Von grünen und goldenen Äpfeln

Das Apfeldrama in der DDR begann meiner Erinnerung nach Mitte der 80er Jahre, weil grüner Apfel plötzlich irgendwie allgegenwärtig war. Zuerst roch der Pulli der Freundin danach, dann ihre Haut, später ihr Haar und nach einer Weile begriff ich, auch ich selber roch wie ein frischer, grüner Äpfel. Nicht, daß ich etwas gegen grüne Äpfel haben würde, aber wenn es in der DDR mal Dinge gab, dann gab es sie richtig und grüner Apfel war so eine Sache.

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Die Schuldfrage ist im Prinzip leicht geklärt. VERDOX heißt der Riechstoff, der für den Duft von grünen Äpfeln verantwortlich ist und entwickelt wurde das Zeug von der IFF. Beschweren sie sich bei Bedarf also bei den Amis. Da ich grad keine Zeit hab, verzichte ich darauf, all die notwendigen Daten wie CAS. und EINECS-Nr. herauszusuchen. Nehmen sie einfach noch etwas Hexylacetat und Diethylmalonat, Damascone und Methyloctincarbonat, vielleicht auch Stemone, Minze und etwas Muskateller Salbei, ein Spritzer Säure (Citral) und natürlich nicht das VERDOX vergessen und so nach und nach werden sie einen schönen, grünen Apfel erhalten. Ich sage nur gleich dazu, mit grünem Apfel bin ich durch.

Doch da wäre ja noch die Sache mit dem goldenen Apfel. Kennen sie die Geschichte? Spannend kann ich nur sagen und viel besser als grüner Apfel. Goldener Apfel ist voller Schönheit und Dramatik, wahrhaftig eine göttliche Geschichte.
Stellen sie sich mal eine rauschende Hochzeitsfeier vor. Ein Hochzeitsfeier für alle Götter, weil Peleus (der später der Vater des Achill werden sollte) die Nymphe Thetis heiratete. Doch halt, nicht alle Götter waren geladen. Eris, die Göttin des Streits, hatte man nicht ganz zufällig bei der Einladung übersehen. Wer will den schon Streit während der Hochzeit. Ganz böser Fehler, denn Eris wäre nicht die Göttin des Streits, wenn es dafür keine passende Rache gegeben hätte. Die findige Göttin nahm einen goldenen Apfel, schrieb darauf “Der Schönsten” und warf diesen Apfel zwischen die versammelten Hochzeitsgäste. Glauben sie mir, die Party war sofort im Eimer. Schließlich waren alle der zur Feier geladenen Damen nicht gerade häßlich und von sich eingenommen waren sie auf jeden Fall. Drei dieser Göttinnen galten dabei als besonders schön: Hera, Athene und Aphrodite. Nur welche sollte den goldenen Apfel mit der Aufschrift “Der Schönsten” denn nun bekommen? Zeus, der Göttervater, war klug genug, sich nicht mit derlei Fragen zu beschäftigen. Das konnte nur Ärger geben, weil ja zwei der Göttinnen als Verliererinnen vom Platze gehen würden und von zänkischen, launischen Weibern hatte Zeus genug. Nö nö, solche heiklen Aufgaben delegiert man besser. Gesagt getan und schon sollte sich der Schönste unter den Sterblichen, der trojanische Königssohn Paris (Sohn des Priamos und der Hekabe) damit befassen. Der stattliche Jüngling, von einer Bärin aufgezogen, ruhte sich auf einer Wiese, im Schatten eines Baumes am Berge Ida aus, als plötzlich die drei Grazien vor ihm standen, damit er sein Urteil sprechen konnte. Wer ist die Schönste von uns?, werden sie wohl gefragt haben und etwas Bestechung war natürlich auch mit im Spiel. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hera versprach dem Jüngling die Herrschaft über große Reiche, die kriegerische Athene den Sieg in jeder Schlacht und Aphrodithe – an Stelle für sie selbst – die Schönste der sterblichen Frauen: Helena, die junge, schöne Frau des König Menelaos von Sparta. Hätte ich auch so gemacht. Was soll man schon mit Herrschaft und großen Siegen, wenn man die Schönste bekommen kann. Paris sprach den goldenen Apfel (den Zankapfel) also ohne lange zu überlegen der Aphrodite zu, Hera und Athene waren stinksauer (was sonst?) und mit Aphrodites Hilfe war Helena alsbald aus Sparta entführt. Natürlich nach Troja, was dann bekanntlich dem Erdboden gleichgemacht wurde. Vorsicht vor goldenen Äpfeln sag ich da nur. Wegen eines einzigen Apfels wurde Troja niedergebrannt.

