ESTEBAN – Collection Les Boisés

Die Parfumkollektion Les Boisés (die Hölzer) von ESTEBAN gibt es erst seit einigen Wochen und heute ist ein guter Tag, um die beiden neuen Düfte näher vorzustellen. Ich will dabei gar nicht versuchen blumige Umschreibungen liefern, die nur einen ungenauen Eindruck dessen vermitteln, was man am Ende riecht bzw. wahrzunehmen glaubt, und die Werbetexte werde ich schon gar nicht abtippen, weil die in meinen Augen oft vom Wesentlichen ablenken. Deshalb in aller Kürze, nüchtern und mit meinen eigenen Worten. Der Focus liegt bei beiden Düften auf den Holztönen und während man vor einiger Zeit – einem Trend folgend – die eine oder andere Note stärker betont und ein Element deutlicher als alle anderen in den Vordergrund geschoben hätte, ist man heute wieder mehr um Ausgleich und ruhige Stimmungen bemüht – es lebe die Harmonie.

Bois Plume
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In der Kopfnote zur Begrüßung Bergamotte und Kardamom, zwei Stoffe, die sich unglaublich gut ergänzen und dazu etwas Lavendel. Kardamom (würzig, Campher, balsamisch-blumig) bringt neben dem gewürzigen Nuancen auch reichlich Frische mit und so strahlt diese Kopfnote bis tief ins Herz des Duftes hinein, wo eine blumige Mittelnote aus Rose und Patchouli für viel Harmonie sorgt, bevor die Basis aus Sandelholz und Zeder, abgerundet mit etwas Zimt und Rosenholz (süß-würzig/ viel Linalool) den Duft langsam ausklingen läßt. Ich denke, daß es ein schöner Damenduft ist, den aber auch Männer, die es etwas zarter mögen, gut tragen können.

Bois Velours

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Mein erster Gedanke, nachdem ich das Bois Velours aufgesprüht hatte, galt dem Cuir (Leder) und ich fragte mich, warum noch eine weitere Ledernote nötig gewesen sein sollte. Doch bereits nach wenigen Augenblicken war klar, daß es hier einen himmelweiten Unterschied zwischen dem Cuir aus der Collection Matieres und dem Bois Velours gab. Muskat, Pfeffer und Paradieskörner in der Kopfnote sind ein ausgesprochen würziger Auftakt und so fällt die Begrüßung fast schon als Herznote aus. Paradieskörner? Aframomum melegueta (Guineapfeffer) gehört in die Familie der Ingwergewächse und gilt zwar als pikant und scharf, doch niemals als unangenehm und reizend. Und so wird aus der gewürzigen Begrüßung gleich ein Fest aus Kopf- und Herznote, weil deren blumige Bestandteile – welche mich an Patchouli erinnern – und das pudrige Sandelholz wunderbar harmonieren. Die Basis aus Vetiver und Zeder, Musk- und Amberriechstoffen sorgt dafür, daß der Duft zum einen sehr gut haftet und zum anderen weich und unaufdringlich ausläuft.

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