Literarische Duftnoten - betörend!

bei STORIES & FRIENDS.

20_cover_blank

Karen Grol (Hrsg.): “betörend! LITERARISCHE DUFTNOTEN”, STORIES & FRIENDS Verlag e.K., Lehrensteinsfeld bei Heilbronn, 1. Aufl. 2011, 312 Seiten

POESIE IST WIE EIN DUFT, DER SICH VERFLÜCHTIGT UND DABEI IN UNSERER SEELE DIE ESSENZ DER SCHÖNHEIT ZURÜCKLÄßT.”

(Jean Paul - Johann Paul Friedrich Richter - 1763-1825)

Düfte sind Balsam für die Seele und sie rufen wohl bei jedem Menschen die unterschiedlichsten Erinnerungen, Emotionen und auch Sehnsüchte wach. Oft ist es der kaum wahrnehmbare Hauch eines Parfums, der uns in frühste Kindheitstage zurückversetzen kann. Düfte sind Symbol für Schönheit und Vergänglichkeit gleichermaßen und noch bevor man sich ihnen hingeben kann, verfliegen sie …

Das Buch “betörend! Literarische Duftnoten” ist ein Sammelband mit ganz unterschiedlichen Erzählungen und Geschichten. 20 Autorinnen und Autoren schreiben über ein Thema, was die meisten ganz sicher lieben: Parfum und Duft. 20 Texte, die mal romantisch, amüsant und teils auch nachdenklich daherkommen. Manches ist traurig, anderes lustig und keinesfalls fehlt das Mörderische!

Und weil jedes Thema, wenn es nur mit Parfum, Duft, riechen und der Nase überhaupt in Zusammenhang steht, für das aromatische Blog von Interesse ist, empfehle ich Ihnen allen dieses Büchlein und leite Sie gern zur Leseprobe weiter.

20 Autorinnen und Autoren, 20 Storys, die betören.
Hier bitte zur LESEPROBE klicken!

Bücher über Parfum

Lesestoff, Literaturtipps und Empfehlungen für Neugierige und Interessierte. Ohne Bücher geht es nicht, ohne Literatur kann sich die Leidenschaft meiner Meinung nach nicht richtig entwickeln, und leider erlebe ich es sehr oft, daß mir selbsternannte Nasen und häufig auch Verkäuferinnen (wenn ich mal in eine Parfumerie gehe und sich ein Gespräch ergibt) nie sagen können, woher sie eigentlich ihr Fachwissen haben. Und dabei ist Transparenz doch so wichtig. Lesen macht klug - auch in Sachen Parfum und Duft.

1. Alain Corbin: “Pesthauch und Blütenduft - Eine Geschichte des Geruchs“, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 1988, 375 Seiten

2. Günther Ohloff: “Irdische Düfte, Himmlische Lust - Eine Kulturgeschichte der Duftstoffe“, Insel Taschenbuch 1777, Frankfurt am Main und Leipzig, 1996, 357 Seiten

3. Georges Vigarello: “Wasser und Seife, Puder und Parfüm - Geschichte der Körperhygiene seit dem Mittelalter“, Reihe Campus, Band 1057, Campus Verlag, Frankfurt/ New York, 1992, 326 Seiten

4. Susanne Fischer-Rizzi: “Botschaften an den Himmel - Anwendung, Wirkung und Geschichte von duftendem Räucherwerk“, Wilhelm Heyne Verlag, München, 1999, 298 Seiten

5. Luca Turin: “The Secret of Scent - Adventures in Perfume and the science of smell“, CCCO Book, Harper - Perennial, NY, London, Toronto, Sydney, 1. Aufl. 2006, 207 Seiten

6. Julia Lawless: “Kleine Aroma-Apotheke“, ECON Taschenbuch Verlag, Düsseldorf, 2. Aufl. 1996, 123 Seiten

7. Mandy Aftel: “Die Kunst der Alchimisten - Alles über Parfum“, Rütten & Loening, Berlin, 1. Aufl. 2004, 239 Seiten

8. Martinetz/ Hartwig: “Taschenbuch der Riechstoffe - Ein Lexikon von A - Z“, Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt a./M., 1. Aufl. 1998, 416 Seiten

9. Christine Stead: “Parfum aus ätherischen Ölen selbst herstellen - Komponieren Sie Ihren ganz persönlichen Duft“, ECON Taschenbuch Verlag, Düsseldorf 1996, 170 Seiten

10. Valerie Ann Worwood: “Liebesdüfte - Die Sinnlichkeit ätherischer Öle“, Goldmann Ratgeber, Goldmann Verlag, München, 2. Aufl. 1993, 206 Seiten

11. Alain Gullino: “Düfte und Aromen“, DOMINO Band 22, Bergisch Gladbach 1999, 125 Seiten

12. M. Larcher: “Parfümerien“, Bibliothek der gesamten Technik, Band 59, Dr. Max Jänke Verlagsbuchhandlung, Hannover 1907, 135 Seiten

13. Hanns Hatt und Regine Dee: “Das Maiglöckchen Phänomen - Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt“, PIPER, München/ Zürich, 2008, 315 Seiten

13.1. Hanns Hatt u. Regine Dee, “NIEMAND RIECHT SO GUT WIE DU - Die geheimen Botschaften der Düfte”, Piper Verlag, München/ Zürich, 2008, 317 Seiten

14. Edwin T. Morris: “Düfte - Die Kulturgeschichte des Parfums“, Albatros Verlag, Düsseldorf, 2006, 335 Seiten

15. Alfons M. Burger: “Leitfaden der modernen Parfumerie“, Walter de Gryter & Co., Berlin und Leipzig, 1930, 198 Seiten

16. Paul Jellinek: “Praktikum des modernen Parfumeurs“, Dr. Alfred Hüthig Verlag GmbH, Heidelberg, 2. Auflage, 1960, 248 Seiten

17. Albert Thomas: “Die Düfte meiner Erinnerung“, Albert Thomas und Christians Verlag, Hamburg 2002, 215 Seiten

18. Jean Pütz (Hrsg.)/ Kurt Schnaubelt: “Neue Aromatherapie - Gesundheit und Wohlbefinden durch ätherische Öle“, vgs verlagsgesellschaft, Köln 1995, 2. Aufl., 167 Seiten