Und wie macht man aus einem grünen Apfel nun einen goldenen Apfel? Ganz einfach.

Nehmen sie weiterhin VERDOX und geben sie mal etwas Maltol, Vanillin, Undecalacton, Paradisamide (Passionfruit), Alylhexanoat, Magnolan und etwas Citral dazu. Damascone kann übrigens auch hier nicht schaden.

Viel Spaß beim Mischen.

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Hmmm, lecker so ein goldener Apfel.

Schlank mit Himbeerketon?

Oder wer`s glaubt wird selig. Vermutlich jedenfalls aber nicht dünn, nur etwas ärmer. Himbeerketon ist eins der neuen Zaubermittel im Diätenwahn. Es paßt zwar überhaupt nicht zusammen, erst haufenweise Brot und Nudeln zu futtern und anschließend Pillen für die Fettverbrennung einzuwerfen, doch vermutlich denken viele Menschen, es ginge ohne Sport und Selbstdisziplin. Fettverbrennung für die, die viel zu verbrennen haben. Ich lach mich schlapp.

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Und dabei find ich Himbeerketon für sich genommen ziemlich gut. Das weißliche Pulver, es handelt sich dabei um einen kristallinen Feststoff (sieht aus wie feiner Zucker), riecht nach Himbeeren und bringt etwas Süße und Fruchtigkeit dort, wo man nicht gleich eine fertige, komplette Himbeernote einsetzen mag. Wer jedoch eine runde, satte Himbeere wünscht, den muß ich enttäuschen. Himbeerketon riecht weder besonders kräftig noch bringt der Einzelriechstoff die komplette Frucht. Obwohl Rheosmin, so eine weitere Bezeichnung für Himbeerketon, in der Hauptsache für den Geruchseindruck einer Himbeere verantwortlich ist. Das Phenol (also ein aromatischer Ring/ Arene/ an die eine oder mehrere Hydroxygruppen (OH) gebunden sind/ aromatische Kohlenwasserstoffe, in der gr. Mythologie Tochter des Königs Oibalos und der Gorgophone) ist nur einer von ganz vielen, enthaltenen Stoffen. Setzen sie davon nur nicht zu viel ein, weil viel nicht immer viel hilft und Himbeerketon alleine keine Himbeere macht.

Andere Bezeichnung für Himbeerketon sind:

- 4-(4-Hydroxyphenyl)-butan-2-on
- Rheosmin
- Frambinon
- Oxyphenylon
- Raspberry Ketone
- Rasketone
- Oxanone

Die Cas.Nr. lautet: 5471-51-2
Die EINECS Nr. lautet: 226-806-4

Der Stoff ist unlöslich in Wasser. Geht perfekt in Ethanol oder als 10-20%ige Lösung in DPG.
Arene sind übrigens lipophile Verbindungen.

Und wie mischt man sich eine Himbeere? Aus welchen Chemicals könnte man eine Himbeere mischen? Man koennte zum Beispiel Hexenylacetat, Hexenol, Hexylacetat, Ethylbutyrat, Maltol, Ethylmaltol, Vanillin, Jonon beta, Moschus, Furaneolacetat, Benzylacetat, Undecalacton, Geranium. Wirklich wichtig für eine natürliche Himbeere sind die Grünnoten und auch wenn man nur Spuren benötigt, solche Sachen wie Vanillin, Maltol und Geranie gehören durchaus mit hinein.
Viel Spaß beim mischen.

