Wie wird man Parfumeur?

Die Frage kommt recht häufig und obwohl es auf Monster.de eine sehr gute Beschreibung des Berufsbildes und des Weges dorthin gibt, möchte ich in Kurzform auch darauf eingehen. Parfumeur ist in Deutschland kein Beruf, den man einfach so erlernen kann. D.h., es gibt keine Lehrausbildung/ kein Fachschulstudium, was diese Berufsbezeichnung als Abschluß bietet. Selbst die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und so steht es jedem frei, sich mit diesem Titel zu schmücken. Doch daraus könnten sich peiliche Fragen nach der Qualifizierung und dem nötigen Fachwissen ergeben, weil es natürlich eine ganze Reihe von Menschen gibt, die in diesem Beruf arbeiten und die dafür jede Menge Fachkenntnis benötigen. Die schönen Fernsehbilder, wo zumeist interessierte Damen, auf Wochenendkursen (häufig in Grasse), unter Anleitung, ein Parfumöl in Ethanol tropfen und anschließend mit dem Flacon nach Hause fahren, sind leider nicht sehr aussagekräftig. Als Parfumeur muß man wissen, wie man die unterschiedlichsten Produkte mit Duftstoffen parfumieren kann – Waschmittel, flüssige- und feste Seifen, Duftkerzen, Lotionen und technische Artikel, um nur einige zu nennen. Parfumeur ist ein vielschichtiger Beruf, der ein umfangreiches Fachwissen in Chemie erfordert, der eine hohe Flexibilität bezüglich des Einsatzortes voraussetzt – denken sie unbedingt global – und lernen sie mal gleich noch eine zweite Fremdsprache dazu. Und dann wären da noch die Nase, die Vorstellungskraft und ein Gedächtnis, welches Gerüche perfekt speichern kann. Vieles davon läßt sich trainieren, anderes muß erlernt werden und manches ist Gabe und Geschenk. Parfumeur als Beruf ist eine Synthese aus naturwissenschaftlichen- und musischen Kenntnissen und Fähigkeiten. Ich sage gleich dazu, daß es keinen ganz direkten Weg dahin gibt. Das mag im ersten Moment zwar eine Enttäuschung sein, doch es ist zugleich auch eine riesige Chance, weil es die Möglichkeit läßt, über einen Umweg – und sei es das Hobby – den Beruf ausüben zu können. Aber jungen Menschen, die nun unbedingt Parfumeur/ Parfumeurin werden wollen und die schon in ihrer Jugend über genügend Ehrgeiz verfügen, sei der folgende Weg empfohlen.

1. Ein richtig gutes Abitur mit einem Schwerpunkt in Chemie.

2. Eine Ausbildung als Chemielaborant/ Kosmetiklaborant, bzw. gleich ein Studium der Chemie.

3. Suchen sie sich einen Ausbildungsbetrieb, wo es auch im weitesten Sinne um Kosmetik geht.

4. Bemühen sie sich während und nach der Ausbildung um ihr eigentliches Interesse.

5. Große Unternehmen bieten dann oft die Möglichkeit des JuniorParfumeurs. Eine Chance, die man eigentlich nur bekommt, wenn man in diesem Unternehmen bereits gelernt, gearbeitet und Interesse gezeigt hat. Das wäre der einzige, einigermaßen direkte Weg.

Eine mögliche Adresse, wo man sich zum ChemielaborantenIn ausbilden lassen kann, ist die Symrise GmbH & Co. KG in Holzminden.

Und allen, die jetzt von Mutlosigkeit ergriffen werden, weil der Weg schwierig und lang ist, sei gesagt, daß es niemanden gibt, der einen daran hindert, als Hobbyparfumeur einer wunderbaren Leidenschaft nachzugehen. So mache ich es auch.

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