19. Paolo Rovesti/ Susanne Fischer-Rizzi (Hrsg.): “Auf der Suche nach den verlorenen Düften - Eine aromatische Kulturgeschichte“, IRISIANA, 1995, 299 Seiten

20. Rainer- Maria Wieshammer: “Der 5. Sinn - Düfte als unheimliche Verführer“, F/O/L/T/Y/S Edition, Rott am Inn, 1995, 234 Seiten

21. H&R Edition/ Rüdiger Hall, Dieter Klemme, Dr. Jürgen Nienhaus: “H&R Lexikon Duftbausteine - Die natürlichen und synthetischen Komponenten für die Kreation von Parfums“, Glöss Verlag, Hamburg 1985, 145 Seiten

22. H&R Edition/ Autorenkollektiv: “Das H&R Buch Parfum - Aspekte des Duftes, Geschichte, Herkunft, Entwicklung, Bedeutung“, Glöss Verlag, Hamburg, 1994, 160 Seiten

23. Elisabeth Barillé und Catherine Laroze: “Parfum“, Christian Verlag, München 1996, 224 Seiten

Riechen lernen, mit allen Sinnen

spielen.

Die Frage, wie man riechen lernen kann, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Kann man es lernen, oder trainiert sich nur die Fähigkeit? Ganz sicher gibt es natürlich unterschiedliche Talente und Begabungen. Doch was tun, wenn die Eigenschaften der Nase zum Hobby wurden und die Überzeugung reift, hier ein Können zu entwickeln/ entwickeln zu wollen, welches über die allgemeinen Möglichkeiten hinausreicht. Riechen lernen. Nur wie?

Ob ich meine Nase trainiere? Ja. Das tue ich ganz automatisch bei der täglichen Arbeit. So ein Seifenladen ist diesbezüglich eine feine Sache. Dazu noch das Hobby mit den eigenen Parfums und damit verbunden die ganzen Duftstoffe; das trainiert und manchmal denke ich, daß mein synästhetisch veranlagter Kopf, der zu Tonhöhen Farben liefert und das Gesehene urplötzlich einfärbt - immer nach dem gleichen Muster - auch bei der Nase hilfreich zu Seite steht. Auch ohne Musikwissenschaft und Gehörbildung würde ich ein C hören … sehen. Riechen und schmecken kann ich es nicht. Vielleicht zum Glück? Und trotzdem kann ich mir Geruchseindrücke gut merken. Obwohl ich das erste nicht als einen Segen empfinde und gern auf die sich überlagernde Ablenkung verzichten könnte, ist der damit verbundene Speicher durchaus ein kleiner Vorteil, auf den ich mich verlassen kann. Aber ich würde nie davon reden, daß ich meine Nase bewußt trainiere. In Parfumerien gehe ich z.B. gar nicht so gern. Das liegt zum Teil an den ganzen Geschichten, welche für meinen Geschmack viel zu inflationär mitgeliefert werden. Zumal mir scheint, daß niemand die immer absurderen Inhaltsumschreibungen genauer erfragt. Dies alles ist nicht so mein Fall. Das fängt bei der Natürlichkeit an, geht über klangvolle Namen der Parfumeure und hört bei den Inhaltstoffen auf. Nehmen wir mal Clinique Happy. Ich liebe diesen Duft, weil ich Hedione so sehr mag. Aber was mir hier aufgetischt wird, klingt einfach nicht mehr glaubwürdig. Kopfnote aus Bergamotte, Grapefruit, Lorbeer, Mandarinenbaum, Herznote aus Boysenbeerenblüte, Melatiblüte und Orchidee und im Fond des Duftes hawaiianische Hochzeitsblume, Lilie, Magnolie, Mimose. Was wollen sie denn daraus lernen, wenn man ihnen solche Beschreibungen zu einem Duft mit auf den Weg gibt? Was soll Lorbeer denn sein? Also was genau? Aus welchem Teil der Pflanze kommt hier welcher Rohstoff und welchen Geruch bringt der mit? Mandarinenbaum klingt hochtrabend ist aber mit Sicherheit nur Mandarinenöl (man benutzt Kaltpressungen) oder eher noch Mandarinal. Und was zum Kuckuck ist Boysenbeerenblüte? Heute wird aber auch alles und jedes destilliert. Glauben sie wirklich, daß man aus all diesen Pflanzen ätherische Öle gewinnen kann, die dann genau so riechen wie die Blüte? Und selbst wenn mit viel Aufwand heute mehr möglich ist als vor zwanzig Jahren, und mittels CO2-Extraction gibt es wirklich ganz tolle Möglichkeiten, die Beschreibungen eines Duftes sind nur ein sehr ungenauer Hinweis auf die tatsächlichen Inhaltsstoffe. Kaufen sie sich doch mal richtig gute Botaniklehrbücher, suchen sie nach Melati und Hochzeitsblume und überlegen sie in Ruhe, ob sie eine Vorstellung von den Pflanzen haben, damit sie am Ende vergleichen können. Wer an Clinique Happy riecht und hinterher meint, er wisse jetzt wie Boysenbeerenblüte riecht (oder ein aus der Blüte gewonnenes Öl), der ist ein Genie. Da komme ich nicht mit und ich ziehe meinen Hut vor so viel Sachverstand. Logisch, ich hab nicht so viel Ahnung wie so manch andere Verkäuferin/ anderer Verkäufer und ich lasse mir gern immer wieder erzählen, wie viel Jasmin und Rose in diesem oder jenem Parfum ist und ach, dann noch dieses hier mit Frangipani “wissen sie wie Frangipani riecht junger Mann? Toll.” Mir verschlägt es da immer die Sprache und Schweigen ist meine beste Verteidigung. Wir gehen immer in den Botanischen Garten, wenn der Frangipani blüht, ich weiß wie die Blüte duftet und ich weiß wie der natürliche Duftstoff riecht - stark medizinisch. Jasmin pur in hoher Konzentration ist für meinen Geschmack auch nicht so der Brüller und Rosenbutter riecht leicht fettig. Nur das Parfum riecht ganz und gar nicht so. Warum?

