Farnesol

farnesol

Farnesol ist einer dieser Stoffe, die man relativ leicht zu kaufen bekommt, die auf den ersten Blick auch ziemlich günstig sind und die aus irgendeinem Grund bei jeder Anfängerin/ jedem Anfänger landen, die damit beginnen sich Parfum selber zu mischen. Doch viel mehr, als das die Flasche dann zu Hause rumsteht, scheint nicht zu passieren, was dann häufig zu der Frage führt, wozu der Stoff in einem Parfum wohl zu gebrauchen ist. Ganz ehrlich? Farnesol braucht kein Mensch. Jedenfalls nicht, wenn man sich als HobbyparfumeurIn versucht. Farnesol ist eine fast schon intellektuelle Note, die hin und wieder dafür eingesetzt wird, den natürlichen Charakter von blumigen Mischungen etwas zu unterstreichen. Mehr nicht. Farnesol ist ein Bestandteil vieler Blütenöle und kommt z.B. in ätherischen Rosen-, Jasmin-, Lindenblütenölen vor und findet sich zugleich im Samen der Moschuskörner wieder. Farnesol gehört nicht zwingend in überhaupt ein Parfum. Weder in Fougere, noch in Chypre und auch nicht in Zitrusdüfte. Auf Farnesol können sie gut und gern verzichten, wenn sie sich für den Anfang eine kleine Auswahl an Chemicals zulegen. Es ist ein unscheinbarer, fast schon schwach trocken riechender Stoff, der ganz dezent an Linde, vielleicht auch an Maiglöckchen erinnert. Ein Stapel frisches Papier riecht auch nicht schlechter. Einzig seine Eigenschaften als Fixateur sind hervorragend. Farnesol als Füllstoff zu verwenden, würde ich mir gut überlegen, weil Farnesol zugleich ein Allergen ist und ich davon nicht größere Mengen als unbedingt nötig in einem Parfum einsetzen würde.

FARNESOL
Chemische Bezeichnung: 3,7,11-Trimethyl-2,6,10-dodecatrien-1-ol
Summenformel: C15-H26-O1
CAS-NR. 4602-84-0
Farbe: farblose Flüssigkeit
Geruch: schwach trocken, an Lindenblüten oder Maiglöckchen erinnernd
Lösbarkeit: in DPG oder Ethanol. Löst sich nicht in Wasser!
Weitere Eigenschaften: hemmt die Bildung von Staphylokokken und wirkt leicht desodorierend. Lichtempfindlich.
Farnesol ist ein Allergen.

4 Kommentare zu “Farnesol”

  1. Gaby

    Bin böse… 🙁
    Warum hast du diesen guten Blog soooo lange vor mir versteckt? Mensch… ich brauch ja ne Woche, um das alles nachzulesen… eigentlich wollte ich nur Info für eine Bekannte suchen, die meinte, sie könnte ihre Seife fröhlich pfeifend ohne Auflage auf nem Mittelaltermarkt verklingeln. Tatsächlich gabs sogar einen Zeitungsbericht darüber…

    Und dann finde ich diesen tollen Blog! Chapeaux!

    Gerade diese rechtliche Auflagen geben auch mir arg zu knabbern. Ich habe z. B. in England Herbalismus studiert und dürfte dort Naturkosmetik und sogar Heiltees herstellen. Eigentlich ist mir das unbegreiflich, weil die Kosmetikverordnung ja EU-weit gilt…

    Dieses Rätsel konnte ich noch nicht lösen.

    Aber das ist eine andere Geschichte.

    Noch ein Dufttipp: Man kann schon erste Wildmöhrensamen ernten, die wirklich sehr aromatisch sind. Sowohl als exotisches Gewürz oder Duftgeber (in Öl z. B. ) verwendbar. Der Geruch lässt nie und nimmer auf Möhre tippen!

    Ich blogge übrigens als „Earthwitch“ auf WordPress, aber Düfte sind dort nicht Schwerpunkt. Heilkräuter in allen Variationen, mal Privates, Naturkosmetik, ja ab und an auch Duft.

    Weiter so! Dieser Blog ist wirklich toll, werde öfter schauen!

    Gaby

  2. Eliane

    Ich hatte mir einst Farnesol als Deowirkstoff für natürliche Parfüms andrehen lassen, war auch mal im Nivea-Deo enthalten. Ich frage mich als Aromatherapeutin allerdings, ob das natürliche, in Pflanzen eingebundene Farnesol auch als Allergen zu bewerten ist, denn es ist ein Sesquiterpenol und ätherische Öle mit diesen Inhaltsstoffen werden meistens GEGEN allergische Erscheinungen wie Entzündungen der Haut und Jucken eingesetzt. Ob die Allergenität nicht an den paar Prozent enthaltenen Zusatzstoffen liegen mag, wie bei sovielen „naturidentischen“ Duftstoffen???? Liebe Grüße von der Grünen Insel, Eliane

  3. erik

    Liebe Eliane, das Problem bei Deinen Anmerkungen ist, daß Du von Chemie viel mehr Ahnung hast als ich. Trotzdem will ich mal versuchen, ob ich meine Gedanken ordentlich rüberbringen kann. Chemische Stoffe wie Coumarin, Citral, Linalool, Limonene, Farnesol, Geraniol etc. sind reine Stoffe. Der synthetische Nachbar ist/ sollte eigentlich dem Naturstoff entsprechen.

    An diesem Punkt sagen viele Bio-Parfumfreude: „Ja, aber eine Zitrone riecht ja viel besser als Citral. Da kann man mal sehen, wie blöd, langweilig und … die Chemie ist“.

    Es hat zwar niemand behauptet, daß Citral genau wie eine Zitrone riecht, doch das aus der Zitrone isolierte Citral sollte genau wie das synthetische riechen. In einer Zitrone sind halt nur noch viel mehr Sachen drin und deshalb riecht sie anders. Trotzdem sollte sich der Stoff gleich verhalten. Die Verunreinigungen, die spielen bestimmt keine Rolle. Denke ich.

    Farnesol ist – so weit ich informiert bin – auch ein reiner Stoff. Farnesol ist Farnesol (?) und von Zusatzstoffen kann ich dem Datenblatt nichts entnehmen. D.h., die positive Wirkung des in der Natur enthaltenen Stoffs stehen auch einige negative Erscheinungen zur Seite, was bei Naturstoffen eigentlich ganz normal ist. Zu viel Salbei geht auch nach hinten los, nur etwas davon ist gut.

    Gruß Erik

  4. Moni

    Ich fand die Erklärung auch als nicht Chemikerin sehr interessant und habe viel gelernt. Dennoch sind einige Artikel echt schwer verdaulich 😛

    Nun werde ich mich aber wohl doch wieder vom Hobby der Parfümherstellung distanzieren. Gibt anscheinen viel zu viele Dinge zu beachten 😉 Dennoch weiter so!