Tolubalsam

Bei Tolubalsam Myroxylon balsmum var. balsamum weiß ich manchmal nicht,
ob ich ihn einfach nur liebe oder ganz doll liebe. Das rohe Harz kommt aus Südamerika, es ist ungiftig und nicht besonders reizend. Tolubalsam ist häufiger Bestandteil in Hustenmitteln, wo die sanft schleimlösende Substanz zugleich ein Geschmacksträger ist.

Sein Geruch erinnert stark an Vanille und er läßt sich leicht in einem Parfüm einsetzen, um eine Vanille-Herznote zu unterstreichen. Denn Gerüche, deren Aromen sich ähneln und die in einem Parfüm verbindend harmonieren, verschmelzen und verstärken einander. Doch sie sollten wissen, daß die Kombination solcher Essenzen oft die Konturen der einzelnen Stoffe verwischt – die Aromen verlieren ihren Charakter. Sie müssen es ausprobieren und vielleicht fügt sich der Tolubalsam bei ihnen gut in Mischungen mit Sandelholz, Neroli, Amber, Patchouli, Zeder, Mimose und Ylang-Ylang ein. Er ist ein wunderbares Fixativ und ich benutze ihn gern für orientalische Düfte.

Wenn sie mit Tolubalsam arbeiten wollen und sich das Harz gekauft haben, dann sollten sie zuerst etwas Balsam in Alkohol lösen. Und damit sie die dunkle, sehr zähe Masse überhaupt umfüllen können, stecken sie ihn in ein richtig heißes Wasserbad. Zwanzig Minuten später sollte er sich kooperativ verhalten und zu gleichen Teilen mit Alkohol angesetzt, löst sich das Harz in wenigen Stunden vollständig auf. Lassen sie ihren Ansatz ruhig einen ganzen Monat durchziehen. Anschließend brauchen sie ihn nur noch mit Aktivkohle zu filtern. Natürlich läßt es sich mit dem ätherischen Öl viel leichter arbeiten. Aber wenn die Herstellung eines eigenen Parfüms etwas von jener alchimistischen Tradition und Arbeitsweise behalten soll, dann gehört Geduld unbedingt dazu. Manche Aromen muß man sich rauben, erarbeiten, erwarten, erhoffen – immer der Nase nach.

Tolubalsam, man nennt ihn auch Balsamum americanum, enthält neben Zimt- und Benzoesäure kleinere Anteile an Terpenen, Eugenol und Vanillin.

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