Muskateller Salbei im Parfüm?

In den letzten Tagen war ich damit beschäftigt, für unsere Rasierseife Tabula Rasa eine weitere Duftmischung mit Vetyver zu überarbeiten. Ausgerechnet Vetyver, für den ich wohl kein Händchen habe und dem ich jedes andere Holzaroma vorziehen würde. Aber man soll ja Ziele haben und da ich mit der bisherigen Duftmischung aus Vetyver & Mandarine nicht glücklich wurde, probierte ich in den letzten Tagen immer neue Kombinationen aus, bis ich den Vetyver vor lauter Bäumen gar nicht mehr roch. Und so griff ich in meiner Not zum Telefon und rief meine aromatologische Freundin Edith an, um ihr einen Tipp zu entlocken: „Nimm Rosenholz und Petitgrain“ kam es wie aus der Pistole geschossen und weil ich noch eine zweite Meinung hören wollte, rief ich auch noch G. an und erbettelte mir einen weiteren Tipp. Er empfahl mir Coumarin und Muskateller Salbei. Gesagt getan und weil mir die beiden so sympathisch sind, habe ich auch beide Hinweise artig genutzt. Der Vetyver wurde mit Petitgrain, Rosenholz und Muskateller Salbei garniert und nun habe ich ein herrlich holziges Aroma, welches lieblich, fruchtig und frisch gewürzig strahlt. Wobei dem Muskateller Salbei hier eine besondere Rolle zugesprochen werden muß.

Salvia sclarea, Familie Lamiaceae (Labiatae)
Dieses so wunderbar blühende Kraut, war im Mittelalter eine häufig genutzte Heilpflanze, mit der von Verdauungsbeschwerden bis Gebärmutterleiden eine ganze Reihe von Erkrankungen behandelt wurden. Heute wird der Muskateller Salbei kaum noch benutzt.
Das hellgelbe Öl wird überwiegend in den USA, Frankreich, Spanien und den Balkanländern mittels Wasserdampf-Dest. aus den Blättern und den blühenden Spitzen gewonnen. Und wenn man sich die Bestandteile des Öl genauer anschaut, dann wird man leicht feststellen können, warum das Öl des Muskateller Salbei für die Herstellung von Parfüm so wichtig ist. Es enthält Linalylacetat, Linalool, Geraniol, Nerol, Terpineol, Citronellol, Pinen, Myrcen, Ocimen, Limonen, Camphen, Hexanol, Cis-Hex-3-en-1-ol, Xexanal, Nonanal, Benzaldehyd, Cadinen und Sclareol.
Ein facettenreicher Duftstoff, der scheinbar alles mitbringt.

In der Kopfnote leicht herb fruchtig – zitronig -, krautig und fast an Lavendel erinnernd im Herzen und am beeindruckendsten ist die an Amber erinnernde Basis des Muskateller Salbeis. Diesen Nachgeruch verdankt das Öl seinem hohen Anteil am Diterpenalkohol Sclareol (Abb.).

Verwendet wird das Öl in der Parfümerie besonders für Ambre-, Chypre-, Fougère- und Tabaknoten.

CAS-Nr. 8016-63-5

Ein Kommentar zu “Muskateller Salbei im Parfüm?”

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