Basisarbeit für ein neues Parfüm

Nachdem nun auch ein Ansatz in der Toilette gelandet ist und ein weiterer Versuch im Eiskasten ums Überleben kämpft – ich bin nur zu faul, in einer Woche zwei Übungen zu entsorgen – habe ich mich entschlossen, die Sache noch einmal richtig entspannt zu beginnen. Mit der Basis, einem Fundament, auf dem ich aufbauen kann. Schließlich möchte ich am Jahresende ein Parfüm fertiggestellt haben, welches den langsam gewachsenen Ansprüchen standhält. Und so habe ich mir wieder Somalischen Weihrauch, Benzoe, Guajak, Styrax und Copaiba in Weingeist angesetzt, damit der Ethanol sich die Aromen aus den Harzen und Balsamen raubt. Nun muß ich wieder Monate warten, dann wird gefiltert, eingefrostet und wieder gefiltert und verdünnt, bis nichts mehr klebt.

Doch für die Zwischenzeit habe ich mir zwei weitere Basismischungen ausgedacht, die mir inzwischen auch ganz gut gefallen. Die erste, ein Ansatz aus Benzoe, Copaiba und Bergamotte, hat ein angenehmes Aroma entwickelt und wie es scheint, sind die Dinge ganz gut zusammengewachsen.

Hier ging es mir darum, ganz ohne Zusatz synthetischer Riechstoffe zu arbeiten und die Mischung so aufeinander abzustimmen, daß die Zitrusnote nicht gar zu schnell verfliegt. Ich habe für diese Basismischung 13g Benzoe (Res.), 8g Copaiba-Balsam und 4g Bergamotte-Öl genommen. Man kann deutlich auf dem Foto erkennen, daß sich das Benzoe Resinoid in dieser Mischung noch nicht richtig gelößt hat. Doch ich bin sicher, daß es dies noch tun wird, wenn es mit den ätherischen Ölen der Herz- und Kopfnote zusammenkommt. Im Moment riecht es wie eine weihnachtliche Teigmischung. Leicht nach Vanille und sanft cremig, das macht der Copaiba-Balsam, und im Angeruch die erfrischende Bergamotte.

Die zweite Mischung wandert morgen aus dem Kopf in die Flasche. Eine typische Kopfgeburt, bei der ich hoffentlich ohne meine liebe Potsdamer Aromathologin auskommen werde. Zumal ich bei dieser Mischung auf synthetische Duftstoffe zurückgreife und das sieht die Lehrerin gar nicht gern. Doch ich habe mich nun mal entschieden und so kommen Coumarin, ein synthetischer Sandel, ein wunderbarer Moschus und ein noch viel besseres Vanille Abs. zusammen.

Ich habe mir einfach vorgenommen, keine Scheu vor der Chemie zu haben – sie eröffnet wirklich ungeahnte Möglichkeiten – und mir die für mich interessantesten Zutaten (wenn ich sie denn bezahlen kann) herauszupicken. Also viel Coumarin (hier benutze ich meine Stammlösung), etwas Moschus, etwas Sandelholz und Vanille Abs. – so ein Absolue ist etwas ganz Fantastisches. Im Moment habe ich einen Papierstreifen Coumarin, zwei Streifen Moschus, einen Sandel und einen mit Vanille, aufeinandergelegt. Mal sehn, wie die Mischung am Ende aussieht.

Immer der Nase nach.

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