Schnäppchenjagd in Deutschland

Superschnäppchen, Megaschnäppchen, Tiefstpreise, Restposten, Schleuderpreise, alles fast geschenkt und überhaupt … man könnte sich daran aufgeilen, wenn es nicht so langweilig wäre. Und so langsam frage ich mich, was die Leute in den Zeiten der Wirtschaftskrise von einem Schnäppchen erwarten, wenn es doch in den angeblich so guten letzten Jahren fast nur noch Dauertiefpreise gab. Wohin man auch schaut, überall SALE und %, 2 für 1 und Megarabatte. Geworben wird mit allem, was billiger klingt als es ohnehin schon ist. Ich vermisse die Werbung, die Qualität verspricht. Aus diesem Grund hängt bei mir jetzt ein kleiner Zettel in der Tür, der hoffentlich klar und deutlich zum Ausdruck bringt, was ich von diesem Zirkus halte.

keine-schnappchen

In diesem Zusammenhang fällt mir ein, daß mein Vermieter noch nie einen Schlußverkauf auf seine Miete angeboten hat und selbst die Krankenkasse macht keinen SALE. Wer aber bei meinem Vermieter auch nur 2% für mich raushandelt, der bekommt bei mir 50%.

Wenn das kein Super-Mega-Hammer-Angebot ist. Der Knüller schlechthin.

Immer der Nase nach.

4 Kommentare zu “Schnäppchenjagd in Deutschland”

  1. Andy

    Danke für Deinen Post.
    Ich bin so froh, sprichst Du es aus.
    Und was der Preis für diese Schnäppchen ist, fragt sich schon lange niemand mehr:
    Die Baumwolle kommt aus ehemaligen Russischen Provinzen, wo die Menschen am giften Staub des Aralsees sterben, weil die Baumwollfelder den See leer saugen. Die Baumwolle geht nach Pakistan, wo Sie gefärbt wird und zwar unter so dass dabei alles rundherum vergiftet wird, in China/Pakistan/Burma! wo die Menschen 14 Stundentage schuften und überleben, aber auch nicht mehr, wird dann ein T-shirt draus.nund dann geht das T-shirt auf die Reise, über die Meere, und kommt beim Schnäppchendiscounter an wo auch bei uns das Personal ausgebeutet wird und am Schluss wirds für 5 Euro verscherbelt. Und landet nach einmal tragen in der Kleidersammlung, um das Gewissen zu beruhigen, und tuckert dann im Container nach Afrika, wo der Markt mit Gratiskleidern aus Europa kaputt gemacht wird und lokale Produzenten keine Chance haben.

  2. Erik

    Lieber Andy, es ist nicht schwer, ein Hellseher zu sein, schließlich trifft fast immer alles zu was man befürchtet. Doch in Sachen Politik wundert mich, wie geduldig die Völker so sind. Es wäre ein leichtes, den Zustand zu ändern und irgendwie scheinen mir einige wenige Menschen – die über die Menge des Geldes und Möglichkeit zur Gewaltausübung verfügen – an einer totalen politischen Amnesie zu leiden. Man muß in Deutschland nur 20 Jahre zurückblicken, um sich daran zu erinnern, wie schnell und leicht sich ein Volk seiner Mächtigen entledigen kann. In diesem Zusammenhang fällt mir häufig der franz. Philosophen Michel Foucault wieder ein, der in seinem Büchlein „Was ist Kritik?“ gleich auf Seite 2 eine einfache und sehr praktikable Antwort auf die Frage gibt: „Kritik ist die Kunst, sich nicht auf diese Art und Weise regieren zu lassen“.
    Ganz einfach, und dieses Jahr dürfen wir wieder wählen.

  3. Andy

    Auf zur Wahl, in der Tat.
    Und: Letztlich haben wir auch jeden Tag die Wahl im Supermarkt! Auch wenn es nicht immer einfach ist…..

  4. erik

    Gerade in den Nachrichten: ALDI und die Produktion von preiswerten Bedarfsgütern in China, wo der Konzern wohl viele technische- und kosmetische Güter billig herstellt. Allerdings ist man den Nachrichten nach nicht an bezahlten Überstunden, ordentlichen Löhnen, Gewerkschaften und ähnlichen Dingen interessiert. Ein Großteil der Artikel wird von Frauen gefertigt – vielleicht liegt es daran. Peinlich, peinlich.