Parfüm – Geschichte III – Biblisches

Deine Liebe ist süsser als der Wein, der Duft deiner Salben ist süss, feinstes Salböl dein Name; darum haben die Mädchen dich gern.“ (Hohelied Salomos)

Ein Text, welcher dem dritten König Israels zugeschrieben wird; Salomo (993-953 v. Chr.), der in bildlicher Sprache die Sehnsüchte zweier Menschen beschreibt. Verse voller Liebe und menschlicher Sinnlichkeit. Immer und immer wieder werden die Düfte und Wohlgerüche, Balsame und Harze erwähnt und in symbolische Sprache gefaßt. Der Körper, der Leib der Geliebten, ihr Duft, der einem Lustgarten mit Granatäpfeln, Myrrhe, Zimt, Calmus und Weihrauch gleicht, als Instrument der Verführung, wurde vermutlich kunstvoll parfümiert um die Sinne zu berauschen.

Mein Geliebter ist mir wie ein Bündlein Myrrhen, das an meinem Busen liegt„. (1/13)

Dein Schoss ist ein Park von Granatbäumen mit allerlei köstlichen Früchten,“. (4/13)

Parfüm als Mittel der Verführung, weil die Düfte den Reiz des Körpers steigern und das Ziel der Vereinigung von Mann und Frau nicht nur die Liebe zwischen den Geschlechtern symbolisiert, sondern zugleich die Liebe Gottes zu den Menschen versinnbildlicht wird – Verführung im biblischen Sinne.

Und immer wieder beschreibt der Text den gesalbten und parfümierten Körper. Ruth (3/3) legt sich derart vorbereitet dem Bauer Boas zu Füssen und Esther gar wurde über Monate hinweg für die Nacht mit dem König vorbereitet.

Wenn nun jeweilen an ein Mädchen die Reihe kam, zum König Ahasveros hineinzugehen, nachdem sie zwölf Monate hindurch die für die Frauen vorgeschriebene Pflege erfahren hatte – denn so lange währte die Zeit ihrer Vorbereitung, sechs Monate mit Myrrhenöl und sechs Monate mit Balsam und anderen Schönheitsmitteln der Frauen, worauf das Mädchen zum König hineingehen durfte -, pflegte man ihr alles, was sie begehrte, aus dem Frauenhaus in den königlichen Palast mitzugeben.“ (Esther 2/12)

Doch die Verführung dient nicht nur der Leidenschaft allein. Im Buch Judith, welches Teil der apokryphischen Schriften ist – also zum deuterokanonischen Teil des Alten Testaments gehört -, werden die Reize der Frau, das Parfüm und der Schmuck zur tödlichen Waffe. Judith, Witwe, gottesfürchtig und schön, geht geschmückt und parfümiert in das Heerlager des Assyrerkönigs Nebukadnezars, verführt dessen General Holofernes mit schönen Reden und ihrem Liebreiz und schlägt diesem nach einer üppigen Feier mit seinem eigenen Säbel den Kopf ab. (Judith, 16/10)

Immer der Nase nach

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