Sandelholz

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Es ist einer der teuersten und begehrtesten natürlichen Duftstoffe. Seit Jahrtausenden wird Sandelholz als Räuchermaterial, als Bauholz für Paläste und Tempel, in der indischen und chinesischen Medizin bei Magenbeschwerden, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen, und als aromatisches Salböl genutzt. Sandelholz ist der Duft Indiens. Weil es selber nicht von Schädlingen befallen wird und neben seinem köstlichen Aroma zugleich medizinische Wirkung besitzt, hat es in seinem Herkunftsland einen hohen Stellenwert – Sinnbild für Lebenskraft und Gesundheit.

Der Baum – Santalum album, Familie Santalaceae – wächst zum Teil parasitär, da er über die Wurzeln anderen Bäumen wichtige Nährstoffe entzieht. Santalum album hat immergrüne Blätter, wird etwa 9 Meter hoch und erreicht einen Stammdurchmesser von ein bis zwei Metern.

Das ätherische Öl gewinnt man durch Wasserdampfdestillation aus dem zerkleinerten Kernholz der Bäume, die jedoch wenigstens fünfundzwanzig bis dreißig Jahre alt sein müssen. Erst in diesem Alter bildet sich der geschätzte Duftstoff richtig aus. Sein Verbreitungsgebiet ist ganz Asien, doch nur aus den ostindischen Regionen im Bundesstaat Karnataka, wo die Stadt Mysore liegt, kommt das berühmteste Sandelholz-Öl.

Gutes Sandelholz-Öl ist von leichter Viskosität, beinahe farblos oder leicht gelblich und hat einen lang anhaltenden holzigen Geruch, der deutlich balsamisch, süß, zart blumig und in der Basis stets samtig warm und leicht pudrig erscheint. Sandelholz-Öl ist ein sehr reichhaltiger Riechstoff, der seinen Duft hauptsächlich den Sesquiterpenalkoholen (+)-(Z)-Alpha und (-)-(Z)-Beta-Santalol verdankt. Dazu kommen u.a. noch trans-Bergamotol, Santalylacetat, Santalal, Santen, Geraniol, Linalool, Eugenol und Guajacol. All diese Inhaltsstoffe machen den Charakter von Sandelholz aus und am Vorhandensein dieser Nuancen erkennt man ein gutes Öl.

CAS-Nr. 8006-87-9

In der Parfümerie findet sich Sandelholz in unzähligen Varianten und Duftkompositionen wieder. Es wird in Chypre-Düften ebenso wie in holzigen Kompositionen und in zahlreichen orientalischen Mischungen gern verwendet und es mischt sich gut mit zarten Blumen – wie Rosen und Veilchen -, Agrumenölen, Eichenmoos und Patchouli. Es paßt zu anderen Holzaromen und verträgt sich mit vielen Gewürzen.

Wenn man Sandelholz für ein Parfum oder als Bestandteil einer Seifenduftmischung benutzt, sollte unbedingt darauf geachtet werden, daß man dem Öl genügend Platz zur Entfaltung läßt. Denn obwohl es so teuer ist, wird es häufig in viel zu hoher Konzentration eingesetzt.

Ich persönlich greife sehr gern auf synthetische Sandelholz-Riechstoffe zurück, wenn mir diese den Facettenreichtum des ätherischen Öls garantieren und im Falle von Sandelholz gibt es einige wunderbare Alternativen.

Amyris balsamifera, Familie Rutaceae, ist kein Sandelholz. Die Pflanze gehört zur Familie der Rautengewächse und das Öl riecht auch ganz anders. Es stellt auf gar keinen Fall einen Ersatz für Sandelholz dar.

Immer der Nase nach.

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