiker mit zwanzig Jahren Berufserfahrung umgerechnet 400 Euro verdient. Daran stören sich nur die Touristen, die selbst im Urlaub großen Wert auf Schnäppchen legen und dabei peinlich genau darauf achten, daß die Qualität nur vom Feinsten ist. Wenn sie so denken, dann lesen sie mal gar nicht weiter. Meine Reisetipps sind für Menschen, die sich über das freuen können, was mit viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit möglich ist. Auf gehts.
Das Rosental

Wer als Tourist durch das Tal der Rosen fährt und dabei hofft, er würde Rosenfeldern sehen so weit das Auge reicht und das ganze Tal würde nach Rosen duften, der wird vermutlich schwer entäuscht sein. Das Hauptanbaugebiet liegt zwischen Karlovo und Kazanlak, etwa eine Autostunde von Plovdiv entfernt. Links und rechts der Landstraße gibt es nur vereinzelt einige Felder und wenn man aufmerksam ist, entdeckt man eine kleine Fabrik, die hinter Zäunen und Sträuchern versteckt leicht zu übersehen ist, zu übersehen sein soll. Die Felder und Anlagen sind Privateigentum und zudem dürfte es ziemlich stören, wenn ständig Touristen durch die Produktion springen und alles fotografieren. Außerdem sind die Felder nicht besonders groß und wenn sie bei der Ernte dabei sein möchten, dann müssen sie früh aufstehen, weil nur in den Morgenstunden, bevor die Sonne kräftig scheint, geerntet wird. Der Grund für die eher kleinen Felder liegt in den strauchartigen Pflanzen selber, welche über Wochen hinweg immer wieder neue Blüten produzieren. Angebaut werden Rosa damascena und vereinzelt Rosa alba. Die einzelnen Rosenblätter werden nicht abgezupft, sondern als ganzer Blütenstand abgeschnitten. Die Frauen tragen keine folkloristischen Kostüme und bulgarische Volkslieder werden während der Arbeit auch nicht zwingend gesungen. Das alles ist recht unspektakulär. Durch Wasserdampfdestillation gewinnt man ein ätherisches Öl, in dem sich bei Abkühlung einige der enthaltenen Paraffine leicht fettartig wieder absetzen. Und was man als Tourist in den Souvenirläden immer wieder gerne angeboten bekommt, ist einfaches Rosenwasser. Die wäßrige Phase der Destillation enthält nämlich immer noch so viel Rosenöl - besonders Phenylethylalkohol, daß man daraus das Rosenwasseröl herstellt.
Plovdiv
Ich kann behaupten, daß Plovdiv für mich auch ein Stück Heimat ist. Dort leben Tante und Onkel, mein Cousin und seine Familie. Plovdiv war mir immer sehr vertraut und selbst nach so vielen Jahren fand ich mich erstaunlich gut zurecht. Da ist sogar noch das Loch im Zaun vom Schulhof, wo wir immer Fußball spielten und im Stadtpark sitzen noch immer die Alten Männer über ihre Schachbretter gebeugt. Es ist, als wäre ich gar nicht gegangen und in den Tiefen meines Hirns erwacht eine Sprache, die ich als Kind einmal sprach. Plovdiv ist eine zauberhafte Stadt. Arm, zugeplastert mit billiger Werbung und trotzdem unglaublich schön. Man findet Spuren von Römern und Thrakern, Türken und Bulgaren. Einer meiner Lieblingsplätze ist der wunderbar schattige Stadtpark, in dessen Zentrum ein großer Springbrunnen nach Sonnenuntergang seine Fontänen zu Musik und Farben tanzen läßt und wer aufmerksam ins Dunkel schaut, der wird das millionenfache Leuchten der Glühwürmchen sicher entdecken. Es ist natürlich Ehrensache, so einen kleinen Käfer zu fangen und der Liebsten in die Hand zu geben. Ein kurzes Leuchten und schon schwirrt das Insekt wieder davon.
