Geruch eignet sich nicht für das Ästhetische

so Georg Wilhelm Friedrich Hegel (geb. 27. 8. 1770 in Stuttgart; † 14. 11. 1831 in Berlin) und er überträgt damit genau jene Kriterien, welchen Kant in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht jedwede Auswirkung auf die Erkenntnis abgesprochen hatte, weil die Flüchtigkeit des Mediums einen dauerhaften Anreiz unmöglich machen würde, nun doch auf das Feld der Ästhetik, um diese eingehender zu untersuchen.

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Und obwohl Hegel schlußendlich wie schon Kant zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kommt – der Geruchssinn spielt für den Menschen nur eine untergeordnete Rolle -, ist der Weg dahin ein anderer. Kant bezieht sich eindeutig auf Platon, wenn er ganz im Sinne der gr. Philosophie zwischen angenehmen und unangenehmen Gerüchen unterscheidet und damit allein auf die Nützlichkeit des Geruchssinn abstellt. Der Geruchssinn erhält seine Berechtigung aus der Fähigkeit zur Abwendung des Gefährlichen und Schädlichen. Die Verbindung des Geruchssinns mit Freude und Schönheit wurde dem Geruchssinn jedoch wegen seiner Flüchtigkeit in Abrede gestellt. Als zu wenig nachhaltig und viel zu schnell vergänglich betrachtete man die daraus zu gewinnenden Anreize.

Wie lange hält ihr Parfum? Minuten, Stunden, Tage? Für einen Philosophen viel zu kurz.

Hegel, ganz im Unterschied zu Kant, begreift nur die Sinne des Gesichts und des Gehörs, also unsere Seh- und Hörfähigkeit, als theoretisch und damit Kunstfähig, während Geruchsinn, Geschmack und Gefühl vom Kunstgenuß selber ausgeschlossen sind/ bei Hegel kategorisch ausgeschlossen werden. Erklärt wird dieses mit der sich verflüchtigenden, auflösenden Materialität dieser Sinneseindrücke.

„(…) nur die beiden theoretischen Sinne des Gesichts und Gehörs, während Geruch, Geschmack und Gefühl vom Kunstgenuß ausgeschlossen bleiben. Denn Geruch, Geschmack und Gefühl haben es mit dem Materiellen als solchem und den unmittelbar sinnlichen Qualitäten desselben zu tun; Geruch mit der materiellen Verflüchtigung durch die Luft, Geschmack mit der materiellen Auflösung der Gegenstände, und Gefühl mit Wärme, Kälte, Glätte usw. Aus diesen Gründen können es diese Sinne nicht mit den Gegenständen der Kunst zu tun haben, welche sich in ihrer realen Selbständigkeit erhalten sollen und kein nur sinnliches Verhältnis zulassen.“

Nimmt man Hegels Definition des KUNSTSCHÖNEN (zentrahler Dreh- und Angelpunkt der Ästhetik), dann eigent sich der Geruch nicht für die Ästhetik, weil seine hohe Flüchtigkeit, seine Bindung an das Materielle, eine Vergeistigung unmöglich macht. Für Hegel jedoch ist die Abstraktion vom rein sinnlichen aber eine Notwendigkeit des Kunstschönen.

Ich bin noch nicht fertig mit Hegel. Doch damit es hier auch wieder etwas weitergeht, habe ich mich kurz an den Computer gesetzt und einige Überlegungen, wenn auch nicht zu Papier, wenigstens ins www gebracht. Bevor in Kürze der USB-Duftstick vorgestellt wird. Witziges Gerät.

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