Ananas im Parfum – Allylhexanoat

Ananas_klein

Mit dem Chemical ALLYLHEXANOAT (auch als Allyl Caproate oder Capronsäureallylester bezeichnet) gibt es einen Riechstoff, der sehr deutlich nach ANANAS riecht.

Allylhexanoat ist auch als Aromastoff für Lebensmittel zugelassen und vor einiger Zeit gab es Untersuchungen zur Frage, ob natürlich oder naturidentisch (ich denke, hier wird es um die Frage gegangen sein, ob man das Aroma eines Lebensmittels mit Allylhexanoat als natürlich oder naturidentisch bezeichnen kann/ darf). Die einen waren der Meinung, Allylhexanoat in ganz geringen Mengen in der Frucht gefunden zu haben, während andere das Gegenteil beweisen konnten – was für mich aber keine Rolle spielt. Allylhexanoat ist ein industriell erzeugter Aroma- und Duftstoff und wer sich ein Parfum mit Ananasduft mischen möchte, kommt um Allylhexanoat einfach nicht herum.

CAS-Nr: 123-68-2
Summenformel: C9H16O2

Allylhexanoat ist ganz einfach eine wundervolle Fruchtnote, wirkt auf jeden Fall tropisch und paßt prima in die Richtung Pfirsich, Aprikose und Apfel.

Sehr zu empfehlen!

Schokolade als Duft

Welche Riechstoffe sind nötig, um einen schokoladigen Duft zu erzielen?
Seifenblasen_parfumiert

In Sachen Gourmand-Düfte hatte ich mich getäuscht, ich gebe es zu, ich hielt es für eine kurzfristige Mode, die sich schnell überleben würde. Doch weit gefehlt und der Wunsch, sich mit Keks-, Caramel-, Vanillepudding- und Schokodüften zu parfumieren, beschränkt sich schon längst nicht mehr auf ein juveniles Publikum. Alter spielt bei derlei Geschmacksfragen scheinbar keine Rolle – dies soll auch wirklich keine Wertung sein – und häufig kommt die Frage, mit welchen Riechstoffen/ duftenden Rohstoffen man sich eine Schokonote für ein handgemachtes Parfum zaubern kann.

Wer sich nun an mein EAU DE FROEHLICHE NO. 1 (The Pug) erinnern kann, der wird sich vielleicht auch an die damlige Aufgabenstellung erinnern. Schließlich ging es darum, einen gourmandigen Weihrauchduft zu mischen, dessen leicht schokoladige Note aus rein natürlichen Ölen besteht.

- Weihrauch
- Eau de Froehliche
- The Pug
- Schokolade für die Schokobade

Es ist (war) nicht ganz einfach, zumal es für HobbymischerInnen oft schwierig ist, mit den unterschiedlichen Rohstoffen zu arbeiten und diese ersteinmal für den Einsatz in einer Parfummischung vorzubereiten. Tolubalsam z.B. wird sehr, sehr fest und ich hatte schon oft die Frage, was man tun muß, damit die schwarze, klebrige Masse, wenigstens erstmal aus der Flasche kommt – ganz einfach, ein Wasserbad mit kochendem Wasser und keine Sorge wegen der Hitze. Solche Rohstoffe halten das aus. Aber wer sich an einer schokoladigen Notoe versuchen möchte, der braucht auf jeden Fall Riechstoffe wie PERUBALSAM-ÖL, TOLUBALSAM, BENZOE, COPAIBA, STYRAX-AMBER, TONKA Res. VANILLE, LABDANUM und PATCHOULI. Ohne Patchouli, wovon man nur ganz wenig braucht, geht es nicht. Dazu passen wird auf jeden Fall eine Kleinstmenge Karottensamenöl, etwas Osmanthus, Kardamom geht auch, Rosa Pfeffer und Atlas-Zeder. Aber den Hauptteil, den mischt man sich aus den o.g. in Majuskeln (Versalien) geschriebenen Rohstoffen. Ich habe neulich auch in einem ersten Artikel die tollen Rohstoffe von Flavex vorgestellt, wo es neben Vanille und Pistazien CO2-Extrakten auch Kaffee als Geschmacks- und Duftstoff gibt, was meinem Dafürhalten nach wunderbar passen würde. Allerdings waren meine Ergebnisse damit leider nur mäßig, weil gerade das zauberhafte Kaffee-CO2-Extrakt nur wenig stabil in einer Mischung war.

