Adlerholz – Oud – Aquilaria

Artikel III zum Thema Adlerholz/ Oud Mit kleinen Änderungen und Ergänzungen vom 14. 12. 2012

Ich habe mal wieder eine kleine Systematik gebastelt und dabei wie immer mit dem Ordnungsbegriff begonnen: THYMELAEALES/ Seidelbastartige. Das die Seidelbastartigen zur Klasse der Zweikeimblättrigen (Dicotyledonae) gehören muß man nicht wissen. Aber schon die Familie wird wirklich interessant. Denn aus der Familie der Seidelbastgewächse / Thymelaeaceae (da ist wieder das ceae) gehen die unterschiedlichen Gattungen hervor und davon gibt es hier 48 (sieben habe ich aufgeführt) und eine davon heißt Aquilaria. Gyrinops wird übrigens auch als Adlerholz verkauft und verwendet (deshalb ebenfalls rot markiert). Aus diesen insgesamt 48 Gattungen entspringen 650 verschiedene Arten, von denen einige für uns von Interesse sind: Nämlich die Arten Aquilaria agallocha Roxb., Aquilaria crassna Pierre ex Lecomte, Aquilaria malaccensis, Aquilaria secundaria DC., Aquilaria sinensis und Aquilaria microcarpa.

Hier die kleine Übersicht. ich finde solche Sachen immer sehr nützlich, weil man dann besser versteht, was mit wem auf welche Art und Weise in Verbindung steht. Zumal es häufig so viele, verschiedene Trivialnamen gibt, daß man am Ende nicht genau sagen kann, von welcher Pflanze die Rede ist. Und auch im Falle von OUD ist es wie bei so vielen anderen Pflanzen auch – der köstliche Rohstoff wird zum Teil aus verschiedenen Arten, manchmal aus unterschiedlichen Gattungen (Aquilaria und Gyrinops) und hin- und wieder sogar aus ganz und gar anderen Pflanzenfamilien gewonnen. OUD-Ersatzstoffe gibt es auch aus Balsambaumgewächsen und wenigstens einer Mangrove. Deshalb finde ich Systematiken so wichtig. Wer sich übrigens auch so für Botanik interessiert und es lieber genau wissen will, dem empfehle ich auf jeden Fall den Strasburger, “Lehrbuch der Botanik”. Ein tolles Buch.

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Bliebe die Frage, womit es nun weitergeht. Ehrliche Antwort, ich habe nur ein grobes Ziel vor Augen, weil es jetzt botanisch betrachtet recht kompliziert wird und ich hier keinen Blödsinn schreiben will. Deshalb muß ich mich in eine Bibliothek begeben, etwas lesen, kopieren, übersetzen, auswerten und überlegen, wie ich das gelernte so formulieren kann, daß ich es selber verstehe. Die oder der nächste Artikel wird sich nämlich mit dem PHLOEM befassen und auch ein Pilz wird noch von größter Wichtigkeit sein: Phomopsis aquilariae var. Themen, für die ich Fachbücher benötige und bei denen ich mir auch inhaltlich helfen lassen muß. Das Phloem kriege ich noch hin, aber Pilzbefall bei Bäumen ist eine spezielle Sache. Ja, richtig gelesen. Ohne Pilzbefall kein OUD. Adlerholz ist wirklich eine interessante Sache. Demnächst also das PHLOEM und danach – später – der Pilz (oder die Pilze?).

Was bedeutet eigentlich das Kürzel var.? Ganz einfach: var. heißt varietas, also Varietät. Das Kürzel beschreibt eine klar definierte, taxonomische Rangstufe, und zwar genau die zwischen Unterart und Form. Er wird nur für Populationen verwendet, die sich geringfügig von einem ausgewählten Individuum (Typus) unterscheiden. Man könnte auch von Abart oder Spielart sprechen.

Und wer sich nun doch mehr für Pflanzen und Pflanzenrohstoffe, ihre Herkunft, ihre Systematik interessiert, dem empfehle ich den Artikel zum Thema Weihrauch, wo ich die Begriffe Ordnung, Familie, Tribus, Gattung und Art mal etwas näher beleuchte. Weihrauch – Teil III

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