Parfum und Politik – ein kleiner Vorgeschmack

Wußten sie schon, daß Zitrusfrüchte nur sehr unzureichend gekennzeichnet sind? Wußten sie, wie gefährlich es für Leib und Leben sein kann, wenn man Zitrusfrüchte schält? Es ist überhaupt gar nicht zu verantworten, hier ohne Warnhinweise und strenge Regulierungen den Bürger/ die Bürgerin weiterhin im Glauben zu belassen, es wäre der Gesundheit zuträglich Zitrusfrüchte zu kaufen und zu schälen. Und weil die Politik das Gefahrpotential, welches in Zitrusfrüchten steckt, noch rechtzeitig vor der anstehenden Europawahl erkannt hat, gibt es ab sofort strenge Vorschriften für den Verkauf und den Erwerb von Zitrusfrüchten. Der private Anbau von Zitruspflanzen wird ebenfalls verboten, in Zukunft nur mittels Ausnahmegenehmigung gestattet sein und wer die Früchte in Verkehr bringen möchte, benötigt dafür eine Sicherheitsbewertung, ausgestellt von einem zertifizierten Sicherheitsbewerter. Das alles natürlich nur zu ihrer Sicherheit. Die aktuelle Kennzeichnungspflicht gilt schon ab der kommenden Woche. Kaufen sie bitte nur noch Zitrusfrüchte die ordentlich deklariert sind.

Hier ein Bsp. für eine vorbildliche Kennzeichnung der Ware. Achten sie außerdem auf das Mindesthaltbarkeitsdatum!

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Das Problem sind die in den Schalen enthaltenen Allergene und weil Allergene besonders schlimm für die Gesundheit sind werden Allergene verboten, bzw. es wird davor gewarnt. Flure, Wiesen und Wälder werden demnächst europaweit und einheitlich mit Warntafeln ausgestattet: VORSICHT Bet V 1 warnt z.B. vor anfliegenden Birkenpollen, einem kreuzgefährlichen Protein.

Der Hintergrund all dieser Vorsichtsmaßnehmen ist die Sorge der Politik gegenüber dem bürgerlichen Wohlbefinden. Nicht unbedingt gegenüber einer bürgerlichen Selbständigkeit und Mündigkeit … wo kämen wir denn da hin. Nein, das Leben innerhalb der EU soll nach gleichen Regeln und Gesetzen und Standards geregelt werden. Wohin man auch kommt, es soll überall möglichst gleich sein und sicher.

Natürlich nur zu ihrer Sicherheit und nur aus diesem Grund warnt das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) vor allen schädlichen Einflüssen. Fencheltee z.B. ist auch gar nicht gut und wer Frankfurter Grüne Soße liebt, kann sich eigentlich gleich erschießen. Wohin man auch schaut, selbst die natürlichsten Kräutermischungen sind geradzu tödlich, überall lauern das böse Estragol und Methyleugenol, finden sich Pyrrolizidinalkaloide (Alkaloide, die besonders gern in Hülsenfrüchten vorkommen) und Thymianöl schädigt die Leber. Nehmen sie ja kein Thymianöl. Jedenfalls nicht, wenn ihre Leber die eine oder andere trinkfeste Aufgabe noch zu bestehen hat. Es ist nämlich für die Politik gar kein Problem, wenn sich Hinz und Kunz täglich vollaufen lassen und auch eine Biermeile auf 4 km Länge hebt die Stimmung und den Umsatz – davor wird nicht gewarnt – so lange sie mit Thymianöl vorsichtig sind.

Auffällig ist nur, daß vor den Folgen von Altersarmut und steigenden Krankenkassenbeiträgen kaum oder nur recht zögerlich gewarnt wird und noch kein EU-Politiker auf die Idee kam, die benzolgetränkten Tankstellenbrötchen mal genauer zu untersuchen.

Ach, bevor ich es vergesse: Geraniol ist auch ein Allergen und zudem in vielen Schnittblumen enthalten. Da sollten sie unbedingt aufpassen und bei Parfums mit Geraniol sollten sie besonders vorsichtig sein. Denken sie an die Zitrusfrüchte und schälen sie die nächste Apfelsine nur mit Gummihandschuhen, Schutzbrille und Mundschutz.

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