Wer sich aber vor Chemicals nicht scheut, der sollte meiner Meinung nach versuchen (was manchmal schwierig ist, weil es die Stoffe nicht an jeder Straßenecke gibt)- mit folgenden Riechstoffen/ Chemicals zu arbeiten.

- ISOBUTAVAN: Der Riechstoff bringt eine schöne, cremige Vanille mit, die durchaus an weiße Schokolade erinnert.
- AZARBRE: Honigsüße, blumig/ holzig.
- METHYL DIANTILIS: Süß-würzig, für mich deutlich vanillig und an Gewürznelke erinnernd.
- METHYL LAITONE: Kokosnoten, milchig, cremig. Unbedingt!
- EXALTOLIDE und HABANOLIDE: Sehr elegante Moschusnoten.
- FLOREX: Erinnert entfernt an Tabak, Tonka und mit viel Phanatsie auch an Kokos.
- KOUMALACTONE: Wie der Name schon vermuten läßt: Coumarin, Tonka, Milch, auch Tabak ist vorstellbar.
- DATILAT: Der Riechstoff bringt eine an Weinbrand erinnernde Fruchtigkeit, Trockenfrüchte.
- FILBERTONE: Haselnuß, Trockenfrüchte, Grün-Noten.
- ISODAMASCON: Ein fruchtig/ blumiger Riechstoff, der mich immer an getrocknete Pflaumen und zugleich auch an Tabak denken läßt.
- BENZYL CINNAMATE: Balsamisch
- COUMARONE: Balsamisch, Tonkanote.
- MALTOL
- ETHYLMALTOL

Und dann gibt es noch zahlreiche Schoko-Basen der verschiedensten Herstller, die zum Teil ganz wundervoll riechen und fast schon eine fertige Schokomischung sind. Bei den von mir aufgelisteten Stoffen handelt es sich aber wirklich um Einzel-Chemicals die alleine betrachtet kein Ergebnis bringen. Aber es geht ja um die Arbeit des Mischens und dies ist ja die eigentliche Herausforderung.

Man kann sich mit solchen Riechstoffen natürlich ein Schokoladenparfum mischen. Man kann sich aber auch, so wie auf der Abbildung, schokoladig riechende Seifenblasenflüssigkeit herstellen.

Handgemachtes Parfum – August No. 8

Nun endlich ist auch der AUGUST (No. 8) im endgültigen Design zu haben und weil inzwischen auch diese Rezeptur aus Leipzig kommt, wo meine Rezepte bei BELL FLAVOUR&FRAGRANCES ausgemischt werden, wurden einige kleine Veränderungen notwendig, die ich nicht verheimlichen möchte.

Parfuem_August_neues-Design_blog

Aber der eigentliche Charakter, die Grundstimmung des Duftes, die wurde nicht verändert. Rausgeflogen ist die Petitgrainkopfnote und mit Neroli kam endlich mal so ein richtig schöner, weiterer, teurer Riechstoff zum Einsatz. Endlich ein tolles Iso e Super und als kleine Veränderung ein Hauch Koriander für die Kopfnote.

Der Duftverlauf stellt sich wie folgt dar:

Mandarine
Neroli
Koriander
Ananas
Hedione
Iso e Super
Moschus
Javanol

Inzwischen hat der Duft natürlich Lichtschutzfilter und Konservierung erhalten und der Wechsel von Petitgrain zu Neroli ist ein echter Gewinn. Neroli ist einfach ein edler, schöner Riechstoff.

Parfumproben – Probenset meiner Düfte

Parfumproben_Erik_blog-shop

Die Gestaltung ist zwar noch nicht ganz endgültig, aber für die nächste Zeit wird es gehen. Jetzt, wo die kleine, aus vier Düften bestehende Monatsserie fertig ist und sich einheitlich darstellt (Dank Jo Zarth) und insgesamt acht verschiedene Düfte zur Auswahl stehen, kann man ruhigen Gewissens von einem richtigen Probenset sprechen. So sieht es aus.

