Eichenmoos und Ethanol

Da häufig die Frage gestellt wird, ob man Ethanol nicht auch ein eigenes Aroma geben könnte, vermute ich, daß der reine Geruch des Alkohols häufig als langweilig empfunden wird. Aus diesem Grund greifen sicherlich viele Interessierte gleich zu Wodka und anderen hochprozentigen Getränken, wenn es an die Herstellung einer eigenen Duftmischung geht.
Doch weil mich diese Ergebnisse bisher nicht überzeugen konnten, möchte ich hier eine weitere Möglichkeit vorstellen, die man leicht für ein eigenes Parfüm nutzen kann.

Sie brauchen dafür nur einen Waldspaziergang zu unternehmen – der kommende Herbst ist dafür eine gute Zeit – und wenn man während der Wanderung aufmerksam auf die Baumstämme schaut, wird man feststellen, daß diese oft mit Flechten überzogen sind. Auf Fichten und Kiefern findet man häufig Evernia furfurea und Usnea barbata. Sie sind zwar nicht so zart wie das echte Eichenmoss, doch sie eignen sich natürlich auch. Auf der Eiche selber wächst ebenfalls eine Flechte, die sehr fein, ja zart ist. Man pflücke sich eine kleine Menge von diesen Flechten, stopft damit ein Glas voll und füllt anschließend mit Ethanol auf. In Sekunden bekommen die meist silbergrauen Flechten einen leuchtend grünen Farbton und bereits nach wenigen Stunden riecht es wirklich wunderbar. Es ist nur einsanftes Aroma und natürlich kann man es nicht mit einem Eichenmoos-Absolue oder einem Concrete vergleichen. Trotzdem bekommt der Alkohol einen so sanften natürlichen Duft, daß sie es unbedingt ausprobieren sollten. Außerdem muß man immer bestrebt sein, den verschiedensten Substanzen ihre Aromen zu entlocken. Immer der Nase nach.

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