Wer seine Nase nur an Parfums schult, der wird damit nicht unbedingt lernen, wie der jeweilige Rohstoff - egal ob ätherische Öl oder chemical - riecht, zumal die mitgelieferten Inhaltsbeschreibungen nicht nur den tatsächlichen Inhalt beschreiben, sondern Emotionen und Phantasien wecken und beflügeln sollen. Was heißt schon Moschus? Galaxolid oder Ethylene Brassilate? Moschus Keton und Ambrettsamen? Diese Form des Fachwissens nehme ich am Rande zur Kenntnis. Selbst eine Vetivernote ist häufig eine Komposition und nicht ein einzelner, natürlicher Riechstoff. Zumal immer zu prüfen wäre, ob es sich wirklich um Vetiver oder um Vetiveryl acetat handelt. Letzteres ist vermutlich häufiger im Einsatz. Und wenn mir dann noch der besondere Eichenmooscharakter eines Duftes ans Herz gelegt wird, möchte ich am liebsten anmerken, daß dies dem Evernyl zu verdanken ist. Egal. Ich wollte nur sagen, ich finde jeden Kräutergarten interessanter und entspannender. Sicher, mir gefällt KENZO POUR HOMME ganz gut, hab ich mir selber schon gekauft. Nur mit der Duftbeschreibung kann ich bis heute gar nichts anfangen. Angeblich besteht das Wässerchen in der Kopfnote aus Minze und Basilikum, in der Herznote kommen Rosmarin und Pfeffer aus Madagaskar zum Einsatz, bevor es zum Abschluß Vetiver und Atlaszeder gibt. Prima. Da habe ich meine Nase bestens geschult. Pfeffer aus Madagaskar? Toll. Südhang würde ich vermuten. Hauptanbaugebiete sind nun mal Thailand, Sumatra und Madagaskar. Eine Aussage, die fast so spannend ist, wie der Hinweis auf Hochland-Lavendel. Und dazu noch Minze und Vetiver. Drauf wetten würde ich nicht, weil mir diese Form des Fachwissens ohnehin abgeht. Doch für meinen Geschmack hat KENZO POUR HOMME in erster Linie eine sehr wässrige Note, die entfernt an Wassermelonen erinnert und dazu nimmt man das chemical Calone. Aus Vetiver würde ich Vetiveryl acetat machen und die Zeder ersetzen wir mal durch Iso e Super. Für die Minze vielleicht Stemone? Was soll`s.

Was will man so lernen? Gut, einen bestimmten Charakter, eine hervorgehobene Note wird man erkennen. Doch was habe ich von der Information, das Duft XY eine starke Ambernote hat? Also eine Komposition, für die man gern Vanille, Rose, Patchouli, Bergamotte, Koriander, Moschus und zahlreiche Gewürze nimmt? Wenn sie erkennen können, aus welchen Bestandteilen die Ambernote zusammengebaut ist. Dann sind sie gut.

Aber es ist natürlich schön, wenn man der Nase Aufgaben überträgt und seine Riechfähigkeit übt. Die Möglichkeiten hierzu sind vielfältig und ich würde immer dazu raten, wenn man schon vorgibt sich für Parfum zu interessieren, auch mal wenigstens einige Einzelriechstoffe anzuschaffen. Lavendel, Rose, Bergamotte, Kräuter und Gewürze, vielleicht auch einige Chemicals und selbst Teegeschäfte sind ein Fest für die Nase. Jedenfalls für meine. Wonach riecht denn nun Earl Gray? Rotwein geht auch. Ja es gibt sogar von verschiedenen Herstellern so kleine Holzkisten mit den verschiedenen Duftstoffe bei Tee, Rotwein und wohl auch Schokolade. Tolle Trainingsmöglichkeit, bei der man viel Freude haben kann. Wann waren sie zuletzt in einem Botanischen Garten? Wenn mir Leute von solchen Interessen und Leidenschaften berichten, dann höre ich gerne zu. Die gelangweilte Bemerkung, daß Parfum XY riechen würde wie Duft XY von anderer Marke bla bla bla, langweilt mich zu Tode. Mein Gott ist das öde.

Unterhaltsamer und wesentlich geselliger sind da Spiele für die Nase. Kaufen sie sich mal verschiedene Räucherwaren, dazu ein Trägersieb oder Kohle und spielen sie ein ganz vereinfachtes KO DO (der Weg des Duftes). Gerade für Kinder - als Spiel für die ganze Familie - ist das ausgesprochen schön und es geht auch ohne Feuer und Rauch. Sehen sie hier. Sentosphere. So können sie ihre Nase trainieren und gemeinsam Spaß haben.

parfumaster_sentosphere_alle_klein

http://www.sentosphere.fr/

Der Artiekl wurde am 8. Januar leicht verändert.

Geruch eignet sich nicht für das Ästhetische

so Georg Wilhelm Friedrich Hegel (geb. 27. 8. 1770 in Stuttgart; † 14. 11. 1831 in Berlin) und er überträgt damit genau jene Kriterien, welchen Kant in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht jedwede Auswirkung auf die Erkenntnis abgesprochen hatte, weil die Flüchtigkeit des Mediums einen dauerhaften Anreiz unmöglich machen würde, nun doch auf das Feld der Ästhetik, um diese eingehender zu untersuchen.

hegel_portrait_by_schlesinger_1831

Und obwohl Hegel schlußendlich wie schon Kant zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kommt - der Geruchssinn spielt für den Menschen nur eine untergeordnete Rolle -, ist der Weg dahin ein anderer. Kant bezieht sich eindeutig auf Platon, wenn er ganz im Sinne der gr. Philosophie zwischen angenehmen und unangenehmen Gerüchen unterscheidet und damit allein auf die Nützlichkeit des Geruchssinn abstellt. Der Geruchssinn erhält seine Berechtigung aus der Fähigkeit zur Abwendung des Gefährlichen und Schädlichen. Die Verbindung des Geruchssinns mit Freude und Schönheit wurde dem Geruchssinn jedoch wegen seiner Flüchtigkeit in Abrede gestellt. Als zu wenig nachhaltig und viel zu schnell vergänglich betrachtete man die daraus zu gewinnenden Anreize.

Wie lange hält ihr Parfum? Minuten, Stunden, Tage? Für einen Philosophen viel zu kurz.

