Vanille lieben fast alle

Gamma-Undecalacton
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Die Frage, ob man die unterschiedlichen Nationen am Geruch erkennt, oder ob sie unterschiedliche Vorlieben haben, würde ich ungern mit Bestimmtheit beantworten wollen. Da spielt es auch keine Rolle, das Europäer in Asien als Butterstinker verschrien sind und Thailänder als Knoblauchfresser gelten – meine bulgarische Sippe roch immer nach einen Mischung aus geräucherter Paprika, Knoblauch und Mottenkugeln -, Afrikaner stärker schwitzen als weiße Menschen und der körpereigene Geruch bei Asiaten noch geringer ist als bei uns. Die Welt ist mehr oder weniger durchparfumiert, Waschmittel und Seife gibt es wohl fast überall und wo immer man hinkommt, die Werbung war schon da und colle Wässerchen sind flächendeckend zu haben.

Trotzdem kann ich fast täglich beobachten, daß es gewisse Vorlieben zu geben scheint. Präverenzen, die vielleicht doch etwas mit kulturellen Prägungen zu tun haben. Denn auf die Frage, ob es hier auch genetische Unterschiede gibt, würde ich nur einen Menschen antworten lassen und das ist Hanns Hatt. Doch meine Beobachtungen sind zumindest ein kleiner Anhaltspunkt und vielleicht kann der eine oder die andere meine Eindrücke ja bestätigen.

So kann ich häufig bei Asiaten erleben, wie diese bei intensiven und sehr süßen Düften zurückzucken. Schwere, oppulente Ambernoten sind nicht der Japaner Sache und auch die kräftigen, hervorstechenden Parfums haben vor diesen Nasen keine Chance. Zart blumig, dezent und wenn möglich natürlich muß es sein – selbst für die Herren. Die zahlreichen Russen die in Berlin leben sind zwar ausgesprochen markenorientiert und kaufen nichts, was nicht in teuren Magazinen beworben wird. Doch wenn etwas nach teurem Leder, lieblichen Amber und Chypre riecht, dann fangen die Damen schon an zu schwärmen. Deutsche wären in der Masse vermutlich vor dem Puddingregal besser aufgehoben. was immer nach tropischen Fruchtmix riecht kommt unheimlich gut an und wenn am Ende gar Kokos mit drin ist, dann klingelt (wenn der Preis stimmt) die Kasse. Beeindruckend finde ich Franzosen. Ohne jedes Vorurteil erfreuen die sich an ganz natürlichen Dingen. Keine Scheu vor Lavendel, Rosmarin und Maiglöckchen – Blumen und Kräuter sind so etwas Wunderbares – und wer Tomatenblatt-Noten mag, der hat bei mir ohnehin einen Stein im Brett. Na und die Amerikaner könnten sich gleich mit dem alten Erzfeind zusammentun. Hauptsache süß und schwer, ohne Rücksicht auf die Tatsache, daß einige Düfte das Körpergewicht zu erhöhen scheinen. Aber einen Duft, den lieben fast alle – sogar die Japaner, wenn er nur nicht zu stark ist – VANILLE. Einfach nur Vanille.

Der Grund dafür ist die Muttermilch. Es ist genau diese Mischung aus Körpergerüchen der Mutter, ihrer großen, warmen, weichen Brust und dem Geschmack der Milch. Dieser erste Duft- und Geschmackseindruck gehört beim Menschen vom ersten Augenblick an zur Familie. Muttermilch duftet leicht nach Vanille und so verwundert es nicht, daß genau dieses Aroma für Babyprodukte aller Art gern verwendet wird. Vanille kennen wir vom ersten Tag an. Vanille ist ein Duft, mit dem die meisten Menschen angenehme Erinnerungen verbinden. Warme Haut, der Geruch der Mutter, Gamma-Undecalacton . Ein Stoff, der im Narzissenöl vorkommt und auch im Achselschweiß von Frauen nachgewiesen wurde. Vanille gehört zur menschlichen Familie.

Hauptinhaltsstoff des Resinoids ist mit gut 15% das Vanillin, was für Geruch und Geschmack gleichermaßen verantwortlich ist. Dazu kommen noch Vanillyalkohol, Ethylvanillin, Zimtsäureester und manchmal auch Piperonal (Heliotropin).

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