JULI No. 7
AUGUST No. 8
SEPTEMBER No. 9
DEZEMBER No. 12

EAU DE FROEHLICHE III
STEAMPUNK viola
BOROBUDUR
FAMAGUSTA

Osmanthus fragrans – Süße Duftblüte (Teil 1)

Osmanthus ist ein zauberhafter Riechstoff und was glauben sie, warum wohl hat João de Loureiro (1717-1791) – sein Autorenkürzel lautet LOUR. (woran man erkennt, daß die botanische Erstbeschreibung auf ihn zurückgeht) Missionar und Botaniker, der viele Jahre seines Lebens in Asien verbrachte – das fragrance hinzufügte? Schon die Blüten verströmen einen unglaublich süßen, fast schon fruchtig wirkenden Duft … süße Duftblütenrage., keine F

Wie riecht Osmanthus Absolue?
Es riecht fruchtig, blumig, holzig, erinnert mich zugleich an Trockenobst, ist süß und oft auch etwas ledrig, andere sprechen von Aprikosen und Pfirsichen, was ich auch gut verstehen kann. Osmanthus Absolue ist einfach nur schön, hier und da etwas so­phis­ti­ca­ted (was ich mag) und ich habe daraus einen zarten, federleichten Duft gemischt. Nichts!, was an alte, konservative Zeiten denken läßt, was nach Ledersattel oder Auto mit Wurzelholzinterieur erinnert – nichts gegen die Großeltern, aber Opa ist nun mal nicht sexy – und eine starke, sich in den Vordergund drängende Außenwirkung haben würde. Ich wollte etwas Modernes, etwas, was es so noch nicht gibt, was teuer und edel ist, ohne es zu demonstrieren, einen Duft, der wie ein leichter Flügelschlag dahinschwebt und für immer in Erinnerung bleibt.

Aber bevor ich in Stichpunkten beschreibe, was ich mit Osmanthus gemacht habe, gibt es hier, heute und jetzt, einige Details und etwas Unterhaltung.

Osmanthus fragrance_wikiped
Foto: Wikipedia (Süße Duftblüte Osmanthus fragrans mit Blütenständen)

Osmanthus ist unvergleichlich, Osmanthus-Absolue muß man einfach kennen!

Die Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige/ Laminales
Familie: Ölbaumgewächse/ Oleaceae
Gattung: Duftblüten/ Osmanthus
Art: Süße Duftblüte
Wiss. Name: Osmanthus fragrans LOUR.

CAS-Nr: 68917-05-5
EINECS: 296-209-1

Die Frage der Ordnung ist vielleicht nicht so wichtig, aber schon bei der Familie wird es nämlich interessant. Tauchen doch immer wieder Duftbeschreibungen auf (teilweise mit Oliven oder Olivenbäumen bebildert), die scheinbar Osmanthus meinen und dennoch mit keinem Wort erwähnen. Osmanthus ist sündhaft teuer. Aber nebenbei sei noch erwähnt, daß auch der Olivenbaum zur Ordnung der Laminales und zur Familie Oleaceae gehört und sich die Gemeinsamkeiten erst beim Gattungsbegriff trennen.

Doch bei Otto Warbug (Die Pflanzenwelt 3. Band) finden sich die Oelbaumgewächse auf einer Illustrationstafel zusammengefaßt und wer genau hinschaut, wird vielleicht sogar einen weiteren, wichtigen und für Parfum sehr interessanten Vertreter entdecken: Genau, der Jasmin gehört nämlich auch mit dazu. Abb. D

Oleaceae_Warburg

Geschichte am Rande
Kennen sie eigentlich die Sage, die man über die Entstehung des Oelbaums und seine Nützlichkeit erzählen kann? Poseidon (neben Zeus der mächtigste der olympischen Götter), der Wettergott, welcher schlimmste Erdbeben hervorbringen konnte (Homer nannte ihn den Erderschütterer) und Athene (das ist die mit den Eulen), schön, tapfer und klug (Beschützerin aller klugen Menschen) rangen um die Macht in Attika, was zum Land der Athener werden sollte. Und weil bei so viel Macht, Kraft und Klugheit oft nicht klar ist, wer den Sieg davontragen kann, sollte Kekrops (er war der 1. König von Athen) den Streit entscheiden. Also kurz nachgedacht und frisch ans Werk. Sieger soll sein, wer den Bewohnern von Athen das nützlichste Geschenk machen kann. Klare Sache für Poseidon, mal ordentlich mit dem Dreizack auf den Berg gehauen, diesen gespaltet (da ist wieder das Erdbeben) und schon sprudelte eine salzhaltige Quelle hervor. Nicht schlecht, doch Athene pflanze einfach nur ein Oelbäumchen und schenkte den Athenern damit auch das Olivenöl. Der Sieg ging an sie und Poseidon vermutlich ins Wasser. Zum Gott der Meere wurde er auch etwas später. Allerdings konnte Athene den Oelbaum nur pflanzen, weil Herakles (auf den gehen auch die Olympischen Spiele zurück) vorher, bei anderer Gelegenheit, einen Holzstab in die Erde gestoßen hatte, woraufhin sich dieser in einen Olivenbaum verwandelt hatte. Aus den Zweigen flocht man die Siegerkränze und bis heute betrachten wir den Ölzweig als Friedenssymbol – er ziert das Emblem der UN-Friedenstruppen – was auf Noah zurückgeht, der eine Taube ausgesandt hatte, den Ölzweig als Zeichen der Versöhnung mit Gott zurückzubringen.