Himbeerketon findet sich aber auch in Lebensmitteln, besonders in Süßspeisen und nun wird es so richtig interessant; aus Laboruntersuchungen mit Mäusen weiß man, daß Himbeerketon – verabreicht wurden Mengen von bis zu 2% der täglichen Gesamtnahrungsaufnahme – den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen kann. 2% Himbeerketon vom täglichen Futterberg. Alle Achtung, bei dem, was einige Zeitgenossen so verdrücken, wird das teuer. 60 Kapseln für 29,99 Euro und 1200mg sollen reichen? Leute, Leute, wer glaubt nur solchen Werbeversprechungen? Ich sag nur: Laborversuche mit Mäusen.

Nur wie wird man richtig schlank? Wie bekommt man eine schöne Muskulatur und wie ernährt man sich gesund? Die Antwort ist ganz einfach: Jedenfalls nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln, wenn der Rest nicht stimmt. Ich bin aber gern bereit, daß Geheimnis meines Waschbrettbauchs zu verraten. Wie, sie glauben mir nicht? :-)

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Schuld an dem ganzen überflüssigen Hüftspeck sind nicht die Fette, sondern die ganzen Kohlenhydrate. Mir ist es egal, ob Mediziner, Ernährungsexperten, Politik und Wirtschaft eine kohlenhydratreiche Ernährung nahelegen. Kohlenhydrate werden im Magen nämlich auch nur zu Zucker zerlegt und Zucker macht dick und reizt. Außerdem machen Kohlenhydrate nicht satt und deshalb stopfen sich viele Leute mit Nudeln und Pizza voll, bis nichts mehr reingeht. Satt sein ist anders. Kohlenhydrate machen voll.

Was tun? Ganz einfach. Verzichten sie auf Brot, Nudeln, Kartoffeln, Müsli, Reis … einfach auf alles (oder so weit es geht), was aus Mehl, Stärke und Zucker besteht (oder diese Dinge zum Inhalt hat). Steigen sie um auf Fisch, Fleisch, Gemüse, Eier und Beerenfrüchte, schauen sie nicht auf die dummen kcal sondern auf die Angaben zu den Kohlenhydraten und lassen sie Fruchtsäfte, Limonaden und viele der ach so gesunden Milchprodukte einfach mal weg. Wenn schon Milchprodukte dann Ziegenkäse, Hüttenkäse (mit Heidelbeeren), Schlagsahne ohne Zucker ist perfekt, Parmesan so viel sie wollen, Tomate und Mozarella und reichlich Öl, alles kein Problem. Nehmen sie Fett und Öl, nur lassen sie das Brot und die Nudeln weg. Fett macht nicht dick. Achten sie auf lange Abstände zwischen den Mahlzeiten (5 Stunden und mehr), naschen sie nicht zwischendurch und essen sie langsam. Wege zu einer gesunden Ernährung sind für mich LowCarb und Paleoernährung und wem das zu streng ist, der kann es ja mit Trennkost versuchen. Das alleine macht zwar keinen Waschbrettbauch (dafür braucht es viel Sport), es macht aber auf keinen Fall dick.

In Kürze geht es hier auch wieder etwas weiter. Nur im Sommer bin ich lieber an der frischen Luft und sitze nicht so gern vor dem Computer.

Parfum und Politik – Die Nase voll

Die Nase voll – eine Petition für Duft
Eine deutsche Internetseite mobilisiert europaweiten Widerspruch zur EU-Gesetzesänderung zu Parfum

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HIER GEHTS ZUR PETITION!

Engagierte Verbraucher melden sich zur geplanten Änderung der Kosmetikverordnung zu Wort: in Brüssel ist am 11.04.2014 ein Dokument eingegangen, das einige EU-Kommissionsmitglieder überraschen dürfte. „Ärzte, Gutachter, die großen Parfumhäuser und Parfumeure – alle sind schon gehört worden. Jetzt bekommen endlich die Verbraucher eine Stimme“, sagt Christoph Polatzky, Betreiber von Parfumo, Deutschlands größter Parfum-Community und Onlineplattform, auf der sich täglich Tausende zu ihren Lieblingsdüften austauschen. Zeitgleich mit der Einreichung an die Kommission in Brüssel hat die Community eine Unterschriftenaktion gestartet, die in den nächsten Monaten offen steht. Bereits im Vorfeld hatte die Petition viel Unterstützung von internationalen Web-Communities, Bloggern und Facebook-Usern: Alle machen mit.

