Stammlösungen – Parfum selber mischen

Stammlösungen sind eine wichtige Sache, denn viele Rohstoffe muß man erst auf den Einsatz in einem Parfum vorbereiten; Harze, Balsame (oft auch als Gummi bezeichnet) müssen gelöst werden, andere Rohstoffe sind kristallin und einige chemicals und ätherische Ölse sollte man sich ruhig verdünnen. Stammlösungen sind wirklich wichtig und gerade wenn man mit Kleinstmengen arbeitet, sollte man sich viele Riechstoffe vor dem Einsatz aufbereiten.

Harze und Balsame kommen bei mir kurz in ein heißes, fast kochendes Wasserbad – so erhitze und verflüssige ich meinen Weihrauch, den Tolubalsam und z.B. auch das Benzoe – dann fülle ich mir eine kleine Menge ab und fülle 1 : 1 mit DPG auf. Diese Stammlösung setze ich dann für eine Mischung ein. Mein geliebtes Javanol wird nur in Form einer 10%igen Lösung verwendet. Der eigentlich recht schwach wirkende Stoff entfaltet selbst bei dieser Verdünnung eine ungeheuerliche Wirkung (zum Glück), Himbeerketon kann man in DPG (leicht im Wasserbar erhitzen) und auch in Ethanol gut lösen; 10% sind hierbei kein Problem. Ich habe es auch schon mit 20% in Ethanol gemacht, aber 10% reichen völlig aus. Moschus Keton löst sich aber nur in DPG auf. Vorsichtig im Wasserbad erhitzen! Manchmal gibt es kleine Fünkchen. Da muß man aufpassen!

Und von Lavendel, Zimt, Patchouli, Vetiver, und vielen anderen ätherischen Ölen auch, würde ich mir immer Stammlösungen anfertigen. Wie wollen sie denn bei einer Testmischung von 10g den Lavendel genau dosieren? Wenn für ein Parfum – gerechnet mit 1000g – nur 2g Zimt gebraucht werden (damit nicht alles nach Zimt riecht), dann werden sie um die Stammlösungen nicht herumkommen.

stammlosungen

Außerdem bin ich der Meinung, daß man viele Riechstoffe erst in größerer Verdünnung richtig beurteilen kann. Schon aus diesem Grund fertige ich mir von vielen chemicals und zahlreichen ätherischen Ölen verdünnte Stammlösungen an. Wichtig ist, daß man immer mit der gleichen Lösung arbeitet.

Für das Parfum Eau de Froehliche wurden das Weihrauchöl, der Tolubalsam, Himbeerketon, Coumarin, Vanillin und die Irisbutter in Stammlösungen angesetzt.

7 Kommentare zu “Stammlösungen – Parfum selber mischen”

  1. David

    Hallo, ich möchte auch anfangen Parfum selber herzustellen, etliche Öle sind bereits vorhanden (meine Freundin kennt sich auch gut damit aus und macht sich auch selbst ab und an mal eine Creme undsoetwas). Nun habe ich beim durchstöbern deines Blogs wie z.B. hier gelesen, dass man die Öle am besten verdünnen sollte, aber mit was? Mit Ethanol oder dest. Wasser? Habe z.B. Öle von Taosis, diese sind auch zu verdünnen? Es gibt ja auch etliche 25%ige Lösungen, diese werden dann nicht mehr verdünnt oder?

    Hoffe du kannst mir weiterhelfen, vielen Dank schonmal 🙂

  2. erik

    DPG oder Ethanol. Ich fertige mir – von den Ölen und Chemicals, wo ich es für notwendig halte – die meisten Stammlösungen aber mit DPG an.

  3. David

    DPG… okay, dazu muss ich sagen, habe ich mich noch nicht wirklich informieren können, werde ich gleich einmal nachholen.

    Zu den Stammlösungen: Ich habe mir mittlerweile ca. 40 Öle zusammengekauft und alles weitere was man dazu benötigt. Nun werde ich die Tage zu jedem Öl eine Stammlösung anfertigen und mich erst einmal mit den einzelnen Düften beschäftigen.

    Ich hätte zu den Stammlösungen noch fragen, habe bisher leider nichts ausführlicheres gefunden. Auf wieviel sollte man diese verdünnen? Ich dachte mir so 20-25%? Oder reicht noch weniger?

    Diese Stammsätze nimmt man dann nur, damit man Testmischungen zusammenstellen kann und weniger verbraucht, sehe ich das richtig? Und wenn man gute Zusammenstellung gefunden hat, nimmt man schließlich die „reinen“ Öle und Verdünnt diese Anschließend dann mit Ethanol?

  4. erik

    Lieber David, man braucht nicht von jedem ätherischen Öl, von jedem chemical eine Stammlösung. Ich bezweifle auch sehr, daß es dafür parfumistische Regeln des hohen Parfumhandwerks gibt. Für mich ist es ein Erfahrungsschatz aus eigenem Können und einigen Tipps von Freunden. Hedione, Iso e Super, z.B. würde ich nie in Form einer Stammlösung verwenden. Galaxolide natürlich auch nicht – den gibt es ja sogar nur verdünnt zu kaufen (wenn ich mich jetzt recht entsinne). Aber von Javanol z.B. mache ich mir immer eine Stammlösung. Warum? Weil es sich so besser arbeiten läßt. Javanol ist total durchschlagend und in einer 10%igen Lösung habe ich die richtige Dosis für mich gefunden.

    Lavendel, Zimt und viele andere ausgesprochen kräftige Öle setze ich mir in Form von Stammlösungen an. Aber ich wüßte nicht, warum ich das z.B. bei Mandarine oder Bergamotte tun sollte.

    Na und einige Balsame/ Harze und kristalline Rohstoffe (Moschus Keton, Vanillin und Frambinone) muß man ja mittels DPG erstmal lösen. Das wird ohne Stammlösung gar nichts.

    Findest Du aber alles im Blog.

    Gruß Erik

  5. David

    Okay dann kann ich mir ja die Arbeit sparen, dies für alle Riechstoffe zu machen. Also tropfe ich auch Bergamotte usw. einfach so auf die Teststreifen und tue sie in Gläser um den Geruch und die Entwicklung festzustellen (ich fange also gerade erst ganz am Anfang an mit diesem Hobby). Später dann so das gleiche mit den Zahnstochern (wie von dir in einem Beitrag beschrieben).

    Sorry falls ich so viele Fragen habe, ich möchte es halt ziemlich genau wissen, damit ich sowenig falsch mache oder verschwende wie möglich und dieses Thema interessiert mich mittlerweile einfach total 🙂

  6. Patricia

    bitte bitte antworte mie Eric 🙁

  7. erik

    Liebe Patricia, ich suche gerade in allen Kommentaren nach Deiner Frage und kann nichts finden. Vielleicht habe ich es übersehen oder aus versehen gelöscht? Bitte noch einmal das Problem schildern und ich werde mich bemühen. Gruß Erik