Schwarzes Meer
Zum Schwarzen Meer gibt es nicht viel zu sagen. Ich finde die Gegend in Richtung der türkischen Grenze beonders schön - nahe der Ropotamo-Mündundung. Die Strände sind immer sandig, Seeigel gibt es nicht, man braucht keine Schuhe um ins Wasser zu gelangen, das Wetter im Hochsommer besteht eigentlich nur aus Sonnenschein und der geringe Salzgehalt des Meeres ist ausgesprochen angenehm. Die großen Strände sind sauber, gut bewacht und das Wasser ist richtig schön klar. Fahren sie in südliche Richtung von Burgas über Ahtopol (Achtopol hat einen sehr schönen alten Fischerhafen) und weiter in Richtung Türkei bis nach Sinemoretz.. Gleich hinterm Ortseingangsschild fahren sie nach links auf einen großen, wilden Parkplatz und dann laufen sie den anderen Menschen einfach zu einem zauberhaften Naturstrand hinterher, und wenn sie es doch lieber bewacht, mit Rettungsschwimmer und Gaststätte haben, dann fahren sie durch Sinemoretz hindurch (der Weg ist augeschildert) und parken ihr Auto in Strandnähe. Der breite Sandstrand bildet eine große, malerische Bucht und ist sehr gepflegt. Für Übernachtungen empfehle ich ihnen den Ort Kiten. Liegt auch in dieser Gegend. Einfach das Hotel Maria anrufen (man spricht dort auch Engl.), oder ein E-Mail schreiben und reservieren. Die Zimmer sind einfach, günstig und der Strand ist 5 Minuten entfernt. E-Mail: hotel_maria@abv.bg oder 00359. 550. 36888
Rezepte
Auberginenpüree
Gefüllte Paprika
Das aromatische Blog fährt in den Urlaub und macht Ferien. Ich war seit 28 Jahren nicht mehr in Bulgarien und nun ist es auch mal wieder an der Zeit, die Orte der eigenen Wurzeln zu besuchen. Plovdiv, Melnik, das Schwarze Meer, das Tal der Rosen und die Rhodopen. Dazu gibts gefüllte Paprika und ganz bestimmt macht die Tante auch gefüllte Weinblätter. Das wird schön.
Und hier geht es nach dem 21. Juni weiter.
Ich möchte heute den Versuch unternehmen, die Betonung liegt auf dem Wörtchen Versuch, dem wohl bekanntesten Duft Indiens nachzuspüren: NAG CHAMPA. Wann immer ich an einem dieser Läden vorbeilaufe, wo es indische Stoffe, Ganeshfiguren (Das ist der mit dem Elefantenkopf. Der Sohn von Shiva und Parvati), bunte Tücher und Schmuck zu kaufen gibt, nehme ich diesen typischen Geruch nach Räucherstäbchen in mir auf. Räucherstäbchen, die nach Nag Champa riechen. Man könnte meinen, das ganz Indien so duftet (tut es aber nicht). Es gibt natürlich auch Nag Champa Parfum und Räucherkegel, es gibt Duftöle und Seifen und vermutlich noch viel viel mehr. Hauptsache es riecht nach Nag Champa.
Also habe ich mich auf die Suche gemacht und dabei unsere Bibliothek durchforstet, die für solche Zwecke ausgesprochen ordentlich sortiert ist und zu der zahlreiche indische Publikationen gehören. Einheimische Autoren sollten es ja eigentlich wissen. Dachte ich mir und griff trotzdem zuerst nach meinem geliebten Otto Warburg. Weil jedoch die Ergebnisse in Bezug auf den Duft der Räucherstäbchen nicht absolut eindeutig sind, lege ich meine Spurensuche hier offen dar.
