Aromatischer Tiefkühlschlaf

Wer sich ein Parfüm aus natürlichen Zutaten selber herstellen möchte und dabei nicht die Arbeit mit Balsamen, Harzen und Gummi scheut, der sollte neben einem Gespür für Mischungen auch viel Geduld mitbringen. Denn es kann mitunter sehr lange dauern, bis die zarten Aromen über die Kopfnote des Alkohols hinaus wahrnehmbar werden. Oft vergehen Wochen und manchmal Monate und in dieser Zeit kann man nichts machen. Man muß warten und viel Geduld mitbringen. Zuerst bleiben die Grundstoffe der Basisaromen oft klebrig und da man die Viskosität nur durch Verdünnungen richtig einstellen kann, muß man immer wieder warten, bis die richtige Mischung aus Duft und Alkohol erreicht ist.

Doch man kann vielen Substanzen ein wenig auf die Sprünge helfen und der Trick, mit dem man seine Rohstoffe und auch die Mischungen durchaus kräftig bearbeiten kann, heißt Kälte. Frieren sie ihre Ansätze ein. Stellen sie die Mischungen für einige Tage im Eiskasten kalt, legen sie sie auf Eis. Meist verändern sich die Aromen auf sehr positive Art und Weise. Der Alkohol tritt in den Hintergrund, selbst zarte Düfte werden deutlich wahrnehmbarer und bei vorsichtiger weiterer Verdünnung, kommt man besser auf Verhältnisse, in denen die Basisrohstoffe ihre Klebrigkeit verliefen. Probieren sie es aus. Ich fülle meine Ansätze vor dem Filtern häufig in Palstikflaschen um, dann kommen die in Alkohol gelößten Rohstoffe für eine Woche in den Tiefkühler und danach wird gefiltert. Manchmal wiederhole ich diesen Vorgang mehrmals hintereinander.

Immer der Nase nach.

Ein Kommentar zu “Aromatischer Tiefkühlschlaf”

  1. aromatisches Blog » Guajakholzöl concrete für ein neues Parfüm

    […] viel Aufwand spülen muß -, und danach kommt der Ansatz in den Eiskasten. Nach 1-2 Wochen Kälteschlaf wird gefiltert, noch einmal eingefrostet und wieder gefiltert, wobei ich im Bedarfsfalle Aktivkohle […]