Parfum und Politik – Die Nase voll

Die Nase voll – eine Petition für Duft
Eine deutsche Internetseite mobilisiert europaweiten Widerspruch zur EU-Gesetzesänderung zu Parfum

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HIER GEHTS ZUR PETITION!

Engagierte Verbraucher melden sich zur geplanten Änderung der Kosmetikverordnung zu Wort: in Brüssel ist am 11.04.2014 ein Dokument eingegangen, das einige EU-Kommissionsmitglieder überraschen dürfte. „Ärzte, Gutachter, die großen Parfumhäuser und Parfumeure – alle sind schon gehört worden. Jetzt bekommen endlich die Verbraucher eine Stimme“, sagt Christoph Polatzky, Betreiber von Parfumo, Deutschlands größter Parfum-Community und Onlineplattform, auf der sich täglich Tausende zu ihren Lieblingsdüften austauschen. Zeitgleich mit der Einreichung an die Kommission in Brüssel hat die Community eine Unterschriftenaktion gestartet, die in den nächsten Monaten offen steht. Bereits im Vorfeld hatte die Petition viel Unterstützung von internationalen Web-Communities, Bloggern und Facebook-Usern: Alle machen mit.

Verbote und Grenzwerte für Parfumkomposition sollen per EU-Dekret verschärft werden, um der Möglichkeit von Allergien zu begegnen. Bei einigen Stoffen ist ein geringes Risiko leichter Irritation im Test nachgewiesen. 1 bis 3 % der Bürger könnten betroffen sein. In den Augen der informierten Verbraucher schießt diese Form des Verbraucherschutzes weit über das Ziel hinaus. Angelika Förster, eine Mitverfasserin der Petition und des Textes für Brüssel, erklärt warum: Wenn diese Stoffe auf der Verpackung deklariert werden, reicht das. Wir sagen ja zu Information und Transparenz – nein zu Bevormundung. Eine Überreaktion würde ein altes und wunderbares europäisches Kunsthandwerk so sehr beschränken, dass es daran kaputt gehen könnte.“

Die Sorge um das Kulturgut Parfum ist berechtigt: Viele, seit Jahrhunderten erprobte Duftstoffe wären nach der Gesetzesänderung nur noch beschränkt oder gar nicht mehr einsetzbar. Klassiker und von vielen Menschen geliebte Düfte wie Chanel No 5, Cool Water oder CK One gälten dann als gesundheitsschädlich. „Viele bekannte Parfums müssten umformuliert werden, so dass man sie kaum wiedererkennen könnte oder sie würden ganz vom Markt genommen werden. Und neue Parfumkompositionen würden behindert. Man muss sich die Parfumkunst ohne den Duft der Rose vorstellen, ohne Moos, ohne Zitrone oder Pfeffer. Wie ein Gemälde ohne Farbe!“ sagt Polatzky. Förster ergänzt: „Wir setzen darauf, dass die EU einen Weg findet, der das Kulturgut Parfum erhält und freuen uns über weitere Unterstützung, die dazu beiträgt.“

Tatsächlich scheint sich Angelika Försters Wunsch nach breiter öffentlicher Unterstützung zu erfüllen: Während das Konsultationspapier an die in Brüssel Verantwortlichen geleitet wird, sammeln sich die Unterschriften. Bereits wenige Minuten nach Beginn der Aktion auf Parfumo hatten hunderte die Petition unterschrieben.

UND HIER GEHT ES NOCH EINMAL ZUR PETITION!

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