1. Idee
Eine Pflanze, die einfach nur Nag Champa heißt habe ich im ersten Anlauf nicht gefunden. Das wäre ja auch zu schön gewesen. Doch bei Otto Warburg Die Pflanzen Welt (Bnd. II) stieß ich zuerst auf den Begriff Champakaöl und in diesem Zusammenhang auf die Magnoliengewächse. Magnolia champaca Michelia ist eine asiatische Magnolienart, welche über ganz Asien und Indien weit verbreitet ist. Eine Pflanze, die auch als Joybaum bezeichnet wird. Ich würde zwar behaupten, daß der Duft JOY - der davon inspiriiert sein soll -, zwar eindeutig nach Jasmin riecht. Doch vielleicht ist auch etwas vom Champakaöl mit dran, das Otto Warburg erwähnt:
Als aromatischer Schmuck und zum Parfumieren siind auch die großen gelben Blüten der javanischen Michelia champaca sehr beliebt, welcher Baum dort und übrigens auch sonst in den Tropen angepflanzt und besonders als Alleebaum empfohlen wird, zumal sein zwar weiches, aber dauerhaftes Holz sich zum Haus- und Wagenbau sowie für die Tischlerei und Drechslerei eignet. Das aus den Blüten durch Destillation gewonnene Champakaöl kommt auch in geringen Mengen in den europäischen Handel. (…) während von Michelia und Talauma Rinde, Blüten und Früchte auch als Volksheilmittel benutzt werden.
Da ich aber weiß, wie die Blüten und die daraus gewonnenen Öle riechen, war ich zu diesem Zeitpunkt mit diesem Ergebnis der Spurensuche nicht zufrieden. Nag Champa Räucherstäbchen riechen anders. Nur nach was?
2. Idee
Die Kasuarinengewächse. Schlanke, bis 25 m hoch wachsende Bäume, die etwas an heimische Nadelbäume erinnern und die wegen ihres harten Holzes zu den Eisenhölzern gezählt werden. Mesua ferrea, auch dazu komme ich noch. Doch der Grund, warum ich auf die Kasuarine komme, ist deren indische Bezeichnung als Nagasbaum. Seine Blüten werden gepflückt und anschließend in der Parfumindustrie verwendet. Nagasbaum = Nag Champa?
3. Idee
Das Buch Herbal Indian Perfumes and Cosmetics von Asha Ram (Sri Satguru Publications, Indian Medical Sciens Series No. 59, Indian Book Centre, Delhi, 2. Aufl. 2002) Und auch hier findet sich der Hinweis auf Mesua Ferrea, der in den verschiedenen indischen Sprachen auch als Nageswar Champaka, Nagkesar, Nagchampa, Thorlachampa, Negchapha, Naga Sampigi und Mangal bezeichnet wird. Endlich hatte ich eine Bezeichnung gefunden, die eindeutig einer Pflanze zuzuordnen ist. Schon mit der 2. Idee lag ich also ziemlich richtig. Fragt sich nur, ob die Räucherstäbchen nach den Blüten riechen. Auf Seite 37 fand ich bei Asha Ram folgende Beschreibung.
NAGESWAR CHAMPAKA OIL. Procedure: Take 1 sr. of Nageswar Champakas free from stalks and 1 sr sesamum oil into a wide-mounthed bozzle and place for 2 days in the sun and in the dew at night. Strain the oil and put it again in the bottle, steep a fresh lot of 1/2 sr. flowers; set aside for 24 hours and strain the oil. Put in a third lot of flowers in the oil; set aside for 24 hours and finally press out the oil, filter and bottle.
Ende
Da aber auch aus den Blüten der Magnolie ein Öl hergestellt wird/ werden kann (1. Idee), ist nicht ganz sicher, welcher Duft nun genau hinter Nag Champa steht. Schließlich handelt es sich hierbei garantiert um Mischungen und deshalb wäre sogar beides gut denkbar. Ich sage auch gleich dazu, daß ich eher auf das Holz von Mesua ferrea tippen würde, getippt hatte. Doch dazu, und zur genauen Herkunft des Duftes, habe ich keine Angaben gefunden. Aus diesem Grund muß man vielleicht etwas vorsichtig sein, wenn man über die Herkunft des Duftes Nag Champa spricht. Aber ich denke, die Richtung stimmt.
Interessant ist vielleicht noch das Buch COMMON TREES von Dr. H. Santapau, National Book Trust, New Delhi, India, 5. Auflage 1993.