Verbote und Grenzwerte für Parfumkomposition sollen per EU-Dekret verschärft werden, um der Möglichkeit von Allergien zu begegnen. Bei einigen Stoffen ist ein geringes Risiko leichter Irritation im Test nachgewiesen. 1 bis 3 % der Bürger könnten betroffen sein. In den Augen der informierten Verbraucher schießt diese Form des Verbraucherschutzes weit über das Ziel hinaus. Angelika Förster, eine Mitverfasserin der Petition und des Textes für Brüssel, erklärt warum: Wenn diese Stoffe auf der Verpackung deklariert werden, reicht das. Wir sagen ja zu Information und Transparenz – nein zu Bevormundung. Eine Überreaktion würde ein altes und wunderbares europäisches Kunsthandwerk so sehr beschränken, dass es daran kaputt gehen könnte.“

Die Sorge um das Kulturgut Parfum ist berechtigt: Viele, seit Jahrhunderten erprobte Duftstoffe wären nach der Gesetzesänderung nur noch beschränkt oder gar nicht mehr einsetzbar. Klassiker und von vielen Menschen geliebte Düfte wie Chanel No 5, Cool Water oder CK One gälten dann als gesundheitsschädlich. „Viele bekannte Parfums müssten umformuliert werden, so dass man sie kaum wiedererkennen könnte oder sie würden ganz vom Markt genommen werden. Und neue Parfumkompositionen würden behindert. Man muss sich die Parfumkunst ohne den Duft der Rose vorstellen, ohne Moos, ohne Zitrone oder Pfeffer. Wie ein Gemälde ohne Farbe!“ sagt Polatzky. Förster ergänzt: „Wir setzen darauf, dass die EU einen Weg findet, der das Kulturgut Parfum erhält und freuen uns über weitere Unterstützung, die dazu beiträgt.“

Tatsächlich scheint sich Angelika Försters Wunsch nach breiter öffentlicher Unterstützung zu erfüllen: Während das Konsultationspapier an die in Brüssel Verantwortlichen geleitet wird, sammeln sich die Unterschriften. Bereits wenige Minuten nach Beginn der Aktion auf Parfumo hatten hunderte die Petition unterschrieben.

UND HIER GEHT ES NOCH EINMAL ZUR PETITION!

Parfum und Politik – SOS für Parfum

SOS

Die EU-Kommission ist in den letzten Schritten einer Gesetzesänderung, die Parfum essentiell betrifft: Noch bis Mitte Mai findet die öffentliche Konsultation dazu statt, die letzte Vorinstanz, bevor die Änderungsbeschlussvorlage an EU-Parlament und EU-Rat geht, wo sie nicht mehr inhaltlich diskutiert wird (denn das Gesetz existiert bereits, für eine Änderung der Anhänge, die dem Sinn der grundsätzlichen Regelung entspricht, ist nur eine formelle Befassung nötig). Es ist die Änderung der Anhänge II und III der bestehenden EU-Kosmetikverordnung, in denen aufgezählt wird, welche Kosmetikinhaltsstoffe in Europa verboten sind oder einer Deklarationspflicht unterliegen. Es sollen drei Stoffe (Lyral® und [Chlor-]Atranol, damit de facto Eichen- und Baummoos) in die Verbotsliste und viele weitere in die Restriktionsliste aufgenommen werden.
Diese Inhaltsstoffe sind wichtige Komponenten der Parfumkomposition.
Die Auswirkungen auf die europäische Parfumerie wären enorm.

