Holunderblütensirup

etwas anderes (Leckeres) zu Pfingsten.

holunderbluetensirup

Während andere Leute zu Pfingsten an den Heiligen Geist denken, der im Neuen Testament in der Apostelgeschichte fünfzig Tage nach Ostern oder Pesach (wie man will) den in Jerusalem versammelten Jüngern und Aposteln erschien, und damit die Gründungsgeschichte der christlichen Kirche feiern (oder die der Offenbarung der Tora), kümmere ich mich in dieser Zeit regelmäßig um den Holunder. Und wie immer versuche ich mein Rezept für Holunderblütensirup etwas zu optimieren. Die ursprüngliche Fassung kann z.B. auf Webkoch.de nachgelesen werden. Oder hier im aromatischesn blog.

Der Geschmack dieses Rezepts ist wirklich ganz fantastisch. Allein die Haltbarkeit der Mischung machte mich nie so ganz froh und ich war stets bestrebt, dieses Problem in den Griff zu bekommen; weshalb ich noch einmal am Rezept gefeilt und die Mischung verändert habe.

Holunderblütensirup das Rezept

Man benötigt
einen sehr großen Topf, ein weiteres großes Gefäß, ein grobes und ein feines Sieb, einen Trichter, saubere, leere Flaschen und saubere Verschlüsse dazu, 2 l Wasser, 4 kg Zucker, 110 g Zitronensäure, zuerst 40 große, saubere Blütenstände, nach 2 Tagen noch einmal 40 weitere Blütenstände.

So wirds gemacht.
Topf auf den Herd, Wasser rein und Herd an. Zucker im warmen Wasser gut auflösen, die ganzen 4 kg, wobei das Wasser nicht kochen muß. Es geht allein um die Wärme, in der sich die große Menge Zucker besser löst. Anschließend muß die Flüssigkeit wieder abkühlen. Jetzt kommen die sauber Blüten hinein (alle). Der Grund, warum ich mir immer ganz saubere Blüten aussuche und auch nicht an Straßenrändern pflücke ist der, daß ich die Blüten nicht wasche – dabei geht sehr viel Geschmack verloren. Alle Blüten werden schön in das Zuckerwasser gedrückt. Zitronensäure kommt darüber und nun wird vorsichtig im Topf gerührt und gerührt. Deckel drauf und gut. Dieser Ansatz bleibt 1-2 Tage im Topf. Gelegentlich wird umrühren.

Nach 1-2 Tagen fische ich nun die alten Blüten mit einem Sieb aus dem Sirup und tausche sie gegen neue Blüten aus, die ich wieder für 1-2 Tage in den Sirup gebe. Anschließend werden auch diese Blüten herausgenommen und der ganze Sirup durch ein Sieb gegossen (in ein passendes Gefäß umgefüllt). Ich bin inzwischen auch dazu übergegangen, den Sirup mehrfach durch immer feinere Siebe zu geben, damit weniger Schwebeteilchen im Sirup verbleiben.

Jetzt kommt der Sirup bei mir in einen sehr großen, sehr sauberen Krug, wo er für 2 Wochen kühl und dunkel bleibt. Die Idee dieser Methode ist, daß sich alle unlöslichen Stoffe am Boden absetzen. Kurz bevor der Sirup in die Flaschen kommt, werden diese mit kochendem Wasser ausgespült und auch die Verschlüsse werden in kochendem Wasser gereinigt. Anschließend wird der Sirup vorsichtig durch ein sehr feines Sieb in die Flaschen gefüllt (Trichter). Dabei fülle ich bis es überläuft. Deckel drauf und fertig. Die letzte Flasche, also die, wo auch wieder mehr Schwebeteilchen drin sind, kommt in den Kühlschrank für den Sofortverbrauch. Der Rest sollte nun deutlich länger haltbar sein, weil 4 kg Zucker auf 2 l Wasser absolut ausreichen.

Viel Erfolg und Freude am Geschmack – Frohe Pfingsten.

Und dann ist da noch die Holunderblüte des Wilhelm Raabe. Eine Novelle des späten literarischen Realismus.

www.aromatisches-blog.de

2 Kommentare zu “Holunderblütensirup”

  1. anjanamaire

    Wenn es nur um den Geschmack, nicht aber um die Heilwirkung geht, dann kann man die Haltbarkeit deutlich verlängern, indem man den fertigen Sirup nochmal aufkocht. Am besten noch heiß einfüllen in Glasflaschen, aber auch leicht abgekühlt in Plastikflaschen (ich musste mal zu so einer Notlösung greifen, weil ich zu viel Sirup und zu wenig Flaschen hatte) ist machbar.
    Ich habe seit zwei Jahren damit gute Erfahrung gemacht und erspare mir das letzte Abseihen. Das durch das allerfeinste Sieb. Bei mir reicht inzwischen einmaliges Abseihen durch ein Mulltuch.

  2. erik

    Da muß ich jetzt aber mal ganz ganz dringend Widerspruch einlegen!
    Wenn es nur um den Geschmack geht, dann sollte man das Aufkochen unbedingt unterlassen, weil sich sonst der Geschmack verflüchtigt und da es mir nur um das Aroma geht, sind die positiven Nebenwirkungen (:-) eine angenehme Zugabe. Nicht aufkochen! Lieber verzichte ich auf etwas Haltbarkeit, wobei ich denke, daß 4kg Zucker auf 2l Wasser nun wirklich ausreichen sollten.