Kaufempfehlung und praktische Tipps
Ich würde mir immer wieder eine kleine Menge, vielleicht 5 bis 10g Osmanthus Absolue kaufen. Man kommt damit sehr weit, denn natürlich wird das intensiv duftende Öl niemals pur und unverdünnt eingesetzt. Man fertigt sich eine 10%ige Lösung in DPG und schon hat man richtig viel Material zum ausprobieren und mischen.

Immer der Nase nach – Here`s something for the tip of your nose!

Amber – Parfum selber mischen

Amber_HarzRaumduft

Was ist eigentlich Amber? Ich habe schon hin und wieder darüber berichtet und diese Frage auch schon gestellt, doch in größeren Abständen komme ich gern darauf zurück; wohl immer dann, wenn ich mal wieder von fachkundiger Hausfrau gründlich belehrt wurde. Aaaaaa ja, Amber ist also Pottwalkotze. Amber heißt aber Bernstein und der Pottwal kotzt also Bernsteine? Toll. Ich möchte dann immer fragen, wonach wohl Bernstein riecht. Aber vermutlich hat sich der Geruch im Laufe der Jahre (die so ein Bernstein im Meer liegt) abgewaschen. Was für ein Unsinn.
Sie sehen, die Sache mit dem Amber ist gar nicht so einfach. Zudem gibt es sogar Amberöl (riecht entsetzlich), oft werden Labdanum und Benzoe als Amberharze bezeichnet, es gibt Styrax Amber und dann ist da auch noch die Sache mit dem Wal – Ambra grisea, die Graue Ambra.

Und weil der Begriff mit so ganz unterschiedlichen Vorstellungen besetzt ist, fangen wir mal einfach von vorn an. Obwohl überhaupt nicht klar ist, was mit Amber gemeint ist, wird der Begriff gerade in der Parfumerie sehr häufig verwendet. Nur was bedeutet es, wenn auf einem Parfum AMBER steht? Wonach riecht das? Wir hatten festgestellt, daß Amber Bernstein heißt und Bernstein als Geruchsvorstellung kaum dienlich ist. Oder meint man damit immer und automatisch Ambra grisea, den Stoff aus dem Wal? Dann fände ich es nett, wenn genau die Leute, die immer ganz genau wissen, wie etwas (in diesem Falle Amber) zu riechen hat, wenigstens aus persönlicher Erfahrung wissen, wie genau dieser Stoff riecht. Riecht unser Amber-Parfum nun nach Amber oder ist es eine Mischung die wir einfach nur gern Amber nennen und mit der wir bestimmte Geruchsvorstellungen verknüpfen?

Aber eine Sache schreibe ich mal gleich groß und fett! ZU MIR KOMMEN, AN EINEM X-BELIEBIGEN AMBERDUFT RIECHEN UND DANN GELANGWEILT KUNDTUN, DER DUFT WÜRDE GAR NICHT NACH AMBER RIECHEN, zieht sofort die Frage nach sich, wie und wonach Amber denn nun riecht? Amber ist also Pottwalkotze? Ok, und wie riecht Pottwalkotze? Vorsicht! Ich hab sogar kleine Stückchen Ambra da. Diesen Teil des Wissens können wir sofort überprüfen.

