Parfüm – Geschichte VIII – China

Kampfer und Aprikose, Zitrus und Kassie, Pfirsich und Anis – ein sehr überschaubares Angebot an natürlich nachwachsenden Rohstoffen. Doch obwohl China nicht reich an Aromatika war, spielte das Riesenreich eine bedeutende Rolle bei der Herstellung und Verteilung von Duftstoffen. Schon zu Begin der Tang-Dynastie (618-905) war China eine erfolgreiche Wirtschafts- und Handelsnation, die während der Ming-Dynastie (1368-1644) eine regelrechte Blütezeit erlebte. Das Porzellan war erfunden, es gab Papier und erste Druckwerkzeuge, selbst Alkohol konnte hergestellt werden – Rohstoffe und Produkte, die auch für die aromatische Industrie, für die Parfumerie von großer Bedeutung waren. Was China selbst nicht hatte wurde hergestellt oder importiert. Sandelholz, Muskat, Kardamom und Benzoe, Patchouli, Weihrauch, Zibet, Rosenwasser, Ambra und Nelken. Gehandelt wurde mit allen umliegenden Ländern, auf dem Seewege und über Karawanen. Kein Weg war zu weit – die Seidenstraße.

Auffällig ist, daß man in China wohl größeren Wert auf eine wohlriechende Umgebung legte, als das sich die Menschen selber mit aromatischen Substanzen, wohlriechenden Salben und duftenden Wässern parümiert hätten. Das liegt zum einen daran, daß die Menschen in China nur sehr wenige apokrine Drüsen besitzen, die in den Achselhölen für den Schweißgeruch verantwortlich sind und zum anderen gab es in China über alle Zeiten hinweg eine ausgeprägte Badehauskultur. Man wusch sich viel häufiger – ganz im Gegensatz zu den Europäern, die ihren üblen Körpergeruch mit Parfüm zu überdecken suchten.

In China wurden verstärkt die Gebäude und die Kleider mit Duft versehen. Große Weihrauchöfen standen in vielen Tempeln und selbst die Schreibtinte gab es mit Kampfer parfümiert. Ein Zusammenspiel aus Duft und Form, Farbe und Material – Harmonie für die Sinne.

Immer der Nase nach.

Die Kommentarfunktion ist derzeit geschlossen.