Parfüm – Geschichte V – Mythisches


Tizians Venus und Adonis

Oft sind es die Metarmophosen und märchenhaften Erklärungen, mit denen wir heute Dinge bezeichnen, deren Namen vor langer Zeit aus den verschiedensten Mythen entstanden.

Myrrha, die Mutter des Adonis, wurde so zur Namensgeberin für die Myrrhe.

Myrrha muß unglaublich schön gewesen sein – vielleicht war sie sogar noch schöner als die Schaumgeborene Aphrodite selbst – und ihr Vater (Kinyras, König von Zypern) rühmte sich der Schönheit seiner Tochter so sehr, daß Aphrodite eifersüchtig auf Rache sann. Die gekränkte Dame erweckte in Myrrha das heftige Verlangen nach dem eigenem Vater und durch die Hilfe einer Dienerin gelang es der Tochter schließlich den König trunken und müde zu machen; ein Rausch, der nicht ohne Folgen bleiben sollte. Doch Kinyras bemerkte schon bald die Schwangerschaft seiner Tochter und um die Schande zu löschen, war er bereit, sein Kind zu opfern. Er verfolgte die fliehende Tochter, holte sie ein und erhob das Schwert gegen sie, um sie zu töten. Aphrodite jedoch, die inzwischen ihren Zorn bereute und Mitleid hatte, verwandelte Myrrha schnell in einen Myrrhenbaum, der von dem Schwerthieb gespalten wurde. Aus seinem Stamm wurde Adonis geboren – wunderschön.

Und so liefert der Myrrhenbaum bis heute aus seinem Stamm ein bitter schmeckendes Harz, dem große Heilkräfte innewohnen.

Myrrhe Commiphora myrrha Nees verströmt einen schweren, erdigen Duft, der sehr sinnlich und anregend sein kann. Ritzt man den Stamm des knochigen Baumes an, tritt ein zähflüssiges Harz aus. Es schmeckt murr, das arabische Wort für bitter.

Immer der Nase nach.

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