Seit mehr als 10 Jahren produziert Xenia Trost (1000 & 1 Seife, zusammen mit Erik Kormann) kaltgerührten Pflanzenölseifen in ihrer Seifenwerkstatt in Berlin, Rosenthaler Straße 36. Vor vielen Jahren erschien ein erstes Buch im Ludwig Verlag (Duftseifen selbst herstellen), welches leider vergriffen ist; ein neues Fachbuch ist in Arbeit und wird im Selbstverlag erscheinen. Bei den selbstentwickelten Rezepten und der Gestaltung ging es von Anfang an um Qualität, Unverwechselbarkeit und Authentizität. Gründe, aus denen wir uns z.B. bei der Entwicklung neuer Rezepte viel Zeit lassen, Rohstoffe zum Einsatz kommen, die nicht alltäglich und schon gar nicht überall verfügbar sind (Kosmetikwirkstoffe von Pentapharm/ Schweiz) und bei den Verpackungen legen wir Wert auf einen hohen Wiedererkennungswert. Künstlerinnen wie Kat Menschik und Angela Buchholz haben für uns Seifenverpackungen entworfen und nun war es mal wieder an der Zeit, einige neue Gestaltungen für vier weitere Seifen in Auftrag zu geben. Deshalb baten wir den Maler und Musiker Kiryk Drewinski, die Gurken-Gesichtsseife, die Patchouliseife, die Bananen-Haarshampooseife und die Seidenprotein-Haarshampooseife für uns zu zeichnen.
Am Rande sei erwähnt, daß diese Bilder natürlich nicht zur freien Verfügung gedacht sind. Eigene Idee haben und diese auch umsetzen macht nämlich viel Arbeit … und Spaß.
Im Moment komme ich einfach nicht regelmäßig dazu hier einen kurzen Beitrag einzustellen und was noch viel schlimmer ist, mir sind bei der Produktion des für dieses Jahr geplanten Duftes die Hände gebunden, weil ich auf zwei dringend benötigte Riechstoffe warte, die ich nirgends kaufen kann. Also stehe ich an meinem Arbeitsplatz und kann mir nur mit allerlei anderen Dingen die Zeit vertreiben. Selbst die Neuauflage des August, nach dem so viele Leute fragen, kommt nicht voran, weil mir ein wichtiger Rohstoff fehlt. So kann ich nur warten und warten und muß dabei zusehen, wie sich alles um mich herum bewegt, während ich mir wie ein Zuschauer in meinem eigenen Theater vorkomme. Trotzdem möchte ich es nicht versäumen, wenigstens einen wichtigen Tipp für HobbymischerInnen mit auf den Weg ins verlängerte Wochenende zu geben. Die Frage, wie man eine bestimmte Note in einer Mischung verstärken kann, die kommt sehr oft und deshalb nutze ich die Zeit des Wartens für eine kurze Erklärung. An einem aktuellen Beispiel möchte ich kurz beschreiben, was man tun kann.
So plane ich für dieses Jahr einen Sandelholzduft, der natürlich ausschließlich nach Sandelholz und ganz besonders nach dem chemical Javanol riechen soll. Javanol ist mein Lieblingsstoff und ich kann nicht genug davon bekommen. Von mir aus kann die ganze Welt nach Javanol riechen, was aber leider schon aus Kostengründen nicht möglich sein wird. Das Zeug ist recht teuer und schon wären wir beim Thema, denn die Frage war, wie ich die Sandelholznote verstärken kann. Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Nehmen sie chemicals und ätherische Öle, die ganz ähnlich riechen, bzw. die in die gleiche Richtung gehen. Ich werde meine Javanol-Sandelhoznote mit vielen weiteren Sandelholz-chemicals anreichern und weil Javanol von derart durchschlagender Wirkung ist, muß ich in der Mischung damit nicht mehr ganz so verschwenderisch umgehen, wie ich es eigentlich vorhabe. Echtes Sandelholz kommt natürlich auch mit dazu. Zusätzlich kann man mittels Iso e Super (riecht auch leicht holzig), Galaxolide (leicht blumig/ cremig, was gut mit Sandelholz geht) und Hedione (dezent blumig) drei Stoffe einsetzen, die absolut zu Sandelholz passen und die den Duft mittragen werden. Anders funktioniert es nicht. Niemand wird einen Rosenduft nur aus echter Rose mischen. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, daß echte Rose nicht so toll riecht, wie alle Leute glauben. Doch in der Mischung mit Damascenon und Phenyläthylalkohol - der für sich genommen und schon rosig riecht und sehr preiswert ist -, Alpha Jonon, Geraniol, Palmarosa, Eugenol, Citronellol, Linalool und vielleicht auch etwas Moschus, wird eine runde Sache daraus und der Duft der Rose wird auch viel intensiver. Alles Dinge, die in eine gleiche/ eine ähnliche Richtung gehen können dazu benutzt werden eine ganz bestimmte Note in einem Duft zu verstärken.
