Tierisch aromatisch – Moschustier und Zibetkatze

Animalische Essenzen üben mitunter eine große Faszination auf uns aus. Wobei wir dabei immer die feinen aphrodisierenden Parfüms im Sinn haben und nicht so sehr die natürlichen Ausgangsmaterialien Zibet, Moschus, Amber & Bibergeil. Tiereische Düfte, die heute zumeist durch synthetische Riechstoffe ersetzt werden.

Der Moschusduft erfüllte das Boudoir von Kaiserin Josephine und Napoleon, der es lieber etwas menschlicher mochte, hat wohl häufiger dagegen protestiert. Er schickte gar, wenn er sich auf der Heimreise nur noch wenige Tage vor Paris befand, einen schnellen Kurier zu seiner Frau vor, der neben einigen Briefchen die wichtige Botschaft zu überbringen hatte Bitte nicht mehr waschen, ich bin bald zurück.

Das Moschustier selber ist ein ziemlich unspektakulärer kleiner Hirsch (Moschus moschiferus, Familie der Hirsche Cervidae).

Der kleine Hirsch, er wird knapp 60 cm hoch und erreicht ein Gewicht von ca. 16 kg), hat kein Geweih und bei den Männchen ragen die Eckzähne hauerartig aus dem Oberkiefer nach unten aus dem Maul heraus. Zwischen Nabel und Penis gibt es eine drüsenreiche Hautfalte, in der sich zur Paarungszeit Moschus-Duftstoff sammelt. Sein Lebensraum sind die feuchten, warmen Gebirgswälder Mittelasiens. Wo er leider starkt bejagt wird und sein natürlicher Lebensraum schwindet.

Ein weiterer tierischer Duftspender ist die Zibetkatze (Viverrinae Schleichkatzen).

Der Lebensraum der spitzköpfigen Zibetkatzen umfaßt Afrika und Asien und zu ihrer Gattung gehören die Ginsterkatze, die Linsangs, die Wasserzivette und die Afrikanische Zibetkatze, die fast so groß wie unsere Hauskatzen wird. Im Unterschied zu denen haben sie nicht nur einen spitzeren Kopf und längere Beine, sondern sie sind fünffingrig und fünfzehig. In den Afterdrüsentaschen bilden sie ein helles, leicht schaumiges Sekret, welches intensiv riecht.

Mandy Aftel beschreibt in ihrem Buch Essence and Alchemy wie sich englische Dandys im 17. und 18 Jahrhundert mit zibetparfumierten Handschuhen und Taschantüchern vor der Nase herumwedelten und dazu noch Tabak schnupften. Einzig Dichter William Cowper schien der Geruch zu stören und so schrieb er Zibet im Raum verschlägt mir die Sprache: Ein feiner Katzenpinkel in Parfüm gebadet – Der Amblick reicht mir schon, ich muß den Beau nicht riechen. Der seine Nase steckt ins Kuriositätenkabinett.

Hier ein kleiner Beitrag zum Zibet aus dem Blog.

Immer der Nase nach.

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