Probleme und Pannen

10% Wacholderbeerenöl sind einfach zu viel … viel zu viel. Ich gebe zu, die Idee war etwas waghalsig, doch wenn man Parfums schon selber mischt, darf (und sollte) man Dinge versuchen, die mit Sicherheit nicht dem Massengeschmack entsprechen und die zudem mit überholten Riechgewohnheiten brechen. Dumm nur, daß derlei Ideen nicht unbedingt funktionieren müssen. Es riecht zwar ganz toll, nur leider wird der Ansatz auch nach zwei Monaten im Eiskasten nicht klar, Filtern funktionierte auch nicht und damit kann ich die Gin-Kopfnote für den geplanten Duft, der das Thema Barber Shop aufgreifen soll, leider vergessen. Mist.

Wacholderbeeröl, was aus den getrockneten Beeren von Juniperus communis L. gewonnen wird, durch Wasserdampfdest./ das äther. Öl hat die CAS-Nr. 8012-91-7, gibt dem Gin den typisch terpenartigen Geruch und in der Dosierung leider eine für Handarbeit kaum beherrschbare Eintrübung. Was tun? Schwierigkeiten macht der hohe Anteil an Teroenkohlenwasserstoffen – alpha-Pinen ist zu über 40% enthalten – richtig tolle Öle haben sicher mehr – dazu kommt noch jede Menge beta-Pinen, Limonen, Geraniol, Borneol uvm. Hauptverantwortlich für den Geruch sind aber die Pinene, die z.B. auch im Rosmarin, dem Kümmel, im Koriander und im Fichtennadelöl enthalten sind.

Und was tut man, wenn eine Idee nicht funktioniert, wenn man einen grünen Duft reduzieren muß und den Eindruck trotzdem erhalten will? Es wird nichts weiter übrig bleiben, als das Wacholderbeeröl auf ca. 2% zu reduzieren und dann z.B. mit etwas Zypresse und Koriander, so der Plan, nachzuhelfen.

An dieser Stelle auch ein kleiner Tip für alle, die in kleinen Mengen schöne Rohstoffe kaufen möchten. Probieren Sie es unbedingt bei Lothar Streeck in Hamburg!

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