FOUGÈRE – ein Parfüm wie Farn?

Es begann 1889 mit Jicky von Guerlain. Das erste moderne Parfüm, welches Lavendel mit grünen Noten verband und auf einer Basis aus Cumarin aufbaute – dem ersten synthetisierten Aroma. 1870 war es gelungen, aus der Tonkabohne einen Riechstoff zu entwickeln, der an einen frisch gemähten Rasen erinnert. Dazu kam noch etwas Linalool, ein Stoff, der in der Natur zum Beispiel im Rosenholz enthalten ist, und Vanillin. Etwas Minze, reichlich Bergamotte,
zarte Anklänge der Verbene, natürlicher Majoran und Zibet als Fixativ.
Eine Parfümkreation aus natürlichen und künstlichen Bestandteilen.
Jicky war auf Anhieb ein Welterfolg, weil es so neu und anders war.
FOUGÈRE, das französische Wort für Farn beschreibt eine Duftfamilie,
die man auch häufig in Eau de Cologne findet – 4711.

Doch was muß man sich unter Fougère vorstellen, wo Farn doch gar nicht riecht? Nun, vielleicht einen Wald, knisternde Nadeln unter den Schuhen, den frischen Geruch von Pinien und Eichenmoos, dazu Lavendel und Rosmarin,
etwas Labdanum und Patchouli und immer wieder Coumarin.

Fougère als Aroma für Parfüm läutete das Zeitalter der aromatischen Kontraste ein. Schluß mit der Nachahmung natürlicher Harmonie. Schluß mit den alten Rezepturen und natürlichen Rohstoffen. Kontraste und Übertreibungen, Kombinationen, die nie vorher ein Parfümeur gewagt. Mit den Fougère Noten ersetzte die künstliche Schöpfung die Harmonie der natürlichen Duftstoffe.

Eines meiner liebsten Parfüms mit Fougère Note ist das PHILOSYKOS von diptyque. Immer der Nase nach.

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