Hegel, ganz im Unterschied zu Kant, begreift nur die Sinne des Gesichts und des Gehörs, also unsere Seh- und Hörfähigkeit, als theoretisch und damit Kunstfähig, während Geruchsinn, Geschmack und Gefühl vom Kunstgenuß selber ausgeschlossen sind/ bei Hegel kategorisch ausgeschlossen werden. Erklärt wird dieses mit der sich verflüchtigenden, auflösenden Materialität dieser Sinneseindrücke.

“(…) nur die beiden theoretischen Sinne des Gesichts und Gehörs, während Geruch, Geschmack und Gefühl vom Kunstgenuß ausgeschlossen bleiben. Denn Geruch, Geschmack und Gefühl haben es mit dem Materiellen als solchem und den unmittelbar sinnlichen Qualitäten desselben zu tun; Geruch mit der materiellen Verflüchtigung durch die Luft, Geschmack mit der materiellen Auflösung der Gegenstände, und Gefühl mit Wärme, Kälte, Glätte usw. Aus diesen Gründen können es diese Sinne nicht mit den Gegenständen der Kunst zu tun haben, welche sich in ihrer realen Selbständigkeit erhalten sollen und kein nur sinnliches Verhältnis zulassen.”

Nimmt man Hegels Definition des KUNSTSCHÖNEN (zentrahler Dreh- und Angelpunkt der Ästhetik), dann eigent sich der Geruch nicht für die Ästhetik, weil seine hohe Flüchtigkeit, seine Bindung an das Materielle, eine Vergeistigung unmöglich macht. Für Hegel jedoch ist die Abstraktion vom rein sinnlichen aber eine Notwendigkeit des Kunstschönen.

Ich bin noch nicht fertig mit Hegel. Doch damit es hier auch wieder etwas weitergeht, habe ich mich kurz an den Computer gesetzt und einige Überlegungen, wenn auch nicht zu Papier, wenigstens ins www gebracht. Bevor in Kürze der USB-Duftstick vorgestellt wird. Witziges Gerät.

Auszeichnung und kurze Pause

Keine Sorge, ich liege nicht im Winterschlaf. Nachdem wir nun auch den zweiten Umzug in diesem Jahr hinter uns haben, merke ich, daß die Kräfte nachlassen und ich mich nur noch auf die notwendigen Sachen konzentrieren kann. Das Hobby muß einfach mal warten. Doch als wir nach 21 Tagen ohne Internet plötzlich wieder online waren, kam eine wichtige Nachricht von der m.w. Verlag GmbH. Mein aromatisches-blog wurde in die Qualitätssuchmaschine erfolgreich suchen aufgenommen und das betrachte ich als Auszeichnung.

auszeichnungsbanner_blog_2

Und wenn die Feiertage vorbei sind - wir werden Weihnachten und Neujahr in Paris verbringen - geht es hier mit Schwung weiter. Versprochen. Bis dahin alles Gute, Glück und Gesundheit.
Erik Kormann

Drei Parfums, eine Traueranzeige.

An manchen Düften hängt mein Herz und ich finde es schade, wenn man so ohne jede Vorankündigung erfährt, daß es diesen oder jenen Duft nicht mehr gibt. Denn gerade beim Secrete Afrique, einer tollen Ingwernote, hätte ich mir glatt einen kleinen Vorrat angelegt. Aber was nicht mehr ist, kann man ja in Zukunft selber versuchen. Ein Ingwerparfum wäre auch mal eine schöne Herausforderung.

traueranzeige_badelinie

Parfum selber mischen - Wasser und Kälte

trueb_und_klar

Wozu ist eigentlich der Alkohol da? Welche Menge Wasser kommt in ein Parfum und was passiert im Eiskasten, wenn man die fertige Mischung aus Parfum, Ethanol und Wasser für 10 bis 14 Tage strenger Kälte aussetzt?

Drei ziemlich wichtige Fragen, die man ganz einfach, praktisch und anschaulich beantworten kann. Schauen Sie sich mal in Ruhe die beiden Bilder an. Sie sehen dort links das Parfum Eau de Froehliche vor dem Kälteschlaf und rechts danach, 14 Tage später.

Alkohol (Ethanol/ Weingeist) ist das Lösungsmittel. Nur keinen Ethanol benutzen, bei dem man das Vergällungsmittel riecht - was beim Kosmetischen Basiswasser eigentlich immer der Fall ist. Es sei denn, BITREX (der bitterste Stoff der Welt) kam als Vergällungsmittel zum Einsatz. Ein Parfum besteht aus ätherischen Ölen, zum Teil auch aus Harzen/ Balsamen und natürlich auch synthetischen Riechstoffen/ Chemicals. Die Parfum-Mischung aus diesen Bestandteilen benötigt ein Lösungsmittel, einen Träger, etwas, worin all diese Stoffe aufgehen, worin sie sich entfalten können. Stellen Sie sich mal so eine Mischung ohne Ethanol vor. Das eau de Froehliche mit seinen beiden zägflüssigen, klebrigen Ölen Weihrauch und Tolu. Absolut schrecklich. Erst der Ethanol sorgt für eine brauchbare Viskosität. Ohne geht es leider nicht. Man muß nur aufpassen, daß man genügend davon nimmt. So wenig Alkohol wenig wie nötig.

Im nächsten Schritt kommt Wasser in die Mischung. Wenn Sie ein neues Rezept ausprobieren, dann lassen Sie die Mischung aus Parfum und Ethanol gleich auf der Waage stehen. Drücken Sie die TARE-Taste Ihrer Waage und geben Sie langsam, tropfenweise, Wasser dazu. Dabei kann man vorsichtig rühren, weil sich das Wasser so besser verteilt und man leichter abschätzen kann, wie sich die Dinge entwickeln. Geben Sie so viel Wasser hinzu, bis es zu leichten Eintrübungen kommt. Nicht mehr! Sollte es plötzlich richtig trüb geworden sein, müssen Sie wieder etwas Ethanol zugeben. Auf diese Weise nehmen Sie dem Ethanol seine Verdünnungskraft und der Punkt an dem es trüb wird, ist genau der Moment, wo sich die ersten Stoffe - Wachse, Farbstoffe, Schwebeteilchen - wieder anfangen abzusetzen. Es wird doch nicht trüb, weil Sie Wasser in den Alkohol tröpfeln. Nein, nein. In einen richtig trockenen Alkohol können Sie massenhaft Wasser reinschütten - das braucht man auch nicht zu tröpfeln -, da wird nichts trüb. In Ihren Parfumbestandteilen sind einige Dinge enthalten, die man nicht unbedingt im fertigen Parfum haben möchte. Im hochprozentigen Alkohol waren diese Bestandteile nicht sichtbar, sie waren gelöst. Aber nun, nach der Zugabe eine bestimmten Menge Wasser, wurde der Alkohol - das Lösungsmittel - verdünnt und das erkennen Sie an den beginnenden Eintrübungen. Das ist der Punkt, wo Sie aufhören sollten Wasser reinzutröpfeln, weil sich dabei durchaus auch für den Geruch wichtige Bestandteile absetzen könnten. So viel Wasser wie möglich.