Nachtrag. Soeben kam die Nachricht, daß ich in der kommenden Woche den Riechstoff Mandarinal geliefert bekomme und das bedeutet, daß es in 1-2 Monaten den August wieder geben wird.
Schokobade Himbeer heißt die neue Sorte, die es schon bald geben wird. Wobei wir vermutlich über die warmen Sommermonate hinweg mit der Herstellung des Badezusatzes pausieren werden. Aber die Schokobade, welche es schon seit gut vier Jahren gibt und die seit einiger Zeit eine eigene Marke ist, ist ein voller Erfolg und inzwischen gibt es die Schokobade in den Duftrichtungen Kakao, Lemon, Lavendel, Sanddorn & Mandarine, Hibiscus, für Papa mit Latschenkiefer & Koriander, und unparfumiert. Eine deutlich fruchtige Note hat da noch gefehlt.
Und wonach riecht Himbeere überhaupt? Versuchen sie es mit: Frambinone, Hexenol, alpha Ionon & beta Ionon, Hexenylacetat, Citronenöl, Geraniol, Phenylethylacetat, Linalool, Wachholder und ganz wenig Ethylbutyrat.
Eintrag am 2. Mai 2010 leicht verändert
Manchmal staune ich, wenn Leute, denen Bio und Natur nach eigener Aussage so wichtig ist, gerade bei den synthetischen Düften herzhaft zugreifen. Seife mit Rosmarin oder Thymian ist gar nicht gut, während Mango, Erdbeer und Schokolade so richtig lecker sind. Da frage ich mich häufig, wie dehnbar die Begriffe Naturseife und Naturparfum eigentlich sind. Logisch, die Sachen riechen toll, funktionieren gut in der Seife und endlich hat man auch mal Düfte im Sortiment, die in der Natur so nicht vorkommen.
Sicher?
Ich habe zwar mit Bio nichts am Hut (wenn es um Kosmetik geht) und mir ist jedes Chemical recht, wenn es nur gut riecht, bzw. seinen Zweck erfüllt. Doch manchmal scheint es mir, als würden viele Menschen (die Natürlichkeit selbstverständlich im Hinterkopf) über den Verlockungen der Chemie vergessen, was Mutter Natur an Vielfalt zu bieten hat. Und weil ich heute zwei Anfragen bekam, wie man denn eine schokoladige Note wenigstens andeuten könnte, möchte ich ganz kurz auf den vorangegangenen Artikel hinweisen, wo ich den ersten Schritt hin zu einem schokoladigen Weihrauchduft beschreibe. Gleichzeitig möchte ich aber eine recht einfache Möglichkeit vorstellen, wie mit einfachsten und wirklich rein natürlichen Duftstoffen eine Schokonote zu erzielen ist, die zudem in Seife funktioniert. Man muß sich nur von dem Vorbild schokoladiger Parfumöle lösen, die ihren umwerfenden Geruch einer ganzen Reihe von Pyrazinen verdanken. Nicht weiter schlimm, nur hier soll es mal rein natürlich zugehen, damit die Naturseife am Ende auch mal natürlich schokoladig riecht.
Zu diesem Zweck benötigen sie folgende Sachen: Benzoe Res., Tolu- und Copaiba-Balsam, Tonka, Vanille und Patchouli. Aus diesen Duftstoffen läßt sich leicht eine deutlich schokoladige Note mischen.
