Mischungen für Parfüm ausprobieren

Wer mit der Arbeit für einen eigenen Duft – ein Parfüm – beginnt, muß irgendwann damit anfangen, die einzelnen Aromen, aus denen das Parfum komponiert werden soll, miteinander in Berührung zu bringen. Denn schließlich braucht man eine Vorstellung von dem, was bisher nur als fixe Idee existierte. Es ist notwendig zu wissen, wie die Dinge zueinander passen, ob sie sich vertragen und in welchen Verhältnissen sie zueinander eingesetzt werden können. Und natürlich möchten wir wenigstens in Andeutungen erfahren, wie die Mischung am Ende wirklich riechen könnte.

Die Arbeit mit den eingetauchten Papierstreifen war hierfür eine gute Vorbereitung. Sie gab uns die Möglichkeit, die einzelnen Riechstoffe besser kennenzulernen; ihre Kopf-, Herz- und Basisnoten und die jeweiligen Verdunstungsgeschwindigkeiten.

Ich nehme mir nach dieser ersten Arbeit immer die Papierstreifen, lege sie dicht übereinander und stecke sie in eine kleine Dose. Ein bis zwei Tage später habe ich dann einen ersten Eindruck von der zukünftigen Mischung. Für den nächsten Schritt benutze ich Zahnstocher, die ich in die Riechstoffe eintauche. Dabei notiere ich, wieviele Zahnstocher ich von jedem Riechstoff habe. Zum Beispiel 2 Zahnstocher Bergamotte, 2 Zahnstocher Elemi, 3 Zahnstocher Sandelholz, 0,5 Zahnstocher beta Ionon und wieder 3 Zahnstocher Benzoe. Dann stecke ich die Hölzchen in eine kleine Dose und warte. Hin und wieder öffne ich die Dose, um zu erfahren, wie sich die Mischung entwickelt und verändert und erst, wenn ich nach 2 bis 3 Wochen den Eindruck habe, es tut sich nicht mehr so viel, fange ich an, mit ätherischen Ölen, synthetischen Riechstoffen, DPG und Ethanol zu arbeiten. Auf diesem Wege spare ich mir viel Geld und Material.

Immer der Nase nach.

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