Zusammengefaßt lautet die Formel: So viel Wasser wie möglich & so wenig Alkohol wie nötig.

Notieren Sie sich auch die genaue Menge Wasser. Das zählen von Tropfen bringt Sie nicht weiter. Und wenn Ihr Rezept dann steht, können Sie bei allen weiteren Ansätzen die passende Menge Wasser mit Schwung reinschütten.

An diesem Punkte angekommen muß die Mischung in den Kühlschrank, ins Eisfach. Warum? Ganz einfach, weil sich die für die Eintrübung verantwortlichen Stoffe in der Kälte des Eiskastens besser absetzen. Das ist alles. Auch Wärme ist für die Löslichkeit entscheident und im Eiskasten fallen einfach alle Stoffe aus, die man nicht braucht. Mehr passiert da nicht. Nach 14 Tagen nehmen Sie Ihre Mischung vorsichtig aus dem Kühlschrank - nicht schütteln (sonst können Sie dden Ansatz gleich wieder für einige Tage in den Kühlschrank stecken), dekantieren, bei Bedarf durch einen Kaffeefilter laufen lassen, abfüllen und fertig.

Hier ein älterer Artikel zum Thema: Naturparfum - Wasser einrühren

Über Parfum sprechen und schreiben

scheint schwerer zu sein als es auf den ersten Blick scheint und ich komme irgendwie nicht umhin - vielleicht auch als Reflex auf zahlreiche Einträge in einem Parfumforum - über die damit verbundenen Eindrücke nachzudenken. Kant (1724-1804) unterscheidet zwischen den objektiven Sinnen - Betastung, Gesicht und Gehör - und den subjektiven Sinnen riechen und schmecken. Als wichtigsten Sinn benennt er den Tastsinn, weil er der einzige ist, der dem Menschen eine unmittelbare äußere Wahrnehmung ermöglicht. Mittelbare Sinne sind demnach das Gehör und der Gesichtssinn und von geringster Wichtigkeit sind die Sinne des Geruchs und des Geschmacks. Nur warum dann so streiten und abfällige Worte über den Geschmack des anderen finden, wenn der Geruchssinn nicht so wichtig ist? Warum nehmen wir unsere Nase so ernst? Seinen Königsberger Studenten jedenfalls hat Kant in seiner Vorlesung ANTHROPOLOGIE IN PRAGMATISCHER HINSICHT beide Fähigkeiten erläutert und die Unterteilung und Wertigkeit erklärt. Irrt hier der große Philosoph?

Ist es nötig, und das erlebe ich leider sehr oft, den eigenen Geschmack am Parfum durch die Abwertung des anderen hervorzuheben? Bei Wein, Kaffee und Schokolade ist es ja ganz ähnlich - also beim anderen subjektiven Sinn, dem schmecken. Kaum hat man erwähnt, daß man gerne Amarone-Weine trinkt, kontert das Gegenüber mit Barolo, der wenigstens 65 Euro kosten muß und das man Vollmilchschokolade liebt, sollte man auch tunlichst nicht erwähnen, weil unter 72% Kakaogehalt bekanntlich alles Schrott ist. Was überspitzt formuliert bedeutet, das jeder, der nicht wenigstens einen Serge Lutons-Duft im Schrank hat, von Parfum keine Ahnung hat.

Ein gutes Bsp. für parfumistisches Fachwissen sind z.B. die zahlreichen Duftfamilien. Davon weiß die echte Kennerin/ der echte Kenner jede Menge zu berichten. Im Grunde genommen hat nur Ahnung, wer wenigstens zu jeder Hauptkategorie drei weitere Unterteilungen parat hat. Was die Leute selten zugeben - wenn sie die Quelle überhaupt kennen - ist der Ursprung dieser Auflistung. Das Buch PARFUM von Elisabeth Barillé und Catherine Laroze (Christian Verlag). Es gibt ja nicht nur Fougere und Chypre, nein, dieses ist dem Profi viel zu ungenau. Die feine Nase unterscheidet sofort zwischen Fougere-Ambra, Blumig Ambriert Fougere, Würzig Fougere, Aromatisch Fougere und Fruchtig Fougere. Bei Chypre geht das Spielchen so weiter und was glauben sie, was man zu Zitrusnoten alles sagen kann?

Dabei soll gar nicht in Abrede gestellt werden, daß so eine Unterteilung durchaus sinnvoll sein kann, wenn man die Leidenschaft irgendwie klassifizieren möchte. Mit Tee, Rotwein und Schokolade sieht es bestimmt ganz ähnlich aus. Nur selbst die 1990 von Jean Kerléo gegründete Sociéte Francaise des Parfumeurs unterteilt nicht derart genau. Haben die nun auch keine Ahnung? Muß man den anderen mit einer solchen Feineinteilung übertrumpfen, wo es doch um eine gemeinsame Leidenschaft geht? Es ist doch kein Wettkampf, den man gewinnen muß. Warum geht mit der Wertschätzung für ein und dieselbe Sache oft die Geringschätzung anderer Vorstellungen, Wünsche und Leistungen einher? Würde es nicht reichen, einfach zu sagen, dieses oder jenes gefällt mir nicht? Meine Vermutung ist, daß dies zugleich bedeuten würde, auf einen wichtigen Teil der Selbstdarstellung zu verzichten. Die Selbstinszenierung als Fachfrau/ Fachmann, als Kritikerin und Kritiker könnte wichtiger sein als die Sache selbst. Was bedeutet, daß Kant am Ende doch richtig lag.

Und hier noch ein weiterer Artikel zum gleichen Thema. Was ist Kritik?