Wenn sie nun einen Duft aus diesen Rohstoffen mischen möchten, dann muß ihnen klar sein, daß gerade die Balsame und Resinoide teilweise recht große Probleme mit der Viskosität machen und es deshalb sinnvoll ist, diese schon vorher in Ethanol zu lösen, einzufrieren und zu filtern - kein Problem, wenn man die Arbeitsschritte kennt. An dieser Stelle möchte ich nur erwähnen, daß es eigentlich besser wäre, die Rohstoffe in DPG zu lösen. Aber da wir keine Chemie wollen, bleibt nur Ethanol, oder die größere Menge eines ätherischen Öls, in dem sich Balsame, Harze und Resinoide natürlich auch lösen würde. Ich sehe in dieser Mischung (bei diesen Duftstoffen) jedoch keine Chance dafür, denn vom Patchouli benötigen sie ohnehin nur sehr wenig. Wenn sie ein ganz mildes Palmarosa-Öl besitzen, könnte man es damit versuchen, weil der Geruch des Palmarosa dann (hoffentlich) hinter den anderen Düften zurückbleibt. Auf diesem Wege eine kaltgerührte Seife zu parfumieren wird aber schwierig, weil gerade die Balsame und Resinoide in solchen Seife nicht besonders gut wahrnehmbar sind - Vanille ohnehin aus Kostengründen kaum in Frage kommt (zudem funktioniert echte Vanille in Seife nur mäßig) - und zudem hätte man ein Lösungsmittelproblem, weil man ja keinen Ethanol nehmen kann. Einzige Möglichkeit wäre hier der Umweg über ein fettes Öl, wie z.B. Mandelöl. Darin lösen sich natürlich auch diese Duftstoffe auf.
Der Eintrag wurde am 2. Mai 2010 leicht verändert.
Mein erster Versuch einen Duft mit Weihrauch zu mischen, war aus heutiger Sicht wenig erfolgreich. Im Grunde genommen scheiterte ich an den mir zur Verfügung stehenden Rohstoffen und dem mangelhaften handwerklichen Geschick. Somalischer Weihrauch, das feste Harz in Form kleiner Stückchen in Ethanol angesetzt, ist keine Garantie für einen guten Duft (für Parfum ist es eigentlich Mist). Das Zeug gehört, egal woher es kommt, in die Kirche und sollte nur verräuchert werden. Heute weiß ich, was diesem Rohstoff fehlt und ich verdanke dieses Wissen einem lieben Freund, der mir letztes Jahr einen Weihrauch zum Geschenk machte, wie ich ihn bis dahin nicht kannte. Mit einem Schlag wurde mir klar, daß all meine Vorstellungen von einem Weihrauchduft sofort über Bord geworfen werden mußten. Ich kannte Weihrauch als kühlen, strengen Duft. Klar und aufsteigend, so wie ihn die Kirche bevorzugt einsetzt - ein Duft, der hinauf will. Später nutzte ich teure ätherische Weihrauch-Öle und ich dachte, gut, so muß es vielleicht riechen und irgendwie rutschte der Rohstoff Weihrauch nach und nach in den Hintergrund meiner Überlegungen. Ich hab`s nun mal nicht so mit der Kirche und heute frage ich mich, warum ich diese Charakteristik zum Maßstab meiner Überlegungen und Vorstellungen eines Weihrauchduftes machte. Mein Weihrauch kann so viel, viel mehr und jetzt ist die Zeit reif für ein Weihrauch-Parfum. Mein Weihrauch ist dunkel, unheimlich zäh, sehr klebrig und er riecht holzig, harzig, balsamisch, fruchtig, fast schon blumig, richtig süß und erinnert mich immer wieder an ein Malzbonbon. Seine Seidigkeit macht ihn mir so lieb und wertvoll. So viel Körper und nicht die Spur eines Lösungsmittels. Nun ist es an der Zeit, eine alte Idee in die Tat umzusetzen - mein Eau de Fröhliche.
Für diesen Duft habe ich mir einige Rohstoffe herausgesucht, die ich an dieser Stelle kurz vorstellen möchte und ich will auch erläutern, warum ich den einen oder anderen Rohstoff ausgewählt habe. Da ist natürlich der Weihrauch in der Mitte des Bildes. Links daneben ein Iris Concr. und darüber Hedione und noch weiter links meine Stammlösung mit Cumarin. Die kleinere Flasche davor ist mit Galaxolide gefüllt - ein Moschuskörper. Recht neben dem Weihrauch habe ich Benzoe, Tolu und Peru, davor Patchouli und noch weiter rechts kommen Himbeer-Keton, Vanille und Vanillin.
