Schinus molle – Peruanischer Pfefferbaum

Als kleinen Nachtrag zu einigen vorangegangenen Texten (12 Duftstoffe für den 12. Monat im Jahr und Parfum mit Rosa Pfeffer) möchte ich gern einige Ergänzugen anfügen.

Denn der neue, in Kürze erscheinende Duft DEZEMBER wird seine Rosa-Pfeffer-Note nämlich dem Öl von Schinus molle (Peruanischer Pfefferbaum) verdanken. Ich selber hatte, als ich die Rezeptur entwickelte, mit einem CO2-Extrakt von Schinus terebinthifolius (Brasilianischer Pfefferbaum/ CAS.: Nr. 949495-68-5) gearbeitet und da man bei Bell Flavors & Fragrances, wo das Duftöl nun endgültig ausgemischt wurde, mit Schinus molle arbeitet, soll dies natürlich auch erwähnt werden. Um ehrlich zu sein, ich war gar nicht auf Schinus molle gekommen und deshalb möchte ich heute, hier und jetzt auch den Peruanischen Pfefferbaum vorstellen.

Die Systematik ist der von Schinus terebinthifolius sehr ähnlich.

Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Gattung: Pfefferbäume (Schinus)
Art: Peruanischer Pfefferbaum
Wiss. Name: Schinus molle L. (Carl von Linné, Erstbeschreibung 1753)
Synonym: Peru Mastix

Es handelt sich dabei um einen immergrünen, ca. 10-15 Meter hoch wachsenden Tropenbaum, dessen Äste teils weit herabhängen. Die Blätter sind gefiedert, die gelben Blüten sollen schön duften (da hab ich leider keine eigenen Erfahrungen vorzuweisen) und die rosafarbenen Früchte schmecken pfefferähnlich. An dieser Stelle sei aber noch einmal erwähnt, daß die bei uns handelsüblichen Beeren, die als Roter/ Rosa Pfeffer in den Gewürzregalen der Supermärkte angeboten werden, von Schinus terebinthifolius stammen. Ursprünglich in Mittelamerika beheimatet, wurde er inzwischen auch in Nordamerika eingebürgert und ist selbst im Mittelmeerraum weit verbreitet. Und da sich das Harz von S. molle auch kauen läßt, ganz ähnlich des Harzes von Pistacia lentiscus/ Mastixbaum, bietet sich hier vielleicht auch eine Erklärung des Namens/ des Synonyms.

Das Öl wird mittels Wasserdampfdest. oder neuerdings per CO2-Extraktion aus den Früchten gewonnen. Bei Dr. J. Lawless findet sich auch ein Hinweis auf auf die Blätter. Man kann daraus wohl auch ein berauschendes Getränk herstellen und als nach dem 2. Weltkrieg Schwarzer Pfeffer Mangelware war, kam Schinus molle auch verstärkt in der Küche zum Einsatz.

In der Aromatherapie wird das Öl auch sehr gerne eingesetzt. Schaut man sich an, was das Öl von Schinus molle alles kann, fragt man sich glatt, wo man ein Fläschelchen für den sofortigen Gebrauch herbekommen könnte und sollte der Winter doch noch hart werden: Es hilft sogar bei Frostbeulen und soll ein gute Grippemittel sein.

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