durch Rauch – per fumo

Weihrauch, Boswellia carteri, (Synonym: Olibanum) ist als ätherische Öl, als Harz und auch als Absolue erhältlich. Und seit der Antike wird das Material als Räucherwerk verwendet – per fumo, durch Rauch. Ein guter und reiner Weihrauch vermittelt einen warmen und balsamischen Duft, in dem bisweilen eine milde Obstnote mitschwingt.

Weihrauch gilt als ungiftig und Hautreizungen sind nicht zu erwarten. Die ihm zugeschriebenen Wirkungen reichen von adstringierend, antiseptisch, beruhigend, über blähungswidrig, harntreibend und stärkend, bis hin zu verdauungsfördernd, wundheilend und zellschützend.

Er paßt in Parfümmischungen gut mit Hölzern wie Sandel und Vetiver zusammen. Verträgt sich gut mit Lavendel, Neroli, Orange und Bergamotte und selbst Kräuteraromen und Gewürzöle gehen mit ihm angenehme Verbindungen ein.

Besonders empfehlenswert ist der reine Somalische Weihrauch, der auch hier auf dem Foto zu sehen ist.

Nehmen sie 50g von diesem Harz und geben sie 50g Ethanol dazu. Kosmetisches Basiswasser würde ich nicht nehmen, weil es selber unangenehm riecht. Hin und wieder gut schütteln und zwei Monate Geduld. Im Gegensatz zu anderen Harzen löst sich der Weihrauch nicht vollständig auf – eine schlammige Restschicht wird auf dem Boden der Flasche zurückbleiben. Nach etwa 8-10 Wochen werden sie einen wunderbar kräftigen Weihrauchduft erhalten. Es ist, als hätte der Alkohol seinen stechenden Geruch gegen den aromatischen Duft des Harzes getauscht. Lassen sie sich überraschen. Danach brauchen sie nur noch einen Kaffeefilter, Aktivkohle, einen Trichter und eine dunkle Glasflasche.

Immer der Nase nach.

Weihrauch beinhaltet: Dipenten, Limonen, Cymen, Terpinen, Oktanol, Thujon, Phellandren und monoterpene Kohlenwasserstoffe.

2 Kommentare zu “durch Rauch – per fumo”

  1. Impermeabile

    Aus einer Sendung vom 20.4.2003, Bayern2 Radio. Vom Helmutz Seitz.

    Götterduft als Rheumamittel

    „Der Pharmakologe Thomas Simmet, Professor an der Ruhr-Universität Bochum, berichtete auf einem Internationalen Kongress für Phytotherapie in München zusammen mit dem Neurochirurgen Michael Winking von der Universität Gießen über die Erfolge mit Weihrauchextrakten bei Patienten mit Hirn-Tumoren. Der Pharmakologe Professor Hermann Ammon von der Universität Tübingen konnte bei 60 bis 70 Prozent der Patienten mit chronischer Polyarthritis einen Rückgang der Schmerzen, der Schwellung und der Gelenksteifigkeit verzeichnen.

    Und an der Rheumatologischen Universitätsklinik in Basel setzte man ein Weihrauchpräparat als Antirheumatikum mein, das die Krankheitsaktivität nachhaltig senkt und deutlich weniger Nebenwirkungen hat als bisher verfügbare Medikamente.“

  2. Impermeabile

    „Omans königliche Hoheit Hamad bin Hamud bu-Said ließ bereits Mitte der achtziger Jahre das wohl teuerste Parfum der Welt kreieren. Der arabische Name: Amouge, zu Deutsch so viel wie Wellen. Abgefüllt wird es in Flacons aus Edelmetall. Das Zwei-Maxiflaschen-Set in purem Gold kostet umgerechnet 30.000 Euro, in Sterlingsilber-Flacons immerhin auch noch 20.000.“

    Zitat aus Bayern 2 Radio vom 20.3.2003 von Helmut Seitz. „Die lange Geschichte des Weihrauchs.“