Steampunk Aero

Es hat eine Weile gedauert. Um ehrlich zu sein, ein Jahr länger als geplant. Aber es gibt für mich zu viele andere, schöne Dinge, für die ich auch immer viel zu wenig Zeit habe, und dazu kamen und kommen jede Menge Unwegbarkeiten, die mir immer wieder den Spaß und den Mut raubten. Doch jetzt ist der zweite Steampunk fertig und natürlich freue ich mich riesig.

So sieht er aus.

Es ist jener leichte, zarte Duft geworden, den ich mir vorgestellt hatte und es ist mir gelungen, das Labienoxime (Kopfnote) so einzusetzen, daß es sich nicht schon vor Benutzung verflüchtigt, oder, noch schlimmer, den ganzen Duft dominiert. Nur wie riecht Labienoxime? Für mich ist das Chemical immer eine Erinnerung an Holunderblütensirup. Diese blumig-fruchtige Mischung aus frischen Blüten, Zitronensäure, Zucker und Wasser. Ich mag den Geschmack und ich schnuppere auch sehr gern daran. Und mehr mag ich aus vielerlei Gründen nicht verraten. Zum einen ist das Wissen um den Inhalt nicht unbedingt wichtig und außerdem habe ich keine Lust auf wohlmeinende Ratschläge von Menschen, die irgendwie zu wissen meinen, die Ergebnisse meiner Arbeit wären Zufall. Im Gegenteil. Steampunk Aero ist ein ziemlich minimalistischer Duft und wieder habe ich ganz bewußt (also mit voller Absicht) auf Riechstoffe verzichtet, die hier und da eine Note verlängern, die einen Rohstoff unterstützen und Übergänge glätten. Ich mag das nicht. Mir geht es um die Erkennbarkeit einzelnen Stoffe und ich finde es schön, wenn sich Kopf, Herz und Basis trennen.

Zur Begrüßung gibt es also den bereits erwähnten Holunderblütensirup (zitronig fruchtig, blumig und etwas süß). Die Herznote würde ich als zart-blumig beschreiben und in der Basis findet sich eine kühle Holznote.

Wichtig war mir, daß der Duft von Kopf bis Basis leicht und flüchtig erscheint. Er sollte etwas Schwebendes haben und nicht wie ein Gewitter über mich hereinbrechen. Ein Bild, was ich oft vor Augen hatte, sind diese kleinen japanischen Glöckchen, an denen unten so ein dünnes Papierfähnchen hängt und wenn der Wind ein bischen stärker pustet, schwingt das Fähnchen und manchmal erklingt ein heller, hoher Ton, der an heißen Sommertagen für ein kühles Kribbeln im Nacken sorgt. Vielleicht so? Auf Stoff hält der Duft locker zwei, drei Tage und wer wissen möchte, warum das so ist, wer sich genauer für den Inhalt interessiert und wer vielleicht einfach nur neugierig ist, der kann gerne zu mir Kontakt aufnehmen. Auf jeden Fall wird es den Steampunk Aero nur in sehr begrenzter Stückzahl geben und wie es weitergeht werde ich bis zum Jahresende entscheiden. Bis dahin werde ich hoffentlich viel Windsurfen gehen können, Saxofon in der Bigband spielen und einige schöne Bücher lesen. Ohne diese Hobbys gäbe es auch keine Düfte von mir.

Bis bald.

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