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Welchen Rohstoff meinen wir denn, wenn wir von Amber sprechen? Oder schreiben wir Amber auf die Flasche und meinen Ambra grisea? Wohl kaum. Meinen wir nun Bernsteinöl, oder Styrax-Amber, Labdanum oder Benzoe oder vielleicht doch Teile Pottwalscheiße (ja, richtig gehört. Es kommt dem Wal hinten raus. Die Sache mit der Kotze war immer nur eine Vermutung, weil man sich dies wie bei einer Katze vorstellte, die zusammen mit dem Gras die Haare herauswürgt. Doch im Gegensatz zur Katze, wo man das häufig beobachten kann, hatte noch nie jemand einen Pottwal kotzen sehen. Inzwischen fand man die Klumpen im Darm!!)? Und ich will ja niemandem zu nahe treten, aber ich staune schon, mit welcher Sicherheit einige Leute diesen oder jenen Stoff in einem Parfum zu erkennen glauben und kaum klopft man auf den Busch und zaubert den genannten Riechstoff aus dem Regal, kommt raus, daß die Damen oder Herren gar nicht wußten was Benzoe ist und wie das Öl riecht. Alle Achtung. Ich finde es deshalb für den Anfang sehr wichtig zu klären, von was man spricht, wenn von Amber die Rede ist.

Meine Definition ist auf jeden Fall eine Überlegung wert. Vereinfacht ausgedrückt ist ein Amberparfum nichts weiter als eine orientalische Duftmischung. Da kann ja auch Ambra grisea drin sein. Zwingend erforderlich ist es nicht. Schließen sie die Augen und reisen sie in Gedanken mit einem Segelschiff in den Orient oder nach Indien, beladen sie den Klipper mit all den schönen und kostbaren Dingen, die man in Europa damals noch gar nicht kannte – Rosen, Pfeffer, Zimt, Orangen, edle Harze (Weihrauch z.B.), kostbares Sandelholz, Patchouli, Koriander, Nelken und Kardamom und vergessen sie die Vanille nicht. Unbedingt Vanille! – und stecken sie alles in den Bauch ihres Schiffes. Dann segeln sie so schnell wie möglich zurück und wenn sie im Heimathafen angekommen die Ladeluke öffnen und sich all die Gerüche der kostbaren Fracht miteinander vermischt haben, dann wissen sie, was mit Amber gemeint ist und wie ein Amberparfum riecht.

Selber mischen? 10% Vanillin passen immer. Echte Vanille kein Problem. Besorgen sie sich etwas Heliotropin und/ oder Coumarin (beides wäre besser), denken sie an Benzoe und Patchouli, an Rose und natürlich auch an Vetyver und Sandelholz, Labdanum oder Hydrocarboresin, mit Zimt wäre ich vorsichtig, aber Koriander, Orange, Bergamotte oder Kardamom wären immer typisch für eine Amber-Kopfnote und Ylang-Ylang gibt dem Duft diese süße, blumige Strenge, die oft so schwer zu erkennen und zu beschreiben ist. Geld spielt keine Rolle? Kein Problem. Nehmen sie Jasmin.

Und mein Dezember spielt mit dem Begriff und variiert das Thema auf eigenwillige Art. Der Dezember ist nämlich auch nur eine Ambermischung. Bei der die süßen Aspekte aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wenig Vanille, viel Rosa Pfeffer.

Alles Amber oder was?

Gurme Kokular – ein Blog aus der Türkei

Heute Abend fungiert das aromatische Blog mal nur als schöne Linkschleuder. Habe ich doch mit viel Freude den folgenden Blog im Internet entdeckt. Ich versteh zwar kein Wort, aber das macht überhaupt gar nichts; Gurme Kokular heißt wohl so viel wie Gourmet Duft und zum Blog von Berkan Basoglu geht es hier entlang: GURME KOKULAR

Tuerkisches-blog_Gurme-Kokular

Von grünen und goldenen Äpfeln

Das Apfeldrama in der DDR begann meiner Erinnerung nach Mitte der 80er Jahre, weil grüner Apfel plötzlich irgendwie allgegenwärtig war. Zuerst roch der Pulli der Freundin danach, dann ihre Haut, später ihr Haar und nach einer Weile begriff ich, auch ich selber roch wie ein frischer, grüner Äpfel. Nicht, daß ich etwas gegen grüne Äpfel haben würde, aber wenn es in der DDR mal Dinge gab, dann gab es sie richtig und grüner Apfel war so eine Sache.