Ein Weihrauch mit Himbeer-Keton, Cumarin, Moschus und Patchouli? Wie könnte das riechen?
Nun, der Moschus ist in Kombination mit einem Weihrauch nichts ungewöhnliches und ich nutze solche Chemicals ganz gerne, um zu verhindern, daß sich die zahlreichen natürlichen Öle zu einem Duftbrei verbinden. Der Gedanke des Zusammenwachsens von natürlichen Rohstoffen ist in handmixenden Bio-Parfum-Foren zwar recht beliebt, doch bei Lichte betrachtet ist es Schrott, weil die Bestandteile ihren Charakter verlieren. Galaxolide wird in dieser Mischung zum einen natürlich ganz wunderbare fixierende Eigenschaften haben und zugleich für etwas Licht und Luft zwischen den Dingen sorgen. Das Iris Conc. ist mir in dieser Mischung wichtig, weil dieser leicht krautige, blumige Duft zu meinem Weihrauch paßt. Mag sein, daß ich mir die blumige Note des Weihrauchs inzwischen einbilde, aber das Iris Conc. fügt sich wunderbar an dieser Stelle ein (die Stelle der blumigen Einbildung). Iris ist nicht auf den ersten Blick vordergründig blumig und dominant - das würde ich nicht wollen. Aber die in Verdünnung deutlich wahrnehmbarer werdende Nuance geht gut mit dem Weihrauch, das ist sicher. Dazu noch Hedione - ein Chemical - blumig und leicht, für Licht, Luft und Transparenz. Ob ich alle drei Harze (Benzoe, Tolu und Peru) nehme weiß ich noch nicht. Sicher ist nur Tolu, weil mir die Schokonote wichtig ist. Schoko? Weihrauch? Richtig! Es soll ja auch Eau de Fröhliche heißen. Deshalb kommt das Cumarin (Tonka) zum Einsatz, weil das viel Süße hat und aus dem gleichen Grund noch Himbeer-Keton, Vanille und Vanillin. Ein leckerer, lieblicher Weihrauch, der ganz entfernt schokoladig riechen soll und Schokolade kann man ganz leicht andeuten - mit Patchouli.
In Kürze dazu mehr.
Links
Darf ich vorstellen? Mein Weihrauch
Ganz sicher bin ich mir nie - Unsicherheiten und Ungewißheiten sind überall - Zweifel überkommen mich so spontan wie der Heißhunger auf Schokolade. Doch mit zunehmendem Alter habe ich für mich einige kleine Wahrheiten begriffen, zu denen auch die folgende Erkenntnis gehört: Geht es meiner Seele gut, bin ich heiter, ausgeglichen und froh, dann fühle ich mich körperlich gesund. Und obwohl ich weder esoterisch, spirituell oder gläubig bin und jeder Form des Unfaßbaren zutiefst mißtraue - selbst das Ding an sich (I. Kant) ist mir so suspekt wie das Betriebssystem meines Computers - bin ich sofort bereit, diesen Zusammenhang, jene Beobachtung des eigenen Wohlbefindens, für universell zu erklären.
Der britische Arzt Edward Bach (er lebte von 1886-1936) hat vielleicht ganz ähnlich empfunden/ gedacht und daraus eine Theorie entwickelt, nach der jede körperliche Krankheit auf einer Störung des seelischen Gleichgewichts beruht. An diesem Punkt würde ich zwar sofort widersprechen, doch darum geht es hier nicht. Zumal ich mit der Idee, Körper und Seele zu harmonieren durchaus etwas anfangen kann. Ein einziger Spaziergang durch einen schönen Garten, die Hände tief in der Blumenerde auf dem Balkon und Bewegung jeder Art in freier Natur zeigen mir, daß hier ein Zusammenhang besteht - jedenfalls was mein Wohlbefinden angeht. Aus dieser Erkenntnis heraus formulierte Edward Bach um etwa 1930 herum seine Bach-Blütentherapie, ein alternativmedizinisches Heilverfahren. Jenen von ihm beschriebenen disharmonischen Seelenzuständen der menschlichen Natur ordnete er Blüten und Pflanzenteile zu, die zuvor als Tinkturen hergestellt worden waren. Ich kann zwar mit diesen Schwingungstheorien nicht viel anfangen und ich bezweifle immer die Wirksamkeit von Produkten, bei denen ein Wirkstoff nicht nachweisbar ist. Aber der Duft von Kräutern und Blumen hat für mich auf jeden Fall etwas heilsames.
