Italienurlaub – Erinnerungen & Tipps

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Mit einem Blick auf Torbole möchte ich alle Leserinnen und Leser auf diesen Beitrag einstimmen. Zwei Wochen Urlaub sind leider vorbei und wie immer verging die Zeit viel zu schnell. Es waren sehr intensive und erlebnisreiche Tage – 170 km Rad, tägliches Jogging am See und mit zwei Surfkursen habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt. Aber nun schön der Reihe nach und wie immer gibt es einige Tipps und Empfehlungen, die nicht in jedem Reiseführern stehen dürften.

Die Schauderterrasse
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Wenn man sich einen Überblick über den See verschaffen möchte, kann man natürlich von Malcesine aus den ziemlich teuren Lift auf den Monte Baldo nehmen, oder sie folgen mir durch wunderbare Schluchten, vorbei an Steilhängen und rauschenden Bächen, hinauf zum Hotel Paradiso und der Schauderterrasse. Allerdings sollte man den Weg, den ich ihnen empfehle, nur fahren, wenn man starke Nerven hat und das Wohnmobil nicht höher als 3- und nicht viel breiter als 2 Meter ist. Wer erleben möchte, welche Fahrzeuggröße gerade so durch die zum Teil einspurige Staße paßt, der sollte gegen 16 Uhr nach oben fahren – dann kommt der Linienbus herunter. Sie finden diesen Weg auf der Westseite des Sees, zwischen Tignale und Limone, kurz hinter einem Tunnel, biegt man scharf links in Richtung Tremòsine. Hupen sie ruhig vor einigen Kurven, fahren sie nie zu dicht auf und achten sie auf die Hinweisschilder zum Hotel Paradiso. Der Weg lohnt sich und wenn sie dann im Cafe sitzen und sich einen Espresso bestellen, nehmen sie eine Portion Profiteroles dazu.
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Pizza
Ohne Foto und trotzdem schön. Ich sage es gleich, der Weg ist weit und schwer zu finden. Doch wer für sein Leben gern Pizza mag, der sollte mir bis in die Weinberge von Negrar folgen, wo man abseits aller touristischen Ausflugsmöglichkeiten einfach Pizza essen kann. Ich sage mal lieber gleich dazu, daß der Wirt nicht singt, die Tische nicht folkloristisch geschmückt sind, man nicht neben dem Pizzaofen sitzt, Holzscheite liegen auch keine herum, der Weg ist nicht ausgeschildert und Hinweisschilder gibt es keine. Wer aber Pizza liebt und einen tollen Blick auf Verona bei Nacht erleben möchte, der sollte unbedingt zu DA GiGi nach Negrar fahren. Von Garda aus (also den Campingplätzen Serenella, La Rocca oder Continental) biegt man kurz vor Bardolino Ort an der Osteria an der N1 (gelbes Haus) links ab. Da steht nichts dran, aber der Weg ist schön und schnell. In Albare hält man sich rechts nach Affi und Verona. Nehmen sie vor dem Centre Commerciali die mittlere Spur und fahren sie im ersten Kreisverkehr lins raus. Rechts haben sie dann einen OBI Baumarkt und einen Supermarkt, es folgt eine Tankstelle und an der ersten Möglichkeit biegen sie nach links in Richtung Verona ab. Danach halten sie sich immer an Sant`Ambrogio, Domegliara, San Pietro i.C und Negrar. Auch auf dieser Straße wird Verona angezeigt, aber sie wollen nach Negrar und im ersten Kreisverkehr von San Vito (kurz vor Negrar) fahren sie einfach rechts raus. Vielleicht steht S. Peretto dran, aber egal. Rechts raus und nach ca. 100 Metern kommt der erste, einzige und letzte Hinweis auf DA GIGI. Wenn ich mich richtig entsinne, dann ist am Montag geschlossen.
Da Gigi

Zucchini
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Weil man in Italien lieber kleine Zucchini mag, die schmecken eindeutig besser als die großen, exportiert man die Jumbozucchini nach Deutschland (wo man Wert auf Masse legt und jedes Jahr sogar Wettbewerbe stattfinden, welcher Bauer die größte Zucchini im Garten hat) und erfreut sich selber an den kleinen Früchten. Ich für meinen Teil mag es auch lieber wenn noch die Blüten dran sind. Kaufen sie sich einen richtigen Risotto (kostet nicht mehr als einen Euro), rösten sie diesen in der Pfanne mit ganz wenig Öl etwas an und löschen sie mit einer Tasse Brühe ab. Der Reis benötigt etwas 16 Minuten und wenn sie zum Schluß noch etwas Flüssigkeit brauchen, können sie einen lieblichen Weißwein nehmen. In einer anderen Pfanne braten sie Zwiebeln, Knoblauch und die geschnittenen Zucchini kurz und scharf an. Die Blüten wurden vorher vorsichtig abgetrennt und kleingeschnitten – sie bleiben bis zum Schluß. Kurz bevor der Reis durch ist, geben sie alles zusammen und erst jetzt kommen auch die Blüten dazu. Noch schöner und leckerer ist es, die Blüten vorsichtig aufzuschneiden, zu waschen und unter etwas Küchenpapier zu trocken und zu glätten. Danach werden die zarten Blüten paniert (ohne Brot!!!) und in Butter gebraten. Glauben sie mir … kleiner ist besser.