Zwei_Aepfel_1

Die Schuldfrage ist im Prinzip leicht geklärt. VERDOX heißt der Riechstoff, der für den Duft von grünen Äpfeln verantwortlich ist und entwickelt wurde das Zeug von der IFF. Beschweren sie sich bei Bedarf also bei den Amis. Da ich grad keine Zeit hab, verzichte ich darauf, all die notwendigen Daten wie CAS. und EINECS-Nr. herauszusuchen. Nehmen sie einfach noch etwas Hexylacetat und Diethylmalonat, Damascone und Methyloctincarbonat, vielleicht auch Stemone, Minze und etwas Muskateller Salbei, ein Spritzer Säure (Citral) und natürlich nicht das VERDOX vergessen und so nach und nach werden sie einen schönen, grünen Apfel erhalten. Ich sage nur gleich dazu, mit grünem Apfel bin ich durch.

Doch da wäre ja noch die Sache mit dem goldenen Apfel. Kennen sie die Geschichte? Spannend kann ich nur sagen und viel besser als grüner Apfel. Goldener Apfel ist voller Schönheit und Dramatik, wahrhaftig eine göttliche Geschichte.
Stellen sie sich mal eine rauschende Hochzeitsfeier vor. Ein Hochzeitsfeier für alle Götter, weil Peleus (der später der Vater des Achill werden sollte) die Nymphe Thetis heiratete. Doch halt, nicht alle Götter waren geladen. Eris, die Göttin des Streits, hatte man nicht ganz zufällig bei der Einladung übersehen. Wer will den schon Streit während der Hochzeit. Ganz böser Fehler, denn Eris wäre nicht die Göttin des Streits, wenn es dafür keine passende Rache gegeben hätte. Die findige Göttin nahm einen goldenen Apfel, schrieb darauf “Der Schönsten” und warf diesen Apfel zwischen die versammelten Hochzeitsgäste. Glauben sie mir, die Party war sofort im Eimer. Schließlich waren alle der zur Feier geladenen Damen nicht gerade häßlich und von sich eingenommen waren sie auf jeden Fall. Drei dieser Göttinnen galten dabei als besonders schön: Hera, Athene und Aphrodite. Nur welche sollte den goldenen Apfel mit der Aufschrift “Der Schönsten” denn nun bekommen? Zeus, der Göttervater, war klug genug, sich nicht mit derlei Fragen zu beschäftigen. Das konnte nur Ärger geben, weil ja zwei der Göttinnen als Verliererinnen vom Platze gehen würden und von zänkischen, launischen Weibern hatte Zeus genug. Nö nö, solche heiklen Aufgaben delegiert man besser. Gesagt getan und schon sollte sich der Schönste unter den Sterblichen, der trojanische Königssohn Paris (Sohn des Priamos und der Hekabe) damit befassen. Der stattliche Jüngling, von einer Bärin aufgezogen, ruhte sich auf einer Wiese, im Schatten eines Baumes am Berge Ida aus, als plötzlich die drei Grazien vor ihm standen, damit er sein Urteil sprechen konnte. Wer ist die Schönste von uns?, werden sie wohl gefragt haben und etwas Bestechung war natürlich auch mit im Spiel. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hera versprach dem Jüngling die Herrschaft über große Reiche, die kriegerische Athene den Sieg in jeder Schlacht und Aphrodithe – an Stelle für sie selbst – die Schönste der sterblichen Frauen: Helena, die junge, schöne Frau des König Menelaos von Sparta. Hätte ich auch so gemacht. Was soll man schon mit Herrschaft und großen Siegen, wenn man die Schönste bekommen kann. Paris sprach den goldenen Apfel (den Zankapfel) also ohne lange zu überlegen der Aphrodite zu, Hera und Athene waren stinksauer (was sonst?) und mit Aphrodites Hilfe war Helena alsbald aus Sparta entführt. Natürlich nach Troja, was dann bekanntlich dem Erdboden gleichgemacht wurde. Vorsicht vor goldenen Äpfeln sag ich da nur. Wegen eines einzigen Apfels wurde Troja niedergebrannt.

Und wie macht man aus einem grünen Apfel nun einen goldenen Apfel? Ganz einfach.

Nehmen sie weiterhin VERDOX und geben sie mal etwas Maltol, Vanillin, Undecalacton, Paradisamide (Passionfruit), Alylhexanoat, Magnolan und etwas Citral dazu. Damascone kann übrigens auch hier nicht schaden.

Viel Spaß beim Mischen.

Zwei_Aepfel_2

Hmmm, lecker so ein goldener Apfel.