Vor diesem Hintergrund möchte ich heute zwei Parfums vorstellen, die wir während unserer letzten Kurzreise nach Paris kennenlernten und die mir unheimlich gut gefallen haben. Die zwei Parfums PRÉSENCE(S) und VIVACITÉ(S) von LES FLEURS de BACH sind wunderbare Kompositionen, die leicht und luftig daherkommen und zudem eine erstaunliche Haftung mitbringen. Sie sollten unbedingt daran riechen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
PRÉSENCE(S)
Kopfnote: Verveine und Klematis
Mittelnote: Weinrose (Églantine) und Geißblatt (Chèvrefeuille)
Fond: Kiefer (Pin), Eiche (Chêne) und Pommier sauvage (Holzapfel/ Crab Apple)
VIVACITÉ(S)
Kopfnote: Ajonc (Stechginster) und Centaurée (Tausendgüldenkraut)
Mittelnote: Charme (Hornbeam, Carpinus betulus, Hainbuche, Weißbuche), Marronnier blanc (White Chestnut, Rosskastanie) und Olivie.
Fond: Mélèze (Lärche), Moutarde (Senf)
Um ganz ehrlich zu sein, glaube ich nicht, daß die in den beiden Parfums enthaltenen Bachblüten-Essenzen alleine für den Duft verantwortlich sind/ sein sollen. Aber da mir der Begriff Naturparfum ohnehin ziemlich schnurz ist, geht es mir alleine um den Geruch und allein aus diesem Grund habe ich die beiden Parfums hier vorgestellt. Sie gefallen mir sehr gut.
Waldmeister
Ordnung: Enzianartige, Familie der Rötegewächse (Rubiaceae), Gattung: Labkräuter (Galium), Art: Waldmeister
Waldmeister ist für vielerlei Sachen gut - auch für Kopfschmerzen. Er galt als Mittel gegen böse Mächte und zusammen mit etwas Johanniskraut hilft er prima gegen Hexen und Hexerei. Manche nehmen das trockene Kraut gegen Motten (oder dafür), man kann Erfrischungsgetränke mit Waldmeister verfeinern, er soll gefäßerweiternd, entzündungshemmend und gar krampflösend sein und hungerstreikenden Kühen kommt nach etwas Waldmeister (vermutlich nur Geruch, sonst wäre es ja kein Hungerstreik) der Appetit zurück. Die Pflanze gilt als leicht oder nur wenig giftig und wenn man ihn vor der Blütezeit pflückt (die liegt zwischen April und Mai) und trocknet, dann erhält man ein Kraut, welches als Herba Asperulae odoratae oder Galii odoratae herba bezeichnet wird. Der typische Geruch jedenfalls wird noch viel stärker, wenn man die gepflückten Stengel etwas welken oder trocknen läßt. Dann entfaltet sich ein wunderbares Cumarinaroma und das, obwohl davon nur etwas 1% in der Pflanze enthalten sind.
Cumarin ist überhaupt ganz wunderbar. Ohne Cumarin keine Tonkanote. Aber darum soll es heute mal nicht gehen. Für die heutige Mischung brauchen sie etwas Sekt oder Weißwein, dazu etwas Apfelsaft, eine halbe Zitrone und ein dickes Bund Waldmeister (möglichst ohne Blüten. Wobei ich glaube, daß dies Quatsch ist). Sekt/ Wein und Apfelsaft nach Lust und Laune mischen, Zitrone rein und den leicht welken Waldmeister (vorhergut abgespült) für 3-4 Stunden darin versenken. Fertig ist die Maibowle. Größere Mengen sollte man trotzdem meiden. Aber einmal ist lecker.