Dass Parfuminhaltsstoffe ein Thema der gesetzlichen Regelung sind, ist begründet durch ihre teils allergene Wirkung: 1-3% der Menschen können auf bestimmte Parfuminhaltsstoffe allergisch reagieren, was sich in einer Hautirritation zeigt, die wieder aufhört, sobald der direkte Kontakt mit dem auslösenden Stoff unterbrochen wird. Welche Stoffe als Allergen gelten, geht zurück auf Forschung mit dem sogenannten Patchtest, wo die Substanzen in hoher Konzentration mit Vaseline als Trägersubstanz für 48 Stunden mit einem Pflaster, ohne Luftkontakt, aufgebracht werden. Dieser Test ist logischerweise ungeeignet für Riechstoffe in Parfum, denn bei Parfumbenutzung geht es um deren Verhalten in sehr viel geringerer Konzentration im ständigen Luftaustausch, denn Sinn ist ja gerade, dass die flüchtigen Stoffe auf der Haut verdampfen und sich in nur wenigen Stunden wortwörtlich in Luft auflösen. Die Patchtest-Ergebnisse sind jedoch die Grundlage gesetzlicher Regelung, unabhängig davon, ob es sich um Hautcreme, Duschgel oder Eau de Toilette handelt. Erfahrungsgemäß gibt es allergische Reaktion auf Parfuminhaltsstoffe – aber auf welche Substanzen in welcher Konzentration wie genau reagiert wird, ist tatsächlich nur anhand der bislang auf Parfum unzutreffenden Daten zu schätzen. Trotzdem soll basierend darauf das Gesetz geändert werden.
Dagegen wendet sich die Petition, die derzeit auf Parfumo.de veröffentlicht ist. Sie ist gekoppelt mit einem Beitrag zur öffentlichen Konsultation. Die Argumentation dieses Beitrags und der Petition verweist nachdrücklich auf den Stellenwert der Parfumerie als Kulturgut. Wenn etwas ein so klares Beispiel für immaterielles Weltkulturerbe ist, so die Verfasser/innen, dann darf man auf keinen Fall Gesetze erlassen, die nicht fundiert sind und so dem kulturellen Wert schaden, ihn vielleicht sogar zunichte machen – denn die Restriktionen, die mit dieser Gesetzesänderung gelten würden, wären scharfe Einschnitte, die das europäische Parfum grundlegend behindern würden. Olfaktorische Kunst ist ebenso ernst zu nehmen wie Malerei, Musik oder andere Kunstformen und ebenso vor Einschränkung zu schützen, die eingreift in die Ausdrucksfreiheit und die Potenz der Komposition. Wenn man die Klaviatur eines Klaviers links und rechts um 60 cm kürzen würde oder eine Ölfarbenpalette um ein Dutzen Farben berauben würde, wäre es absurd zu sagen: Mit den restlichen Tasten kann ein talentierter Komponist doch immer noch schöne Musik machen oder eine gute Malerin kann sehenswerte Gemälde malen, in denen nun mal einige Farben nicht vorkommen. Aber genau diese Argumentation wird gerade bemüht für die Beschneidung der Parfumpalette: Wenn einige Stoffe gebannt sind, können die Parfumeur/innen doch den Rest benutzen.

Eine solche achselzuckende Verkennung der Materie ist einem falschen Betrachtungswinkel geschuldet: Parfumerie ist hier ein bloßes Konsumprodukt, das Regeln des Marktes und des Verbraucherschutzes unterworfen ist, genau wie Antischuppenshampoo. Ein zweiter, genauerer Blick, der der Stellung eines Kulturgutes oder gar einer erhaltenswerten Kunstform entspricht, wird nicht investiert. Genau das fordert aber der Parfumo-Beitrag zur öffentlichen Konsultation mit der gekoppelten Petition: dass hingeschaut wird, mit was man es da eigentlich zu tun hat.

Ein ähnliches Beispiel gibt es bereits in der EU: Rohmilchkäse. Während traditionelle Käserei ganz sicher keine Kunstform ist, ist der Stellenwert als Kulturgut aber unumstritten. Artisanal und regional gefertigten Käse den gleichen gesetzlichen Bedingungen zu unterwerfen wie industriell hergestellten Käse, würde bedeuten, ihn unmöglich zu machen. Und der Gesundheitsschutz wäre hier noch viel mehr ein Argument, es zu tun, würde man pauschal und für den kulturellen Wert blind an die Sache gehen, denn Rohmilchkäse schadet z.B. ungeborenem menschlichen Leben – und das enorm. Aber für den Rohmilchkäse Europas wurde eine gesetzliche Sonderregelung gefunden. Mit Deklarierung darf er weiterhin hergestellt und gehandelt werden. Es gibt nach wie vor Roquefort, Manchego und Appenzeller. Ein Glück!
Warum gibt es keine vergleichbare Regelung für Parfum?