Stammlösungen - Parfum selber mischen

Stammlösungen sind eine wichtige Sache, denn viele Rohstoffe muß man erst auf den Einsatz in einem Parfum vorbereiten; Harze, Balsame (oft auch als Gummi bezeichnet) müssen gelöst werden, andere Rohstoffe sind kristallin und einige chemicals und ätherische Ölse sollte man sich ruhig verdünnen. Stammlösungen sind wirklich wichtig und gerade wenn man mit Kleinstmengen arbeitet, sollte man sich viele Riechstoffe vor dem Einsatz aufbereiten.

Harze und Balsame kommen bei mir kurz in ein heißes, fast kochendes Wasserbad - so erhitze und verflüssige ich meinen Weihrauch, den Tolubalsam und z.B. auch das Benzoe - dann fülle ich mir eine kleine Menge ab und fülle 1 : 1 mit DPG auf. Diese Stammlösung setze ich dann für eine Mischung ein. Mein geliebtes Javanol wird nur in Form einer 10%igen Lösung verwendet. Der eigentlich recht schwach wirkende Stoff entfaltet selbst bei dieser Verdünnung eine ungeheuerliche Wirkung (zum Glück), Himbeerketon kann man in DPG (leicht im Wasserbar erhitzen) und auch in Ethanol gut lösen; 10% sind hierbei kein Problem. Ich habe es auch schon mit 20% in Ethanol gemacht, aber 10% reichen völlig aus. Moschus Keton löst sich aber nur in DPG auf. Vorsichtig im Wasserbad erhitzen! Manchmal gibt es kleine Fünkchen. Da muß man aufpassen!

Und von Lavendel, Zimt, Patchouli, Vetiver, und vielen anderen ätherischen Ölen auch, würde ich mir immer Stammlösungen anfertigen. Wie wollen sie denn bei einer Testmischung von 10g den Lavendel genau dosieren? Wenn für ein Parfum - gerechnet mit 1000g - nur 2g Zimt gebraucht werden (damit nicht alles nach Zimt riecht), dann werden sie um die Stammlösungen nicht herumkommen.

stammlosungen

Außerdem bin ich der Meinung, daß man viele Riechstoffe erst in größerer Verdünnung richtig beurteilen kann. Schon aus diesem Grund fertige ich mir von vielen chemicals und zahlreichen ätherischen Ölen verdünnte Stammlösungen an. Wichtig ist, daß man immer mit der gleichen Lösung arbeitet.

Für das Parfum Eau de Froehliche wurden das Weihrauchöl, der Tolubalsam, Himbeerketon, Coumarin, Vanillin und die Irisbutter in Stammlösungen angesetzt.

Parfum selber mischen,

mit Blutorange, Minze und Lavendel.

blutorange_minze_lavendel_1

Damit die Idee mit den Monatsnamen vor lauter Arbeit nicht ganz in Vergessenheit gerät, habe ich letzte Woche angefangen, drei Rohstoffe miteinander zu mischen, die ich schon seit einiger Zeit einmal zusammen ausprobieren wollte: Blutorange, Minze (Mentha x piperita) und Lavendel. Drei ätherische Öle, die für meinen Geschmack sehr gut zueinander passen und die in der Kombination ausgesprochen frisch und anregend daherkommen.

Man mag jetzt vielleicht denken, daß drei Rohstoffe für einen Duft viel zu wenig sind und als Parfum würde ich das auch gar nicht bezeichnen wollen. Doch im Grunde genommen ist es nicht unbedingt leichter, wenn man sich auf wenige Dinge festlegen/ beschränken muß und ein sommerlich erfrischendes Körperwasser hat ebenfalls seine Berechtigung. Zumal ich an diesem Bsp. gut erklären kann, welche Arbeitsschritte im folgenden nötig sind.

Von der Idee - die ich wirklich gar nicht weiter erklären kann (sie war plötzlich da) - einmal abgesehen, bestand die erste Herausforderung in der Mischung, weil auf den ersten Blick nicht unbedingt klar sein muß, welches der drei Öle den Duft dominiert. Ein Bekannter wünschte sich unbedingt Menthol als vorherrschende Note und viele Kundinnen und Kunden meinten, ein kräftiger Lavendel wäre schön. Beides hat mir aber nicht zugesagt. Bei Menthol muß man mit der Menge aufpassen, weil zuviel nicht gut für die Haut ist und mit Lavendel ist es so eine Sache. Man kann sich mit Lavendel alles versauen und es ist überhaupt das erste Wässerchen, wo ich Lavendel einsetze. Ganz vorsichtig!

Nach unzähligen Versuchen bin ich bei der Mischung aus 915g Blutorange, 60g Menthol und 25g Lavendel hängengeblieben. Das sind zusammen 1000g und nur so werden Rezepte in der Parfumerie erstellt. Tropfenzählen oder gar Volumenanteile sind einfach nicht brauchbar.

Wem das nun partout zu wenig ist, der kann dieser Mischung z.B. eine richtige Basis aus Vetiver und etwas Patchouli geben. Paßt perfekt. In der Herznote macht sich Rose unheimlich gut und sogar etwas Vanille geht ganz prima. Und selbstverständlich kann man die Blutorange durch Orange oder Grapefruit gut ersetzen.

In den nächsten Tagen werde ich
1. Weingeist zugeben und
2. anschließend Wasser einrühren. Danach kommt die Mischung
3. in den Eiskasten, später wird
4. dekantiert und
5. beim Abfüllen gefiltert (wenn nötig).

Auch an dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, daß man für eigene Parfummischungen - die ja durchaus auch einiges an Geld kosten können, am Ende bitte nicht billiges Kosmetisches Basiswasser verwenden sollte. Dieser schrecklich vergällte Ethanol hat meistens einen derart entsetzlichen Eigengeruch, daß ich mich immer wundere, wenn dieses Zeug zum Einsatz kommt.

Und außerdem wird es diese Duftmischung in der Zukunft in unserer Rasierseife Tabula Rasa geben, wo sie den Teeduft (Koiander & Bergamotte) ersetzen soll.