Semifreddo
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Was der Bauer nicht kennt …
Warum sollte ich in Italien genau das Eis essen, was ich in Berlin an jeder zweiten Ecke bekomme? Ich gehe in Italien auch nicht zu deutschen Supermärkten um mir deutschen Erbseneintopf zu kaufen. Wenn schon Eis dann richtig! Semifreddo und so muß es aussehen. Mein Favorit ist nach wie vor die Gelateria & Snack Bar EMANUEL in Verona, direkt auf den Platz neben der Arena di Verona, wo sie auf der linken Seite eine Häuserzeile mit vielen Cafes und Restaurants entdecken werden. Die Kasse ist rechts, wo man zuerst bezahlt, und dann holt man sich mit der Quittung sein Semifreddo an der Theke ab. Danach schlendern sie mal einfach zum anderen Ende der Altstadt und genießen sie die Ruhe und das rauschende Wasser des Flusses in der Bar Al Ponte (Via ponte Pietra 26).

Boot & See & schön
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Wer den Gardasee nur mit dem Auto umrundet, der vergibt sich den wundervollen Anblick unzähliger Stadtansichten. Zum einen führt die Straße nicht durch alle Ortschaften und außerdem wurden die meisten Strandpromenaden direkt an den See gebaut. torri_uferpromenade_1
Fahren sie Boot und genießen sie die wundervollen Blicke auf eine der reizvollsten Kulturlandschaften Europas.

Radtour
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Mit dem Rad sind es knappe 180 km, wenn man die Gelegenheit nutzt und abseits der Hauptstraße durch den einen oder anderen Ort fährt. Ich fing mit meiner Radtour genau um 4:30 Uhr an, den See immer direkt an meiner rechten Seite. Auf dem Kopf einen Helm, vorn und hinten Licht und eine richtige Warnweste. Bedenken sie, viele der Tunnel sind unbeleuchtet. Zwischen Peschiera und Salo erwartet sie eine teilweise unmerkliche, dafür stetige Steigung, welche in einer tollen Abfahrt hinter Salo endet. Ich habe für die Strecke 10 Stunden und 30 Minuten gebraucht.

Surfen
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In diesem Jahr habe ich mir einen Traum erfüllt und mich auf ein Surfbrett gestellt. Segel in den Wind und plumps. Wieder rauf aufs Brett, Segel hochziehen und … Doch irgendwann setzt sich das Ding in Bewegung und wenn man so über das Wasser gleitet und sich glücklich fühlt (bis zur ersten Wende), dann ist das unbeschreiblich, es ist absolut cool und wenn man dann noch cool dabei aussieht, hat man den ersten Schritt geschafft. Ich habe mir jedenfalls einen Surfanzug gekauft … Nutzen sie die Gelegenheit, der Norden des Gardasses ist ein prima Surfrevier, und machen sie mal einen Kurs. Ich war bei Conca d’Oro in Torbole. Die Surfkurse sind mehrsprachig, locker und absolut unverbindlich. Danke Florian und Valentina, herzliche Grüße aus Berlin.

In Kürze geht es duftend weiter. Mit I Coloniali, L`Erbolario und Cyclohexylsalicylat – Immer der Nase nach.

5 Kommentare zu “Italienurlaub – Erinnerungen & Tipps”

  1. Achim

    Lieber Erik,

    da ist mir immer etwas mulmig geworden, von der Schauderterrasse geht’s ja einige hundert Meter steil hinunter. Zweimal habe ich im Hotel Paradiso für jeweils zehn Tage mein Leben unterbrochen.

    Ich hoffe doch sehr, daß Du wohlauf bist.

    Mit den besten Grüßen
    Achim

  2. erik

    Lieber Achim, ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die ohne große Ängste in die Tiefe schauen können und mit großer Freude mache ich meine deutschsprachigen Mitmenschen – so sie auf der Schauderterrasse stehen – immer ganz beiläufig auf die Risse im Beton aufmerksam. Es war ein wundervoller Urlaub und ich habe beschlossen etwas weniger Kaffee zu trinken, damit ich mir nächstes Jahr ein eigenes Surfbrett leisten kann. Was ich so für Kaffee ausgebe … da könnte ich schon 3 Surfbretter haben und dabei langt mir eins. Herzliche Grüße aus Berlin, Erik

  3. Yvonne

    Der Urlaub muss ja wirklich ein Traum gewesen sein. 😉 Die Bilder sind wirklich schön geworden. Man bekommt richtig Lust weg zu fahren und den Alltag hiner sich zu lassen. Viele Grüße Yvonne

  4. Achim

    Lieber Erik,

    Hut ab: Zehn Stunden im Sattel. Mein Surfkurs liegt bereits 15 Jahre zurück. Lee vor Luv, das waren meine Worte, wenn der Wind über Bramsche nahe Osnabrück das Segel blähte.

    Herzliche Grüße aus Gräfelfing
    Achim

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