Filtern und klären der Grundstoffe

Auf dem Weg zu einem eigenen, selbstgemachten Parfüm, hat das aromatische Blog vor einiger Zeit verschiedene Harze, Balsame und Gummi in Kosmetischem Basiswasser angesetzt. Mehrere Wochen, in denen sich die Aromen entfalten und im Alkohol aufgehen konnten. Dabei haben sich das Elemi, das Labdanum und die weicheren Balsame und Gummi fast vollständig aufgelößt, während sich der Weihrauch und die festen Bestandteile des Opoponax am Boden der Flaschen abgesetzt haben.

Im nächsten Arbeitsschritt geht es nun darum, restliche Schwebteilchen herauszufiltern und flüssige von festen Bestandteilen zu trennen. Dazu benötigen sie Kaffeefilter, Trichter, Flaschen zum umfüllen und Aktivkohle. Ich habe mir gleich für jedes Basisaroma einen eigenen Trichter und Flaschen zum umfüllen zugelegt, denn das auswaschen der Werkzeuge mit Alkohol wird auf Dauer teurer, als die mehrfache Anschaffung des Zubehörs. Wenn sie die Werkzeuge ordentlich beschriften und nicht die verschiedenen Aromen damit bearbeiten, ist das eine sehr praktische Lösung.

Im ersten Arbeitsgang nehmen sie sich jetzt ein Stückchen Aktivkohle und zerreiben dieses zu einem feinen Pulver. In einen Trichter kommt ein Kaffeefilter und dahinein geben sie maximal einen halben Teelöffel von ihrem Aktivkohlepulver. Wichtig ist nun, daß sie die Flaschen mit ihren Ansätzen vor dem Filtern auf gar keinen Fall noch einmal aufschütteln. Sorgen sie lieber dafür, daß sich Schwebeteilchen und andere Festkörper in Ruhe absetzen können. Nehmen sie eine der vorgesehenen, sauberen Flaschen, stecken sie den vorbereiteten Trichter auf und gießen sie ihren Ansatz vorsichtig hinein. Versuchen sie nur die Flüssigkeit in den Filter zu geben. Dieser Arbeitsschritt kann Stunden in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund lasse ich einige der Balsame über Nacht durch die Filter laufen. Besonders langsam geht es bei Tolu- und Perubalsam.

Wischen sie ihre Filter mit einem Küchenpapier trocken, entfernen sie die Beschriftungen von ihren Ansatzflaschen und entsorgen sie die restlichen festen Bestandteile und die benutzten Kaffeefilter. Die Flaschen und Trichter können sie immer wieder benutzen. Und nun, nachdem sie ihre Basisaromen einmal gefiltert haben, werden sie merken, wie sehr sich der Alkohol verflüchtigt hat und wie intensiv der Duft sich entfaltet. Sollte sie der Meinung sein, daß noch immer einige Schwebteilchen in ihren Basisaromen herumschwimmen, dann filtern sie einfach ein zweites Mal ohne Aktivkohle.

Immer der Nase nach.

3 Kommentare zu “Filtern und klären der Grundstoffe”

  1. Malte

    Die Aktivkohle mit der du Filtrierst, ist das die gleiche die du auch zum Räuchern nimmst ? In einem anderen Eintrag hast du mahl geschreiben, das die beim Anzünden so schöne Funken schlägt. In der Kohle ist Salpeter und Schwefel drin, daher kommen die Funken. Stört das den beim Filtrieren nicht ?

  2. erik

    Lieber Malte, gut beobachtet. Nein, es stört eigentlich nicht, doch es färbt und dehalb benutze ich keine Aktivkohle mehr. Es geht auch ohne, bzw. ganz zum Schluß nehme ich Kaffeefilter, für den Fall, daß sich doch einige Shwebeteilchen beim dekantieren mit reinschummeln möchten.

  3. Malte

    Ich hoffe ich nerve nicht aber das ist echt interesant.
    Kann man nicht einen anderen unlöslichen sehr feinen Feststoff nehmen um die Filterwirkung zu Verstärken.
    Dabei denke ich z.b. an BaSo4 (Bariumsulfat). Welches als Blanc fix von der firma Sachteleben in unterschiedlichen korngrößen vertrieben wird.