Warum müssen Verbraucher/innen auf die Barrikaden gehen und das vom Gesetzgeber einfordern? Könnte es sein, dass die Lobby der Milchbauern und Molkereien besser organisiert und vernetzt ist als die der Parfumindustrie? Oder dass die letztere eine eigene Agenda vertritt, die vereinbar ist mit einer Politik, die den kleinen und mittleren Wettbewerbern das Wasser abgräbt? Was fehlt der EU-Kommission an Argumenten? Eine gute, schlüssige und bei aller wissenschaftlichen Sorgfalt leicht zu verstehende Argumentation findet sie in dem Konsultationsbeitrag und der Petition auf Parfumo.de. Wie viele Unterschriften von mündigen, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sind nötig, damit das wahrgenommnen wird? Viele offenbar. Jede Unterschrift leistet einen Beitrag, zu unterstreichen, wie wichtig es ist
- Gesetze nicht aus der hohlen Hand aufgrund unfundierter, ungefährer Forschung zu machen,
- Kunst und Kultur in Europa blühen zu lassen und nicht zu behindern oder gar zu vernichten,
- Und Verbrauchende zu informieren und ihnen die Wahl zu lassen, statt sie zu bevormunden.
Jede Unterschrift bedeutet, den Verantwortlichen ihre Verantwortung deutlich zu machen. Für Duft und Duftkunst wird hier ein SOS formuliert, das die Chance auf Rettung erhöht, besser als Gebet, Hoffnung und Vertrauen in die Politik das tun können.

Parfum und Politik – ein kleiner Vorgeschmack

Wußten sie schon, daß Zitrusfrüchte nur sehr unzureichend gekennzeichnet sind? Wußten sie, wie gefährlich es für Leib und Leben sein kann, wenn man Zitrusfrüchte schält? Es ist überhaupt gar nicht zu verantworten, hier ohne Warnhinweise und strenge Regulierungen den Bürger/ die Bürgerin weiterhin im Glauben zu belassen, es wäre der Gesundheit zuträglich Zitrusfrüchte zu kaufen und zu schälen. Und weil die Politik das Gefahrpotential, welches in Zitrusfrüchten steckt, noch rechtzeitig vor der anstehenden Europawahl erkannt hat, gibt es ab sofort strenge Vorschriften für den Verkauf und den Erwerb von Zitrusfrüchten. Der private Anbau von Zitruspflanzen wird ebenfalls verboten, in Zukunft nur mittels Ausnahmegenehmigung gestattet sein und wer die Früchte in Verkehr bringen möchte, benötigt dafür eine Sicherheitsbewertung, ausgestellt von einem zertifizierten Sicherheitsbewerter. Das alles natürlich nur zu ihrer Sicherheit. Die aktuelle Kennzeichnungspflicht gilt schon ab der kommenden Woche. Kaufen sie bitte nur noch Zitrusfrüchte die ordentlich deklariert sind.

Hier ein Bsp. für eine vorbildliche Kennzeichnung der Ware. Achten sie außerdem auf das Mindesthaltbarkeitsdatum!

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Das Problem sind die in den Schalen enthaltenen Allergene und weil Allergene besonders schlimm für die Gesundheit sind werden Allergene verboten, bzw. es wird davor gewarnt. Flure, Wiesen und Wälder werden demnächst europaweit und einheitlich mit Warntafeln ausgestattet: VORSICHT Bet V 1 warnt z.B. vor anfliegenden Birkenpollen, einem kreuzgefährlichen Protein.

Der Hintergrund all dieser Vorsichtsmaßnehmen ist die Sorge der Politik gegenüber dem bürgerlichen Wohlbefinden. Nicht unbedingt gegenüber einer bürgerlichen Selbständigkeit und Mündigkeit … wo kämen wir denn da hin. Nein, das Leben innerhalb der EU soll nach gleichen Regeln und Gesetzen und Standards geregelt werden. Wohin man auch kommt, es soll überall möglichst gleich sein und sicher.

