Flieder im Parfüm

Der Flieder vor dem Balkon blüht und ich habe gerade den Riechstoff Lilial für mich entdeckt. Sanft blumig, fast schon etwas pudrig und ich frage mich, was man noch alles brauchen könnte, um eine Fliedernote für ein Parfüm zu mischen.

Als erstes benötigt man natürlich Heliotropin (Piperonal, Chem. Bez. 3,4-Methylendioxy-benzaldehyd, CAS-Nr. 120-57-0). Und für ein Fliederparfüm muß der Riechstoff besonders rein und hochwertig sein. Wenn er nach Safrol riecht, ein Aroma, welches sich in billigen Reinigungsmitteln findet, dann kommt man nicht weit. Flieder ist eine klare Angelegenheit; blumig, zart pudrig, leicht grün und frisch, lieblich und natürlich auch süß. Flieder hat viel Süße. Dann muß unbedingt noch Terpineol mit in die Mischung. Alpha Terpineol ist in zahlreichen ätherischen Ölen enthalten (z.B. im Petitgrain und Kiefernnadel-Öl), und wird unter der chemischen Bezeichnung 1-p-Menthen-8-ol,p-Menthen-1-en-8-ol geführt. CAS-Nr. 98-55-5. Terpineol wird u.a. in Parfüms mit Cyclamen-, Veilchen-, Mimosen- und Fliedernoten eingesetzt.

Ich würde es mit dem Lilial versuchen wollen. Dazu natürlich das Heliotropin und viel Terpineol. Doch die Komplextabelle weißt für Flieder auch noch Linalool und Hydroxycitronellal aus. Für die Süße etwas Jasmin oder Vanillin und Benzylacetet, die blumige Note könnte man mit einem Hauch Rose unterstreichen und natürlich etwas Coumarin und Farnesol.

Aber auf mein Lilial würde ich nicht verzichten. So ein schöner Riechstoff. Der kommt jetzt überall mit dran, auch an den Flieder und ich hab mein Fliederparfum.

Immer der Nase nach.

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