4 Jahre - Die wichtigsten Texte

4geburtstag

Huch, das aromatische Blog ist inzwischen vier Jahre alt geworden. Hatte ich ganz vergessen und es bedurfte erst einiger Hinweise aus der mitlesenden Bevölkerung, um mich darauf aufmerksam zu machen. Ist ja nicht so, daß es mir nicht mehr am Herzen liegen würde und Themen gibt es mehr als genug. Nur die Zeit ist leider immer etwas knapp und im Sommer ist Sport auf dem Wasser viel schöner, als eine Stunde vor dem Computer. Trotzdem sei dem Blog nachträglich gratuliert und ich nehme die Festlichkeit einfach zum Anlaß, um an dieser Stelle einen Wunsch vieler LeserInnen zu erfüllen, die wohl immer wieder gern hier im Blog herumlesen, sich dabei für ganz bestimmte Dinge interessieren und manchmal mit der Suchfunktion nicht weiterkommen.

Deshalb hier die vielleicht wichtigsten, schönsten, unterhaltsamsten Texte, die Lieblingsartikel, meine Favoriten.

TEXTE ZUR GESCHICHTE DES PARFUMS

Parfüm - Geschichte I - Ägypten

Parfüm - Geschichte II - Ägypten

Parfüm - Geschichte III - Biblisches

Parfüm - Geschichte IV - Biblisches

Parfüm - Geschichte V - Mythisches

Parfüm - Geschichte VI - Griechenland

Theophrast De Odoribus - Über die Gerüche

Theophrast - De Odoribus - Teil II

Parfum - Geschichte VII - Indien

Parfüm - Geschichte VIII - China

Hesperiden - von Äpfeln, Nymphen & Mythen

Hesperides

Je Reviens! In drei Tagen.

Parfum - Geschichte IX

Frangipani

Ambroxan - Über Jona und Tintenfische und den Wal

ZUR KULTURGESCHICHTE DER KÖRPERPFLEGE

Mittelalterliche Badefreuden

Seife als Notbehelf

Seife schenkt man nicht

Körpergerüche

ROHSTOFFE

Vetiver und Vetiverylacetat

ISO e SUPER

Ambroxan - Über Jona und Tintenfische und den Wal

Amberbaum & Moby Dick

Vanille - die lieben fast alle

Aurantiol

Citronellöle - von duftenden Gräsern

Kennzeichnung von Kosmetik

Schokolade aus natürlichen Rohstoffen

Hedione

Bergamottöl

Coumarin

DAS PARFUM AN SICH

Duftfamilien

Duftmoleküle zerquetschen

Alles echt? Die reine Natur?

Nischendüfte - Von Nestbauern und Marken

Nischendüfte - große Meere & kleine Fische

Stinkt wie Klostein und riecht nach Oma

Was ist Kritik.
Oder die einfache Frage, was weiß ich über Parfum?

Manoumalia - Fagraea berteroana

BOTANIK

Fagraea fragrans

Hesperides

Frangipani

Zistrosen und Labdanum

ANDERE SACHEN

Der Parfumeur

Wie wird man Parfumeur?

Wellness für Mausi

NAG CHAMPA

Reiseerinnerungen

Paris - mein Fest fürs Leben

BELLE DE JOUR - Flacons a Parfum

Südfrankreich - Erinnerungen & Tipps

Mein Bulgarien

Italien 2008

Italien 2009

Aromatische Urlaubsbekanntschaften

Opium

Gibst du dem Opi Opium, bringts Opium den Opi um.

opium

Mit OPIUM von Yves Saint Laurent, ein Duft, der 1977 der Öffentlichkeit vorgestellt wird, begann die Erfolgsgeschichte eines Parfums, welcher die Vanillenote viel weniger betonte, als es bei orientalischen Düften bis dahin eigentlich üblich war. Allein schon der Flakon, als Vorbild diente ein japanisches Inro - ein mit glänzendem Lack verziertes Holzkästchen -, galt als unheimlich schick und ein kleines rundes Fenster im Glas gab die Geheimnisse des duftenden Inhalts ausschnittweise frei; was für eine Illusion. Bis heute ist der Duft ein Vorbild für viele andere Parfums - Opium ist wirklich ein echter Klassiker - und eine Mischung auszuprobieren, die an Opium erinnert, macht auf jeden Fall Freude und ist eine Herausforderung.

Wer sich etwas Ähnliches mischen will, der braucht in der Hauptsache natürlich Orange, Nelke und Vanille.

Dazu würde ich mir unbedingt einige weitere Gewürzöle nehmen. Kardamom oder Koriander z.B. Piment? Aus Kostengründen sollte man in der Herznote ein günstiges Rosen-Parfumöl nehmen. Jasmin würde auch passen und natürlich Iris. Die Orange kann man selbstverständlich mit Bergamotte oder Mandarine mischen/ ersetzen und Patchouli gehört unbedingt mit rein. Schwierig wird es mit dem Zimt. Im Original ist meiner Meinung nach Zimt drin. Aber ich sage es gleich dazu: Mit Zimt kann man sich alles versauen. Damit müssen sie unbedingt ganz sparsam arbeiten. Die Basis eines solchen Duftes ist gar nicht so kompliziert. Etwas Vetiver und Benzoe, vielleicht auch Tolu und/ oder Labdanum. Es geht ja nicht darum, die Rezeptur nachzumischen. Ohne richtig analysiertes GC/ MS ist das immer Spekulation und Einbildung. Ein Parfum zu mischen, soll ja in erster Linie Spaß machen und mit einem Ziel/ einem Vorbild vor Augen ist es manchmal sogar etwas leichter. Sandelholz - auch als Parfumöl - sollte natürlich ebenfalls perfekt dazu passen.

An dieser Stelle noch ein Tip zur Vanille. Vanille ist verführerisch. Wer Vanille liebt, wird hier immer etwas zu großzügig sein. Wenn sie Benzoe und Tolubalsam nehmen, dann sollte es vielleicht sogar ohne gehen.

Viel Spaß

Nassrasur - Silvertip Fibres© von MÜHLE

silvertip-fibres_fuers_blog

Im Bereich Blog im Blog (Seitenleiste rechts oben/ Klick and scroll down)/ Nassrasur, gibt es einen neuen Eintrag zum Thema Nassrasur/ Rasierpinsel mit synthetischen Fasern/ Silvertip Fibres© von MÜHLE Pinsel.

