„Der Duft“ von C. Baudelaire

aus DIE BLUMEN DES BÖSEN (Fleurs du Mal) – CHARLES BAUDELAIRE (1821-1867)

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O Leser, sogst du schon in deine Brust
Mit trunkener Gier und trägen Schmeckens Lust
Den Duft des Weihrauchkorns in dunklen Chören
Und Moschus ausgehaucht von alten Flören?

O tiefer Zauber, durch den in das alte Heute
Erneutes Gestern seine Räusche streute!
So pflückt in eines Leibs Vergötterung
Der Freund die Blume der Erinnerung.

Aus ihrer Locken biegsamem Gewühle,
Lebendigem Rauchwerk unsrer Liebespfühle,
Drang es wie wilder Tiere herber Rauch,

Und aus der Kleider Samt- und Schleiertuch,
Getränkt von ihrer reinen Jugend Schmiegen,
Ist schwer ein Duft von Pelzwerk aufgestiegen.

C. Baudelaire, „Die Blumen des Bösen„, Insel Verlag F./Main & Leipzig, insel taschenbuch 120, VA, Übers. C. Schmid, 1. Aufl. 1976, S. 60-61

Der Duft in einer weiteren Übersetzung.

3 Kommentare zu “„Der Duft“ von C. Baudelaire”

  1. maisqueperfume

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  2. maisqueperfume

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  3. perfumeshrine

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