Natürlich nur zu ihrer Sicherheit und nur aus diesem Grund warnt das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) vor allen schädlichen Einflüssen. Fencheltee z.B. ist auch gar nicht gut und wer Frankfurter Grüne Soße liebt, kann sich eigentlich gleich erschießen. Wohin man auch schaut, selbst die natürlichsten Kräutermischungen sind geradzu tödlich, überall lauern das böse Estragol und Methyleugenol, finden sich Pyrrolizidinalkaloide (Alkaloide, die besonders gern in Hülsenfrüchten vorkommen) und Thymianöl schädigt die Leber. Nehmen sie ja kein Thymianöl. Jedenfalls nicht, wenn ihre Leber die eine oder andere trinkfeste Aufgabe noch zu bestehen hat. Es ist nämlich für die Politik gar kein Problem, wenn sich Hinz und Kunz täglich vollaufen lassen und auch eine Biermeile auf 4 km Länge hebt die Stimmung und den Umsatz – davor wird nicht gewarnt – so lange sie mit Thymianöl vorsichtig sind.

Auffällig ist nur, daß vor den Folgen von Altersarmut und steigenden Krankenkassenbeiträgen kaum oder nur recht zögerlich gewarnt wird und noch kein EU-Politiker auf die Idee kam, die benzolgetränkten Tankstellenbrötchen mal genauer zu untersuchen.

Ach, bevor ich es vergesse: Geraniol ist auch ein Allergen und zudem in vielen Schnittblumen enthalten. Da sollten sie unbedingt aufpassen und bei Parfums mit Geraniol sollten sie besonders vorsichtig sein. Denken sie an die Zitrusfrüchte und schälen sie die nächste Apfelsine nur mit Gummihandschuhen, Schutzbrille und Mundschutz.

SÜSKIND.CH – Erik goes Switzerland

Wenn ich mir für meine Parfums wirklich etwas gewünscht habe, dann das! In Kürze wird es meine Düfte bei SÜSKIND in der Schweiz geben. Das Paket ist gepackt und am Montag geht die Post ab.

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Und so werden in Kürze mein STEAMPUNK viola, der JULI, der SEPTEMBER, der DEZEMBER und mein EAU DE FROEHLICHE No. 3 hoffentlich die eine oder andere Schweizer Nase erfreuen.

Immer der Nase nach – Here`s something for the tip of your nose! (Hier gibt`s was auf die Nase)

Zitronenmyrte CO2 Extrakt von Flavex

Der nächste Duftstoff den ich heute vorstellen möchte, ist das CO2-se Extrakt Lemon Myrtle (Zitronen Myrte) von Flavex. Ein wunderbarer Riechstoff, den ich bestimmt demnächst zum Einsatz bringen werde. Ich weiß zwar noch nicht wo und wie, doch das wundervoll frisch-zitronig duftende Extrakt muß ich einfach vorstellen.

Die erste Frage wäre, warum die Zitronenmyrte Zitronenmyrte heißt und was die Myrte mit einer Zitrone zu tun hat. Kurze und knappe Antwort: NICHTS. Aber ich hab trotzdem ein hübsche Foto gemacht – mit Zitrone, weil es so schön ausschaut – und jetzt klären wir erstmal die Botanik.

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Zitronenmyrte ist nämlich nicht gleich Zitronenmyrte. Denn egal, ob man nun den deutschen Trivialnamen oder die engl. Bezeichnung Lemon Myrtle nimmt, man hat immer die Wahl zwischen Leptospermum petersonii und Backhousia citriodora. Die duften beide ganz prima zitronig, doch wir wollen es genauer wissen und deshalb muß man hier sauber trennen, und zwar erst beim Gattungsbegriff, denn beide Pflanzen gehören zur Ordnung Myrtenartge/ Myrtales, sie gehören zur selben Familie Myrtengewächse/ Myrtaceae und erst bei der Gattung wird zwischen Leptospermum und Backhousia unterschieden.

Systematik auf einen Blick.
Leptospermum petersonii

ORDNUNG: Myrtenartige/ Myrtales
FAMILIE: Myrtengewächse/ Myrtaceae
GATTUNG: Leptospermum
ART: Zitronenmyrte
WISS. NAME: Leptospermum petersonii F.M. Bailey (Nach Frederick Manson Bailey, 1827-1915, australischer Botaniker)

Die Pflanze wächst als Strauch oder kleiner Baum und wegen des aromatisch-zitronigen Duftes (und Geschmacks) der Blätter hört man auch häufig den Namen Zitronenteebaum oder ähnliche Umschreibungen.