Froehliche Überraschung zum Wochenende

alzd_eau-de-froehliche

Mehr dazu später. Ich denke, daß ich jetzt nicht viele Worte machen muß. Die ersten Flaschen sind endlich in Bruchsal eingetroffen und weil ich gerade etwas sprachlos bin, leite ich meine lieben LeserInnen einfach mal zu den aktuellen Informationen weiter.


Das bin ich, bei Aus Liebe zum Duft

Und hier das Eau de Froehliche

Facebook ganz Froehlich

Zu jedem Parfum gibt es einen ausführlichen Begleitbrief und außerdem erhält jede Kundin/ jeder Kunde zu seinem Duft drei kleine Dosen, die mit W, T und I beschriftet sind. W = Weihrauch, T = Tolubalsam und I = Irisbutter. Irgendwie kann ich mir vorstellen, daß es mal ganz interessant ist, wenn man die Gelegenheit bekommt, an einigen Rohstoffen zu riechen.

Ein schönes Wochenende,
Erik Kormann

Hiddensee - Urlaubserinnerungen

Hiddensee ist schön, auch wenn es regnet. Ich liebe diese Insel. Dieses hakenförmige Gebilde links neben Rügen, wo auf der einen Seite Bodden und auf der anderen Seite Ostsee ist, und überall Ginster, Sanddorn und Heckenrosen, die Nachtigall singt im Flug und eine Goldammer sahen wir auch. Das alles und noch viel mehr auf knappen 17 km Länge, an der dünnsten Stelle ist die Insel etwa 300 Meter breit, im Norden den großen Leuchtturm am Klausner, dann kommt schon Grieben, Kloster, Vitte und ganz im Süden liegt Neuendorf. Ein EC-Automat (Sparkasse) in Vitte, keinen ALDI, keinen Schlecker, keine privaten Autos (geparkt wird in Schaprode auf Rügen), dafür Pferdekutschen und einen kleinen Bus. Nacktbaden wie früher, Camping ist verboten, einen Zeltplatz gibt es nicht, im Norden und im Süden je eine Nationalparkschutzzone, am Gellen - ganz südlich - noch einen weiteren, kleinen Leuchtturm, einen wundervollen Bäcker in Kloster, mit einer immerwährenden, langen Schlange, Fischsuppe in der Boje (Neuendorf), Flunder im Cafe Seepferdchen (Vitte), gebratenen Aal in der Buhne (Vitte), Fischbrötchen ist nicht so mein Ding - besonders dann nicht, wenn der der sie macht gleichzeitig das Wechselgeld herausgibt. Komische Zeichen an vielen Häusern - es sind die Hausmarken der Fischer. Hier lebte Asta Nielsen, Ringelnatz war zu Besuch, Max Taut hat hier gebaut und überhaupt Künstler über Künstler und beinahe hätte ich Gerhart Hauptmann vergessen und Günter Grass ist (oder war, keine Ahnung) mit einer Hiddenseerin verheiratet. Ganz Hiddensee eine einzige Künstlerkolonie und zu DDR-Zeiten ein Nacktbadeparadies. Protestbewegung ohne Badehose. Wenn das so ist, sollte sich Frau Merkel schon mal Sorgen machen. Ich glaube, die ganzen Nackten kommen alle aus dem Osten und auch wenn es cool ausschaut … Sonnenbaden mit Sonnenbrille ist einfach doof, weil man Stunden später wie ein Waschbär aussieht. Literatur und Yoga am Strand, Lesungen, Kirchenmusik, Orgelkonzerte, Gerhard Schöne sieht so aus wie früher und klingt auch noch so. Von Kloster bis Vitte sind es nur 2,5 Kilometer und dann die Touristen mit riesigen Rucksäcken und großen Wasserflaschen. Das Volk ist durstig und Wasser ist günstig, mit Wanderschuhen am Strand und dazu Gepäck für sieben Wochen, Survival auf engstem Raum, Jack Wolfskin ist allgegenwärtig - BILD auch - komische Mischung. Immer alles dabei und auf das Notwendigste reduziert. Großer Rucksack heißt: Alles dabei, hier wird nichts gekauft, hier wird naturnah erholt. Kleiner Rucksack symbolisiert die Sparsamkeit. Schaun sie mal hier, da geht nichts rein, weil zu klein. An dieser Stelle sei erwähnt, daß auch kleine und ganz kleine Rucksäcke auf breiten Rücken nicht wirklich schlank machen. Kinder über Kinder, Fahrräder über Fahrräder und überhaupt dürfen FahradfahrerInnen alles. Volles Tempo auf dem Deich und dahinter. Kaum ein Schritt in Ruhe ohne Klingeln und ach sind wir wieder umweltbewußt, wenn wir mit dem Rad bis direkt an die Ostsee wollen und Atomkraft nein danke auf dem Rucksack. Zack und schon steht das Rad in der Düne und wer hinterm Deich Urlaub macht, der nimmt den kürzesten Weg zum Strand und trampelt einfach drüber. Hier liegt der Hase im Pfeffer und ich mißtraue inzwischen all den ökologischen Gesinnungen.

fahrraeder-direkt-in-der-duene

Mein Erinnerungsfoto an diesen Urlaub. Hier auf Hiddensee stellen genau die Touristen, die Hiddensee wegen seiner Naturbelassenheit lieben, die nach Hiddensee kommen, weil es hier keine Autos gibt und die beim Bäcker fragen, ob die Milchbrötchen auch ja mit Biomilch gemacht werden, ihre Fahrräder mitten in die Düne. Nur keinen Umweg laufen, überall führen Trampelpfade duch die Dünung. Peinlich, peinlich.

Und schlau sind sie auch diese Leute: Als ich eine Frau fragte, warum sie mit ihrem Fahrrad und dem Kinderanhänger direkt bis in die Düne fahren würde (zurück zur Natur, nur nicht zu Fuß), sagte sie mißgelaunt, “Da auf dem Schild steht nur Betreten verboten. Von Fahrrädern ist keine Rede“. Völlig klar, wir brauchen mehr Verbotsschilder - auch auf Hiddensee.

Hausmarken
Hiddensee bei Wikipedia
Hiddensee.de
Reederei Hiddensee

Und hier der Bericht auf SUPERFLAVOR zu meiner SUP-Tour um die Insel.
sup_hafen_vitte_fuer_aromablog
Hiddensee, ein Sommererlebnis.