aromatische Riechstoffe für den Anfang

Wenn man mit dem Hobby des Duftmischens beginnen möchte, ist es nötig, sich neben den technischen Voraussetzungen eine Auswahl an Riechstoffen zuzulegen. Und weil es erst richtig Spaß macht, wenn man natürliche- und synthetische Riechstoffe gleichermaßen einsetzt, habe ich beschlossen, eine kleine Aufzählung zusammenzustellen, die einen Einstieg in die Heim- und Hobbyparfumerie bieten könnte. Einfach so mal locker aus dem Hut schnell aufgeschrieben, was Freude macht und zudem dringend benötigt wird. Dabei geht es mir immer nur um einzelne Riechstoffe und nicht um bereits vorgefertigte Parfumöle, die für sich genommen schon fertige Duftmischungen darstellen. Mit solchen Sachen arbeite ich nicht.

Wer sich mit Parfum, Riechstoffen und dem Mischen von Düften beschäftigen möchte, der wird in der Literatur und natürlich auch im Internet zahlreiche Empfehlungen für den Einstieg finden. Das reicht von Rose über Lavendel, Zedernholz und Vanille bis hin zu Weihrauch und Zypresse. Die Listen sind nie besonders lang und es scheint, als würde immer ein sparsamer Grundgedanke diese Tipps begleiten. Für den Anfang nur eine kleine Auswahl, damit man sich ausprobieren kann. Wer dieser Idee folgt, wird schnell frustiert aufgeben und sich fragen, was man denn noch alles tun muß, damit es gut riecht. Die Antwort ist so einfach wie teuer. Kaufen sie sich einfach jeden Riechstoff, jedes ätherische Öl, was ihnen in die Finger kommt. Sie brauchen gerade für den Anfang eine große Auswahl und es ist dringend notwendig, daß sie möglichst viele Riechstoffe kennenlernen. Sie müssen ihre Nase in Schwung bringen und glauben sie mir, Briefmarken sammeln oder mit der elektrischen Eisenbahn spielen ist auch nicht preiswerter.

Die folgende Liste ist weder vollständig noch zwingend notwendig. Sie kann nur in die grobe Richtung weisen und vielleicht an die eine oder andere Möglichkeit erinnern. Und da man von keinem der Duftstoffe große Mengen braucht, langt es absolut aus, wenn sie für den Einstieg ins Hobby mit kleinen Mengen beginnen. Oft langen von den teuren Rohstoffen schon 5ml aus, alleine der Besitz bereitet Vergnügen und selbst 25ml sind bei den meisten Ölen nicht unbezahlbar.

Ich würde mit Olibanum Öl (Weihrauch), Benzoe, Elemi Öl, Perubalsam-Öl, Tolubalsam, Atlas-Zeder und Virginia-Zeder, Sandelholz, Vetyver, Patchouli, Muskateller Salbei, Wacholder, Coriander, Nelke, Rosenholz, Vanille, Rose, Lavendel, Rosa Pfeffer, Mandarine, Neroli, Geranie, Palmarosa, Lemongras, Ingwer, Bergamotte, Petitgrain, Grapefruit und Zitrone beginnen. Von mir aus auch Zimt, aber seien sie damit besonders vorsichtig. Mit Zimt ist es wie mit Lavendel, man kann sich damit alles versauen. Und Kardamom ist eine sehr schöne Kopfnote. Null Haftung und trotzdem schön.

An synthetischen Riechstoffen brauchen sie Alpha Jonon und Beta Jonon, Galaxolide, Hedione, Lilial, Iso e Super, Coumarin, Aldehyd C 14, Farnesol, Linalool, Linalyl acetat, Limonene, Citronellol, Methylpampelmouse, Mandarine-Aldehyd, Ethylmaltol, Strawberryfuranone, Vanillin, Hexylacetat, Hexenylacetat, Damascon, Phenylethylalkohol, cis-Jasmon und DPG (Dipropylenglycol) als Lösungsmittel. Kaufen Sie sich auf jeden Fall Javanol und Timberol, Vertifox, Vetyverylacetat, Sandalore, Polysantol, Lyral, Paradisamide und Berryflor. Keine Angst vor Cashmeran, Tonalide und Amberriechstoffen aller Art (Ambermax, Ambrettolide etc.) und natürlich brauchen sie Verrymos. Dazu noch richtig guten Ethanol – natürlich unvergällt (im Handel häufig als Weingeist bezeichnet).

Mit dieser Auswahl kann man etwas anfangen und es sind die wunderbarsten Mißerfolge garantiert. Mißerfolge, die unbedingt mit dazugehören und die ihre Ursache häufig in der Ungeduld und dem Glauben haben, daß für einen guten Duft immer sehr viele Riechstoffe nötig sind. Doch wenn sie sich Zeit lassen, zuerst nur Papierstreifen eintauchen und für den Anfang die verschiedenen Riechstoffe kennenlernen – im nächsten Schritt nur die Papierstreifen mischen – und dann mit kleinsten Mengen beginnen, werden sich garantiert erste Erfolge einstellen.

Immer der Nase nach.

6 Kommentare zu “aromatische Riechstoffe für den Anfang”

  1. Susanne

    Der Artikel ist wirklich sehr informativ, vielen Dank dafür.

  2. Milos

    Da schliesse ich mich an, Danke für den Artikel!

  3. Peter

    Servus aus Bayern,
    ein toller Blog, der passt genau zu meiner entfachten Riechlust.
    Ich hab mir ungefair die Basisausrüstung wie beschrieben angeschafft, allerdings hab ich mit den synthetischen Stoffen ein Problem.
    Ich möchte ein Naturparfüm herstellen, da mir die Meisten käuflichen zu unnatürlich riechen. Komischer Weise gibt es ja kaum käufliche Naturparfüms, wahrscheinlich ist die Duftpallette zu klein, oder die Rohstoffe zu teuer für den großen Stil. Was meinst Du?

  4. erik

    Lieber Peter,
    es gibt eine ganze Reihe von sehr anspruchsvollen, namhaften und wirklich guten Naturparfums und die Natur hält eine reiche Auswahl an Möglichkeiten bereit. Schon diese Auswahl ist ein unglaublicher Schatz, den ich für meinen Teil gern mit etwas Chemie kombiniere.

    Gruß Erik

  5. flo

    Natur? Chemie?

    Das ist kein Unterschied, sondern nur 2 Begriffe für exakt das selbe Phänomen.

    Ich würde eher die chemischen Einzelstoffe als Hobbyparfümeur bevorzugen, da die „natürlichen“ ätherischen Öle ja bereits Mischungen aus chemischen Einzelstoffen (Molekülen) sind.

    Da ich weiß, welche Einwände manchen jetzt schon auf der Zunge liegen, mal eine Frage:
    Welchen Unterschied macht es, ob nun eine Pflanze das Molekül Linalool letztlich aus Kohlendioxid synthetisiert, oder ob ein Chemiker Linalool letztlich aus Erdöl-Bestandteilen synthetisiert?

  6. erik

    Lieber flo,

    vielen dank für solche Beiträge. Ich kann diese Einteilung, welche Natur automatisch als gut, schön und gesund (incl. Giftpflanzen) und Chemie qua Herkunft als böse, schlecht und schädlich darstellt nicht mehr hören. Das Dumme ist nur, daß ich nicht Chemiker bin und mein Halbwissen oft nicht ausreicht, die Dinge so klar auf den Punkt zu bringen.

    Grüße aus bÄrlin,
    Erik