L’Antimatière – LesNez Parfums

L’Antimatière LesNez Parfums

L’Antimatière ist wie ein philosophisches Gedankenspiel, wenn man untersuchen möchte, ob und wie weit man seinen Sinnen trauen kann und warum sollte nicht auch für Nase zutreffen, was für Augen und Ohren gilt? Man hört nicht alles, mitunter sieht man einiges auch nicht, und wer wollte schon ernsthaft für sich in Anspruch nehmen, die wahrgenommene Umgebung als absolut vollständig aufgefaßt zu haben? Es gibt also viele gute Gründe für viele berechtigte Zweifel. Und dabei muß ich an Derrida denken, einen französischen Philosophen. Wer Lust auf so einen kleinen Ausflug hat, der folge mir für einige Sätze & Gedanken.

Dorthin, wo unser europäisches Denken immer bestrebt war, für eine gewisse Aufgeräumtheit in und zwischen den Dingen zu sorgen. Dorthin, wo Verschiedenes, anderes und Unbenanntes systematisch geordnet sein muß. Wir konstruieren, bilden Gegensätze, an denen wir uns orientieren. Doch was passiert eigentlich, wenn unsere Ohren etwas wahrnehmen, was nicht von draußen kommt, wenn die innere Stimme zu uns spricht, man etwas reden hört, was nicht fremd, sondern eigen ist? Sollte es wirklich so sein, daß Identität nur in der Abgrenzung nach außen hin entsteht? Dann wäre die Basis unseres Denkens ein Kampf gegen das andere – das eigene Innere –, ein Verdrängungsprozeß.

Am 27. Januar 1968 hielt Jacques Derrida vor der Academie française de philosophie einen mit La différance betitelten Vortrag. Ein falsch geschriebenes Wort – Differenz, geschrieben Differänz – eröffnete vielleicht eine ganz neue Epoche des Denkens. Aus E wird A, was man aber beim Vortrag nicht hört, denn es klingt so gleich; Différence wie Différance und Differenz wie Differänz. Was im Schriftbild noch leicht erkennbar scheint, muß das Ohr nicht erreichen, bleibt im Text zwischen unzähligen Buchstaben gefangen. Eine Idee, ein Trick, um die Übermacht des Gesprochenen gegenüber dem Schriftlichen zu kritisieren. Ein Gedanke, der gar nicht erst versucht, sprachliche Mehrdeutigkeiten zu vermeiden, sondern in den Mehrdeutigkeiten ganz bewußt eine Erweiterung der Möglichkeiten sieht. Derrida sucht einen anderen, gemeinsamen Ausgangspunkt, einen Ort gleichen Ursprungs. Hier wird die Schrift nicht mehr länger als ein System von Zeichen aufgefaßt, sondern als lesbare Spur, deren Bedeutung sich ständig verändert, wie Fußabdrücke im Sand oder ein absichtlich gebrochener Ast.

Und mir scheint, als würde L’Antimatière genau so ein Spiel mit mir treiben. Was hat Isabelle Doyen hier gemacht? Oder rieche ich etwas, was nicht fremd, sondern eigen ist?

Wenn ich darüber nachdenke, wie so etwas funktionieren könnte, dann muß ich an Riechstoffe wie Iso e Super (dieser Riechstoff würde z.B. die Zeder erklären) und Ambroxan denken und gern hätte ich mal ein kleines Eimerchen voll von dem Ethanol, mit dem man solche Sachen zaubern kann. Der Trick, unser Riechzentrum hinters Licht zu führen, ist gar nicht so schwer. Nur die subtile Art ist ausgesprochen selten. Es scheint, als würde bei manchen Dingen die Wahrnehmbarkeit genau in dem Maße sinken, in dem die Präsenz steigt. Bis zu einem gewissen Punkt wird der Reiz als stark empfunden und dann bricht die Konzentration, ausgerichtet auf einen einzigen Punkt hin, plötzlich ab. Die Entwicklung des Duftes auf meiner Haut sieht so aus:

L’Antimatière LesNez Parfums

Man kann so viel erreichen, wenn man die Mittel nur gezielt, kreativ und manchmal auch wohl dosiert einsetzt. Homöopathie für die Nase und die Lust an der Vorstellung sich selbst gut riechen zu können – L’Antimatière.

LesNez

Ein Kommentar zu “L’Antimatière – LesNez Parfums”

  1. +Q Perfume

    Ah le Nez….waiting for my samples to come than I will review…keeping in mind what you deliciously presented.

    Love, hugs, kisses,

    Simone

    no package so far 🙁