aromatisches Palmarosaöl

Ich möchte heute eine Lanze für einen Rohstoff brechen, der vermutlich sehr oft nur ein Schattendasein in vielen Riechstoffvorräten führt.

Palmarosaöl
Duftbeschreibung: blumig, an Rose und Geranie erinnernd, grün, krautig, einige Öle deutlich fruchtig, süss

Pflanzenfamilie Poaceae (Süßgrasgewächse) Graminaceae.

INCI-Bezeichnung: Cymbopogon martini
CAS-Nr.: 8014-19-5 (andere Angabe: 68917-55-5)
EINECS Nr.: 283-461-2

Gewinnung: Wasserdampfdestillation der getrockneten Pflanzenteile (getrocknetes Gras), die kurz vor der Blüte geerntet werden.

Vorkommen: Anbau und Wildwuchs in Indien, Südamerika, Java und den Seychellen.

Hauptinhaltsstoffe: 75 bis über 90 % Geraniol (Geranylester), Citronellal, Nerol, Linalool, Farnesol, Limonen

Allergene: Limonen, Linalool, Geraniol, Geranial, Farnesol

Palmarosaöl ist ein hellgelbes, leicht viskoses Öl, welches im Geruch oft an Geranium erinnert und zumeist etwas gährig erscheint. Die fruchtige Note unterstreicht diesen Eindruck und so bleibt neben den blumigen Nuancen oft der Beigeruch von überreifen Äpfeln, welche schon niemand mehr essen möchte. Es ist etwas unscheinbar, dazu noch sehr preiswert und überhaupt gibt es bessere Aromen. Doch wenn man Glück hat, dann erhält man ein Palmarosöl, welches in sich sehr ausgewogen erscheint. Da ist das Geraniol nicht zu aufdringlich, die Frische des Linalools gut wahrnehmbar, halten fruchtige und grüne Nuancen fein Balance. Mein Favorit riecht überhaupt nicht kräftig. Er ist dezent, gleichmäßig und hat eine für mich aufregende Eigenschaft; es entfaltet sein mildes Aroma auf dem Riechstreifen über Tage hinweg und wirkt zudem fixierend. Diese Qualität fällt in einer Mischung nicht unangenehm auf. Sie fügt sich harmonisch ein und ich benötige davon nicht viel. Zwei bis fünf Gramm auf 1000 erfüllen ihren Zweck.

Palmarosa ist sehr Alkalibeständig und mischt sich gut mit anderen Blumendüften, Sandelholz, Zeder, Eichenmoos und Rosenholz.

Immer der Nase nach.

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