Systematik auf einen Blick.
Backhousia citriodora

ORDNUNG: Myrtenartige/ Myrtales
FAMILIE: Myrtengewächse/ Myrtaceae
GATTUNG: Backhousia
ART: B. citriodora
WISS. Name: Backhousia citriodora F. Muell (Nach Ferdinand Mueller, Baron Sir Ferdinand Jacob Heinrich von Mueller, 1825-1896, dt.-australischer Arzt, Geograph und Botaniker)

Und weil es sich bei dem Lemon Myrtle CO2-se Extrakt von FLAVEX um Backhousia handelt, geht es hier mit der genauen Kennzeichnung weiter: INCI-Name (CTFA): Backhousia Citriodora (Lemon Myrtle) Leaf Extract, CAS-No. 84775-80-4, EINECS-No. 283-909-7

Und auch hier verströmen die zerkleinerten Blätter einen intensiven Zitronenduft – womit die Frage nach der Gemeinsamkeit zur Zitrone geklärt wäre – und weil die Lebensmittelindustrie immer nach schlagkräftigen Beschreibungen sucht, wurde im Laufe der Zeit aus der Zitronen duftenden Myrte die Lemon Myrtle. Der schon recht große Baum kommt in den subtropischen Regenwäldern Australiens vor (z.B. Queensland) und es gibt keine andere Pflanze auf der Welt, auch nicht die Zitrone, deren Früchte oder Blätter mehr CITRAL enthalten als die Blätter von Backhousia citriodora. Ich will jetzt nicht mit Zahlen um mich schmeißen, aber ich fand Angaben von über 90% Citralgehalt. Verwendung findet der Stoff als Aroma in Lebensmitteln und als Riechstoff in der Parfumerie.

Gibt man die gelblich, ölige Flüssigkeit des Extrakts auf einen Riechstreifen, vernimmt man sofort den intensiven, zitronigen Geruch, der zudem eine deutlich bessere Haftung hat, als man von Zitrusölen oft erwartet. Nach 14h noch deutlich wahrnehmbar.

Sehr zu empfehlen!

Und gerade weil die Trivialbezeichnungen häufig nicht so eindeutig sind, lohnt es sich immer genau zu klären, aus welchen Pflanzen/ Pflanzenteilen der Riechstoff kommt, mit dem man gerade arbeiten möchte. Backhousia wird nämlich gern als Zitronenverbene oder als Süßes Eisenkraut bezeichnet und natürlich gibt es auch Öle von Leptospermum petersonii.

Immer der Nase nach – Here`s something for the tip of your nose!

Parfum mit Espresso-Duft

Frühjahrsmüdigkeit ist nicht. Dank FLAVEX bastel ich an einer schönen Kaffeenote und die ist zudem noch gänzlichst echt. Kaffeeduft rein natürlich und ausgesprochen perfekt. So einen Espresso könnte ich jetzt gut gebrauchen und wenn der Coffeeshop derart herrlich duften würde wär ich absolut verloren. Darf ich vorstellen, das Coffee CO2-Extrakt/to in BIO-Qualität von FLAVEX. Was Besseres hab ich diesbezüglich noch nicht unter der Nase gehabt.

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TO steht dabei für TOTAL EXTRAKT, was in etwa einem OleoResin entspricht, nur das hier z.B. kein Hexan als Lösungsmittel zum Einsatz kam, sondern wieder nur CO2 was sich von alleine rückstandslos verflüchtigt. Das Öl hat eine wunderbare Espresso-Note und mit 1-2% auf 1000 erhält man schon tolle Ergebnisse.

In Kombination mit der von mir geplanten Veilchennote ergeben sich richtig interessante Möglichkeiten. Doch das verrate ich später. Unbedingt ausprobieren!
Von der Sache her ist das Kaffee-CO2-Extrakt eine schöne Kopfnote. Hat sicherlich etwas mehr Haftung als Limmee, Kardamom und Co. doch kopflastig auf jeden Fall.