Latschenkiefer

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Was ist da wohl drin? Obst aus fernen Ländern, ein Goldhammster, eine Weinflasche oder eine Salami? Nix da.

Wer auch so eine schicke Verpackung aus Karton haben möchte, der muß sich bei Deike Chemie einige Duftstoffe bestellen.

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So sieht es aus, wenn die Flaschen etwas größer sind, wobei es die Verpackung ganz bestimmt auch bei anderen Lieferanten gibt. Und letzte Woche haben wir uns wieder einige ätherische Öle bestellt, die wir zur Parfumierung unserer Seifen benötigen und von denen ich mir oft kleinere Mengen für mein Hobby abzweige. Koriander und Patchouli, Lavendel, Rosmarin, Eisenkraut und Vetiver. Die Qualität der Rohstoffe ist sehr gut, man kann auch kleinere Mengen bestellen und Datenblätter für Kosmetik sind auch erhältlich. Überhaupt gehen wir immer mehr dazu über, unsere Seifen mit ganz traditionellen Düften zu parfumieren. Ich frage mich ohnehin sehr häufig, warum so viele Moschus- Ananas- und Kokosdüfte, Schokoladen- und Honignoten als Naturseife durchgehen. Das viele Menschen bei Thymian und Anis das Gesicht verziehen & Rose und Lavendel für langweilig halten interessiert mich inzwischen gar nicht mehr. Besonders nicht dann, wenn mir im nächsten Augenblick Vorträge über Naturseifen und die Schädlichkeit chemischer Substanzen in kosmetischen Produkten überhaupt gehalten werden. Irgendwie passen da einige Dinge nicht mehr zusammen. Nehmen sie mal nur Koriander und geben sie etwas Litsea Cubeba hinzu. Aus Kardamom, Koriander, etwas Nelkenöl und einem Hauch von Zimt (Kardamom wird gerade wieder etwas günstiger) ergibt sich ein Seifenduft wie aus 1000 & 1 Nacht und warum sollte ich mit Lavendel noch viel anstellen, wenn mir Lavendel pur schon gut gefällt? Können sie sich vorstellen, wie gut die Mischung aus Ingwer, Pfeffer und Petitgrain riecht? Oft braucht man gar nicht viel und schon gar keine Chemie (für Naturseifen). Wobei ein Schlückchen Iso e Super selbst dem Rosmarin noch einen unglaublichen Kick versetzen kann und etwas Galaxolide den Lavendel so schon cremig und mild erscheinen läßt.

Doch nun möchte ich zum eigentlichen Inhalt der lustigen Verpackung kommen. Der Latschenkiefer.

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Ich würde zwar nicht freiwillig den Duft, welcher mittels Destillation aus den Nadeln gewonnen wird (aus den Holzspänen ergibt sich nur ein Öl von minderer Qualität) für ein Parfum verwenden. Doch in Seifen und Badezusätzen finde ich Kiefer unglaublich schön. Das liegt zum einen an den Hauptbestandteilen des ätherischen Öls, welches durch den hohen Limonengehalt nicht nur holzig-harzig, sondern immer auch frisch und aufmunternd wirkt (auf mich jedenfalls). Irgendwie möchte ich tief durchatmen und es verwundert überhaupt nicht, daß schon die Indianer versuchten Atembeschwerden und Lungenerkrankungen mit dem Duft der Kiefer zu heilen. Latschenkiefer, das ist noch mal eine andere Art als die gebräuchliche Pinnus sylvestris (wobei für meine Zwecke der Unterschied völlig unwichtig ist und ich aus diesem Grund hier nicht weiter unterscheide), mischt sich sehr gut mit Wacholder und Muskateller Salbei. Nehmen sie mal etwas Latschenkiefer und geben sie ganz wenig Lavendel hinzu, dann noch etwas Zeder, Rosmarin und Eukalyptus und während sie daran riechen, können sie sich schon mal eine Badewanne einlaufen lassen. So etwa könnte es dann aussehen. „Baden mit Badusan, Badusan, Badusan … “ sang die Dame in der Wanne. Es ist eine meiner liebsten Dufterinnerungen an die DDR. Wir benutzen Latschenkiefer in unserer Schokobade für Papa.

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Ab in die Wanne.

Ein Kommentar zu “Latschenkiefer”

  1. Aconita

    Das erste Bild erinnert mich an die Boa vom Kleinen Prinzen 😉

    Der Badeduft wird gleich morgen ausprobiert! Danke dafür.

    Aconita