Blumige Düfte

Florale Aromen bilden wahrscheinlich die größte Gruppe der Duftfamilien.
Die eingefangenen Blütenträume finden sich in unzähligen Parfümkompositionen und selbst ausgesprochene Herrendüfte werden mit Rose und Jasmin verfeinert – zum Glück gibt es hier keine deutliche Trennlinie. Es kommt zwar recht häufig vor, daß Menschen, die auf der Suche nach einem Parfüm sind, eine bestimmte Duftrichtung favorisieren und dabei jede andere Komponente strikt ablehnen.
So als würde Sandelholz ein blumiges Parfüm verunreinigen und Jasmin automatisch aus einem Zitrusduft ein schweres Parfüm machen.
Beides ist völlig falsch.

Blumendüfte geben die Nase frei auf den Reichtum der Natur und natürlich sind sie ein Sinnbild für Weiblichkeit. So wie die Rose Leidenschaft und Liebe symbolisiert (deFLORAtion). Berauschende Erfahrungen, betäubend, intensiv und zuckersüß. Oft schwingt in der konzentrierten Form ein schwerer Unterton mit.
Ein Aroma, welches zarten Blumendüften einen fast narkotischen Charakter gibt. Verantwortlich hierfür ist das INDOL. Ein Begriff, der sich aus den Bestandteilen Indigo und Oleum zusammensetzt, und der einen Riechstoff bezeichnet, welcher in der Natur in zahlreichen ätherischen Ölen vorkommt. Besonders im Jasmin,
im Goldlack, im Orangenblütenöl und in der Tuberose, um nur einige zu nennen.
In isolierter Form, chemisch nachgebaut, verliert er seine Zauberkraft fast vollständig. Rosen enthalten übrigens kein Indol.

Florale Noten, Blütenessenzen und blumige Aromen sind für Kopf- und Herznoten eines Parfüms fast unentbehrlich. Als Bestandteil von Herznoten schaffen floralen Aromen eine Verbindung zwischen der kräftigen Basis und den leichten Kopfnoten. Und dabei ergeben sich fast unendlich viele Möglichkeiten für den Parfümeur. Rose, Lindenblüte und Neroli schaffen einen hellen und leichten Charakter. Gerade das Orangenblütenöl verträgt sich gut mit Zitrusdüften und findet sich in vielen erfrischenden Cologne-Mischungen wieder.

Doch auch gewürzige Kombinationen mit Ingwer und Piment können sehr interessant sein und leicht lassen sich Blumendüfte mit grünen Aromen kombinieren. Stellen sie sich nur einen erwachenden Garten vor. Die Blumen und Kräuter, die Feuchtigkeit auf den Blättern und die kühle Erde. Wer hat eigentlich behauptet, daß Blumendüfte immer schwer und süß sind und warum sollten Männer diesen Garten nicht mögen? Einen Schatz aus Rosmarin, Lavendel, Muskatellersalbei, Quendel, Pfingstrosen und Garanien. Immer der Nase nach.

Ein Kommentar zu “Blumige Düfte”

  1. EmilyR.

    Sehr schöner Text. Bin ein großer Fan von blumigen Düften. Ich finde das macht eigentlich in fast jeder Verfassung Lust auf Frühling oder Sommer. Ich mag die Kenzo Fleur Düfte sehr gern.